Turnverein
Männerriege STV Unterkulm auf Turnfahrt

Acht Wanderer und elf Biker im Bündnerfleisch- und Calandaland

Marcel Siegrist
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Abwechslung macht das Leben süss, sagt ein Sprichwort und nach diesem Motto leben auch die Turnfahrten der Männerriege Unterkulm. Mal Schwarzwald oder Berner Oberland, mal Graubünden, mal Regen dann traumhaftes Wetter. Mal zur Abwechslung nicht am Freitag, sondern schon am Donnerstag Abend erreichte unser Bus und der Wagen mit den Bikes die Lenzerheide. Die Zimmer im „Sanaspans" konnten wir gleich belegen und zum Nachtessen gehen. Für die Meisten war frühe Nachtruhe angesagt, denn das morgige Programm verlangte frische Kräfte.
Die Wanderer begannen den Tag gemütlich, noch im Schatten leicht ansteigend Richtung Sanaspans-Alp, die Sicht über das Tal und die gegenüberliegenden Berge hätte schöner und klarer nicht sein können. Auf der Alp da „gabs koa Sünd" nur die verdiente Rast und genügend Flüssiges um den Wasserhaushalt wieder ins Lot zu bringen. Der härtere Teil der Wanderung begann mit dem Abstieg zum Wasserfall. Über hohe Stufen an steilen Flanken entlang. Beim Rastplatz schloss ein Pärchen Mountanbiker über den selben, halsbrecherischen Weg, zu uns auf. (Die spinnen, die Biker!) Dann gings eben aus, später steil hinab zur Talstation der Rothornbahn. Die Kniegelenke mussten hier einiges aushalten.
Unsere Biker radelten zu dieser Zeit auf der Albulatour. Die Route führte bergab Richtung Tiefencastel und der Albula entlang, fast ausschliesslich auf Naturwegen und Trails, die für Biker markiert sind. Nicht schlecht staunten wir, als jedem bei der Mittagsrast in Filisur ein "Trölholz" in die Finger gegeben wurde. Hintergrund: die Speisekarte war darauf zu lesen. Die Rückfahrt nach Lenzerheide gestaltete sich nicht für jeden Teilnehmer gleich anstrengend, es waren immerhin ca. 55 Kilometer und 1'200 Höhenmeter zu bewältigen, aber wir kamen gemeinsam zurück.

Am Abend infomierten wir uns über die Produktion des Bü..Bü.. Bündnerfleisches. Die Führung durch den Familienbetrieb Brügger in Parpan gab uns einen Einblick in ein altes „Handwerk". Hier wird auch heute noch, im Gegensatz zu den grossen Produzenten, alles manuell gesteuert. Selbst die „Klimaanlage" funktioniert so, je nach Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Windrichtung werden die Fenster entweder im Süden, im Norden oder gegen den Bach hin geöffnet. Ab Ende Sommer bis in den April hinein wird rund um die Uhr und jeden Tag gearbeitet. Das Resultat konnten wir im Anschluss an die Besichtigung reichlich geniessen, herrlich im Geschmack und erst noch gesund.

Am Samstag wieder wolkenloser Himmel über dem Tal. Dem Wanderziel Dreibündenstein schwebten wir das erste Stück mit dem Sessellift entgegen. Entlang des Wegs konnten wir viele Murmeli beobachten, bevor es dann steil über Wiesen anstieg zu einer schönen Hochebene die mit kleinen Seen und Tümpeln durchsetzt und mit Alpenrosen, Wacholder und Heidekraut bewachsen war. Eine einmalige Rundsicht zum Calanda, der Bündner Herrschaft oder der Rheinschlucht und zur Surselva belohnte uns. Beim Abstieg zurück zur Bergstation Praschadier machte uns die Hitze sogar auf 1800 Metern zu schaffen. Als Abschluss und Höhepunkt, stand nun noch die Fahrt auf der „längsten Rodelbahn der Welt" auf dem Programm. 3100 Meter mit 31 Kurven und einem Höhenunterschied von 480 Meter hinab nach Churwalden.

Auf den Piz Scalottas (Bikertour Nr. 603, danach Nr. 612) wagte sich unsere Bikergruppe. Im Gegensatz zum Vortag waren die Höhenmeter gleich zu Tourbeginn zu leisten. Es ging relativ steil zum Gipfel empor. Oben angekommen wurde zuerst einmal die Aussicht genossen. Der zweite Teil war weniger anstrengend, jedoch gute Fahrkünste und eine ehrliche Selbsteinschätzung waren gefragt, denn Bergab- und Querfahrten auf den "Single-Trails" sind nicht ohne Risiken. Umso vernünftiger, wenn man bei heiklen Passagen abstieg
und diese zu Fuss meisterte. Wanderer waren auf den extra markierten Biker-Wegen nicht auszumachen - logisch, die spinnen ja meistens nicht! Die Biker konnten ihre Leidenschaft auf der langen Abfahrt bis nach Churwalden ausleben.

Pünktlich um 19 Uhr fuhren wir wieder auf den Schulhausplatz Unterkulm, nur noch zwei Ziele vor Augen - die Dusche und einen bequemen Sessel! (hsc)

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