Natur- und Vogelschutzverein Suhr
Lebensader Stadtbach

Hans-Ruedi Kunz
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Schneider aus dem Stadtbach
Naturnah und abwechslungsreich gestalteter Bachabschnitt Stadtbach heute - hier auf der Höhe des Restaurants Sportplatz
Apéro auf dem Galegge-Hof Zum Abschluss der Führung ein feiner Apéro auf dem Galegge-Hof

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Über 50 Personen besuchten die Exkursion „Stadtbach – Lebensader einst und heute“ des Natur- und Vogelschutzvereins Suhr. Ueli Häusermann, profunder Kenner der regionalen Geschichte und Martin Huber Gysi, Fischerei- und Gewässer-Profi, führten die interessierte Gruppe von der Stadtgrenze beim Brügglifeld bis zur Galegge unterhalb der Suhrer Kirche.

Während vieler Jahrhunderte besorgte sich die Stadt Aarau ihr Trink- und Brauchwasser sowie die Antriebsenergie für das Gewerbe über den Stadtbach. Seine Quellen lagen zwischen Suhr und Entfelden und so führte dieses künstlich angelegte Gewässer einst reines Quellwasser. Ab 1860 wurde das Trinkwasser durch den Gönhardstollen geführt. Mehrere Wasserräder, später Turbinen, wurden noch durch den Stadtbach angetrieben. Später ging auch diese Verwendung verloren. Der Stadtbach war nur noch Verkehrshindernis und Kostenfaktor. Zum Glück entschied sich die Stadt, den Bach zu erhalten und aufzuwerten: Mehrere Stücke erhielten ein neues Profil mit Spazierwegen, Verengungen und einer abwechslungsreichen Bepflanzung. Für den jährlichen Unterhalt wurde der Bach zudem nicht mehr vollständig abgestellt, was der Wasserfauna zu Gute kam. Auch der NVV Suhr, die Gemeinde Surh und provate Anstösser haben in den letzten Jahren mitgeholfen, den ökologischen Wert des Stadtbachs zu erhöhen. Daneben ist er ein wichtiges Element der Naherholung und bildet einen "grünen Korridor" durch dicht bebautes Gebiet.

So leben heute viele verschiedene Fischarten m Bach. Wohl am häufigsten der Schneider, der seinen Namen wegen eines schwarzen Streifens auf dem Rücken trägt, welcher an eine Naht erinnert. Auch Alet und Gründling wurden anlässlich der Exkursion „live“ gezeigt. Gelegentlich laichen sogar Forellen an rasch fliessenden Stellen mit sauberem Kiesgrund!

Dass Suhr und Aarau wegen des Stadtbach-Wassers immer wieder in Streit gerieten, lässt auf die grosse Bedeutung des Wassers schliessen. Mal „gruben“ die Suhrer den Aarauer das Wasser ab, um bei Trockenheit ihre eigene Matten zu wässern, mal entdeckten sie eine Leiche unter einer Stadtbachbrücke erst nach mehreren Tagen, so dass die Aarauer „Wasser ab der Leiche“ trinken mussten.

Die kurz bevorstehende Eröffnung des Audiopfades ermöglichte, dass bereits eine „Vorpremiere“ stattfinden und ein Posten angehört werden konnte.

Zum Abschluss dieses interessanten und abwechslungsreichen Anlasses lud der Verein zum Apéro auf dem Galeggehof ein.