Aargauer Schwyzerörgeli-Fründe
Ländlerabend der Aarauer Schwyzerörgeli Fründe

Konzertabend im Hotel-Restaurant Bären ind Suhr mit urtümlicher Schweizer Volksmusik.

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Am letzten Samstag luden die Aarauer Schwyzerörgeli Fründe (ASF) zu einem Konzertabend mit urtümlicher Schweizer Volksmusik ein. Die Veranstaltung wurde möglich, weil ein ehemaliger, ungenannt sein wollender Mitspieler der ASF namhafte finanzielle Unterstützung für dieses Vorhaben zugesagt hatte. Dabei wurde der Wunsch geäussert, die Tradition des früheren Heimatabends für Stadt und Land in anderer Form wieder aufzunehmen. Und siehe da: Im randvoll besetzten Bärensaal eröffneten die ASF punkt 20 Uhr den volksmusikalischen Melodienreigen und Präsidentin Esther Hächler konnte eine erwartungsfrohe Gästeschar begrüssen. In einer ersten Sektion liessen die ASF eine Hand voll Stücke aus ihrem neuen Repertoire erklingen, welches im Laufe des vergangenen Jahres zusammengestellt worden war. Man hatte Abschied genommen von alten Ohrwürmern wie Wänteleschieber oder Abend am Vierwaldstättersee. Musikleiter Christian Bertschi suchte zahlreiche alte Tänze hervor und schrieb massgeschneiderte Arrangements, welche speziell auf die tief klingenden Zusatz-Instrumente (Fagott, Tuba, Bassetthorn) der mit Schwyzerörgeli und Klarinetten besetzten Ländler-Grossformation ausgelegt sind. Aus der intensiven Probenarbeit resultierte ein kultiviertes Ensemblespiel, das die Aufmerksamkeit der Zuhörer sofort in Anspruch nahm.

Dann folgte der Auftritt des Schwyzerörgeli-Trios Balmhorn aus dem Berner Oberland und brachte neue Klangfarben in den Saal. Die drei aufgestellten Trachtenfrauen, alle junge Mütter mit Familien, glänzten mit feinfühligen Vorträgen, die sich durch Präzision, gekonnte Dynamik und frische Leichtigkeit auszeichneten, was der überaus herzliche Applaus bestätigte.

Im Zentrum des Abends stand anschliessend das Quartett Laseyer aus dem Appenzellerland. Der etwas ungewohnte Name der Formation entspricht einer Flurbezeichnung beim Fälensee im Alpsteingebiet, wo zu Zeiten ein satter Sturmwind durchs Hochtal rast. Genau so fegte das Spiel der Laseyer! Aber Tempo und Rhythmus waren bei weitem nicht die einzige Qualität der renommierten und versierten Formation. Einige lyrisch-getragene Melodien, die in vielfarbigen Tonarten modulierten, brachten eine heitere Melancholie über die Zuhörerschaft, welche mit gespannter Aufmerksamkeit das Geschehen auf der Bühne verfolgte und begeistert beklatschte. Zur Mitte des Konzerts servierten ASF-Oergelileiter Marc Roman Lehmann und Klarinettist Christian Bertschi in einem ad-hoc-Trio ein paar virtuose Ländlerperlen von Ernst Ott, wobei das Spielen einer Bassklarinette ganz besondere Akzente setzte.

Im zweiten Teil des Abends kamen alle Musikanten nochmals zum Einsatz und zeigten in ausgefeilter Manier ihr grosses Können. Die Gäste genossen das facettenreiche Konzert bis zuletzt ohne störende Geräuschkulisse aus dem Saal, wo die Bären-Küche durchgehend mit ausgezeichneter Restauration glänzte. Um Mitternacht traten die Konzertbesucherinnen und -besucher mit zufriedenen Gesichtern den Heimweg an. Der durchwegs gelungene Ländlerabend begeisterte mit seiner grossen musikalischen Vielfalt und ruft nach einer Neuauflage im kommenden Jahr. (U. M.)

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