Gewerkschaft
Keine zusätzlichen Sonntagsverkäufe

Die Unia begrüsst das Behördenreferendum gegen die Ausweitung der Sonntagsverkäufe

Gewerkschaft Unia Region Aargau-Nordwestschweiz
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Mit dem heute beschlossenem Einführungsgesetz zum Arbeitsrecht (EG ArR) hat der Grosse Rat des Kanton Aargaus eine weitere Liberalisierung der Sonntagsverkäufe beschlossen. Die Unia Aargau begrüsst das bereits ergriffene Behördenreferendum und wird sich im Abstimmungskampf konsequent gegen das neue Gesetz und für die Rechte der betroffenen Beschäftigten im Detailhandel einsetzen.

Am 12. Januar 2010 hat der Grosse Rat das Einführungsgesetz zum Arbeitsrecht (EG ArR) verabschiedet. Das Gesetz beinhaltet die Umsetzung der parlamentarischen Initiative Wasserfallen für den Kanton Aargau. Konkret heisst das, dass neben den zwei bereits bewilligungsfreien Sonntagsverkäufen (die vom Regierungsrat festgelegt werden) zwei weitere Sonntagsverkäufe bewilligungsfrei werden. Diese können vom Gemeinderat für das jeweilige Gemeindegebiet frei festgelegt werden.

Vom Verkaufspersonal wird bereits heute durch die liberalisierten Ladenöffnungszeiten eine grosse Flexibilität verlangt. Die geplante Ausweitung der Sonntagsverkäufe bedeutet eine zusätzliche Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für die Angestellten.

Doch die Ausweitung der Sonntagsverkäufe hat nicht nur negative Auswirkungen auf das soziale Leben der direkt Betroffenen, sondern auf unsere ganze Gesellschaft. In unserer ohnehin schon individualistischen und konsumorientierten Welt braucht es mindestens einen Tag pro Woche, welcher Zeit für gemeinsame Erlebnisse lässt.

Störend ist zudem, dass bewilligungsfreie Sonntagsverkäufe auch an Feiertagen, wie beispielsweise am 1. August, möglich sind. Ausgenommen sind lediglich die hohen Feiertage.

Es ist ganz klar, wer ein Interesse an Sonntagsverkäufen hat. Während für die kleinen Läden die Kosten-Nutzen-Rechnung nicht aufgeht, sind es die Grossen (Coop, Migros und Tankstellen-Shops), die auf eine Ausweitung pochen. Fest steht, dass dadurch ein Flickenteppich der Sonntagsverkäufe entsteht und an beinahe jedem Sonntag in einer Aargauer Gemeinde die Geschäfte geöffnet sind. Dies führt zu einem ganzjährlichen Shoppingtourismus und zu einer erhöhten Verkehrsbelastung.