STV Spreitenbach
Kein Aprilscherz: Spreiti bleibt erstklassig!

Roman Geissmann
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Nie ohne mein Team Der Teamgeist bei Spreiti ist absolut intakt. Bild: Lucas Hodel.

Nie ohne mein Team Der Teamgeist bei Spreiti ist absolut intakt. Bild: Lucas Hodel.

Spreitenbach schlägt Oensingen auch im dritten Aufeinandertreffen und setzt sich als einziger Oberklassiger in drei Spielen durch. Damit bleibt die Mannschaft von Coach Grubenmann in der höchsten Kleinfeldliga. Spiel 3 war aber unnötig eng und spannend.

Alles schien seinen gewohnten Lauf zu nehmen. Spreitenbach, das die Spiele 1 und 2 souverän (12:9, 17:7) gewonnen hatte, nahm auch im dritten Spiel das Zepter gleich in die Hand. Nach dem ersten Drittel stand es 4:2 – und Oensingen war damit noch gut bedient. Die Aargauer hatten nämlich gleich viermal die Torumrandung getroffen. Oensingen ging wohl bewusst haushälterischer mit seinen Kräften um, um nicht wieder gegen Ende des Spiels ins Messer zu laufen (Zur Erinnerung: Die Solothurner hatten jeweils das letzte Drittel 3:7 bzw. 2:9 verloren am ersten Wochenende).

Doch Spreitenbach kam wie verwandelt aus der Kabine: Plötzlich fehlerhaft, unkonzentriert und irgendwie sogar lustlos (oder war es gar Überheblichkeit?). Innerhalb weniger Minuten kehrte Oensingen das Score und führte plötzlich 5:4. Dass dies dem Aussenseiter zusätzliche Energie verlieh, ist klar. Oensingen war «on fire», Spreitenbach wankte. Aber dank einem überragenden Reto Zeindler im Tor und einem Michael Hürlimann in Topform hielt man dagegen. Es war gewiss gefährlich, dass sich Spreiti derart auf diese zwei Einzelspieler verliess. Aber irgendwie schien die Mannschaft plötzlich blockiert.

Ardüser mit dem Game-Winner

Im letzten Drittel spielte Spreiti wieder besser bzw. waren die Energiereserven halt doch wieder grösser beim Erstligisten. Aber es war wie verhext: Kaum hatte man jeweils vorgelegt (was heisst hier «man», es traf eigentlich immer Hürli-man(n)...), schob Oensingen innert weniger Sekunden den Ausgleich hinterher. Aber die Oensinger zogen sich nach dem Ausgleich immer gleich wieder zurück und gewährten Spreitenbach (bzw. Hürlimann) Freiheiten, die diese(r) auszunutzen wusste. Doch egal wie oft Hürlimann vorlegte, Oensingen zog nach. 10:10 stand es gut 40 Sekunden vor Schluss, als Coach Grubenmann Torhüter Heymann (der spielte die letzten 20 Minuten) auf die Bank pfiff und es mit vier Feldspielern versuchte. Dieser Versuch wäre tatsächlich beinahe aufgegangen, doch das magische Viereck (Biasca, Nüesch, Hürlimann, Geissmann) sah seine Abschlussversuche alle vom gegnerischen Schlussmann abgewehrt. So musste tatsächlich die Verlängerung über Sein oder Nicht-Sein entscheiden. Und nach nur einer Minute der Extrazeit hatte Eishockey-Crack Luca Ardüser seinen grossen Auftritt. Er tankte sich in seiner unnachahmlichen Art durch die gegnerische Abwehr und versenkte eiskalt. Riesiger Jubel entbrandete (es waren sehr viele Spreitenbacher Fans anwesend) und bei der Mannschaft gab es kein Halten mehr – welche Emotionen! Ardüser mit dem Game-Winner! Spreitenbach bleibt erstklassig.

Zwei Alphatiere gehen

Das Spiel in Oensingen war nicht nur aufgrund der Ausgangslage speziell. Es war gleichzeitig das letzte Spiel der langjährigen Leistungsträger Daniel Kolb, einst auch Spielertrainer und Captain, und Mischu Marti, der nach seiner Rückkehr aus Kulm vor zwei Jahren mit dem Aufbau des Sommertrainings und dem Filmen aller Spiele eine gewisse Professionalität in die Mannschaft brachte und einen riesigen Beitrag zum Aufstieg in die 1. Liga KF leistete (viel grösser noch als ihm selbst wohl bewusst ist – sollte Spreiti eines Tages mal Playoffs spielen: Mischu, du wirst daran auch deinen Beitrag geleistet haben!!). Über Jahre waren die beiden im Verein und im Team aktiv, mittlerweile sind sie beide Vater geworden und ziehen sich aus der Mannschaft zurück. Sie machen so auch Platz für junge Talente wie Lukas Zweifel, Dominic «James» Irniger oder Pascal Meier, auf die man sich bereits freuen kann. Kolb und Marti werden dem Team sicher erhalten bleiben (Druide Kolb hat angekündigt, nach wie vor einmal pro Woche ins Training zu kommen – mal schauen, ob das auch gilt, wenn Sprint-Stafetten statt «Mätchle» angesagt sind). Vielleicht sehen wir die beiden ja dereinst hinter der Bande? Auf jeden Fall gilt es für ihren langjährigen Einsatz schlicht «Merci» zu sagen: DANKE JUNGS! Wenn die #8 von Danny J. Weber ans Hallendach gezogen wurde, dann selbstverständlich auch die #5 von Dani Kolb und die #73 von Mischu Marti. Die beiden mussten natürlich nach dem letzten Spiel auch beim Medienchef antraben – hier das Interview: http://bit.ly/2oqqJup.

Zum ersten Mal Playout-Modus

Ganz zum Schluss sei hier noch kurz auf den neuen Modus eingegangen. Es ist sicherlich begrüssenswert, dass neuerdings der Aufstieg in die höchste Kleinfeldliga mittels einer Serie entschieden wird und die Teams nicht mehr direkt ab- bzw. aufsteigen. So werden früher oder später wirklich die besten Kleinfeldteams in der 1. Liga spielen. Dass diese Spiele sogar über Best-of-5 gehen (während die Playoffs Best-of-3 gespielt werden ...) kommt wohl eher den Oberklassigen entgegen. Was in diesem Jahr allerdings nicht untermauert werden kann, weil Flamatt gegen Rückkehrer Bäretswil 1:3 verlor. Und Spreitis Testspielpartner Riehen muss gegen Emotion Hinwil in ein Entscheidungsspiel. Spreiti ist also der einzige Oberklassige, der sich bislang durchgesetzt hat und auch das einzige Team, das in drei Spielen gewann, worauf man durchaus ein bisschen stolz sein darf. Der Verband hat mit der Einführung dieser Auf-/Abstiegsplayoffs also sicher richtig reagiert. Wo aber noch Potenzial besteht, ist beim Aufgebot der Unparteiischen. Klar: Der Schiri ist tabu und Spreiti hat ja gewonnen – was sollen wir also motzen? Trotzdem muss das angesprochen werden. Die 2.-Liga-Gruppensieger streben den Aufstieg in die 1. Liga KF an. Und in diesen Duellen mit den 1.-Liga-Teams sollen sie sich die Aufnahme in die Spitzengruppe verdienen und sich auch gleich auf diesem Niveau behaupten. Wieso dann bei diesen Vergleichen teilweise Schiedsrichter pfeifen, die sich das Niveau selbst nicht gewohnt sind, ist fragwürdig. Einige der Refs (nicht alle!) waren mit dem Tempo und dem Körperspiel schlicht überfordert und es war nicht der Unterklassige, der sich an die Gangart des Erstligisten gewöhnen musste, sondern umgekehrt. Irgendwie macht das keinen Sinn.

Wie dem auch sei. Spreitenbach bleibt erstklassig und kann sich nun auf die kommende Saison vorbereiten. Im Ligacup geniesst man in den ersten zwei Runden ein Freilos. Aber bereits im Mai versuchen sich die Spreitenbacher Herren wieder im CH-Cup (Grossfeld). Gerüchterweise soll Coach Grubenmann die Ferien nutzen für Gespräche mit allen Zürcher NLA-Grossfeldclubs. Irgendeiner dieser Jungs wird sicher Zeit und Lust für eine Doppellizenz haben? Schade, spielt Spreiti nicht in der anderen Gruppe ... (Wer nicht drauskommt: http://unihockey.ch/blogs/darf-man-das-18813/)

Die Redaktion wünscht einen schönen Sommer! * micdrop * #DASeschspreitebach

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