Kein Atommüll im Bözberg (KAIB)
KAIB und Kanton Aargau gegen Tiefenlager

Sacha Schenker
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An der diesjährigen Jahresversammlung der Bürgerorganisation „Kein Atommüll im Bözberg“ KAIB auf dem Bözberg zeigte sich, dass der Kanton Aargau und KAIB in Sachen Atommülltiefenlager in der Grundhaltung übereinstimmen.

KAIB-Präsident Max Chopard-Acklin gab in seinem Jahresbericht einen Überblick über die vielfältigen Aktivitäten der Organisation und erläuterte noch einmal die grundsätzlichen Punkte zur Ablehnung eines Atommülllagers im Bözberg, die KAIB im Rahmen der Vernehmlassung zur Etappe 2 der Tiefenlagersuche beim Bundesamt für Energie hinterlegt hat. Zur Erläuterung seiner Stellungnahme wurde auch der Kanton Aargau eingeladen.

Kanton Aargau lehnt Tiefenlager ab

Gastreferent Dr. Maurus Büsser, Generalsekretär im Departement Bau, Verkehr und Umwelt BVU des Kantons Aargau, stellte den aktuellen Standpunkt des Kantons dar: Der Regierungsrat lehnt grundsätzlich ein Tiefenlager im Kanton Aargau ab. Beim Standort Bözberg (Jura Ost), hat der Kanton Aargau insbesondere folgende Vorbehalte: Der vorgesehene Standort für eine Oberflächenanlage im Eingangsbereich in Villigen steht im Konflikt zur Weiterentwicklung des Geländes rund um das PSI. Wie KAIB sieht auch der Kanton grosse Probleme im Bereich des Wasserreichtums im Raum Bözberg (Grundwasser/Thermalquellen/Mineralwasser) und fordert die Durchführung gezielter hydrogeologischer Abklärungen. Ferner ist laut Büsser zu befürchten, dass der Bözberg durch die geringe Tiefe und die relativ schmale Mächtigkeit der für die Lagerung vorgesehenen Opalinustonschicht, in der Langzeitbetrachtung Erosionsgefährdet ist.

Vorstösse im Grossen Rat

Die KAIB-Vorstandsmitglieder Elisabeth Burgener und Max Chopard-Acklin hatten jüngst zur Tiefenlagerthematik im Kantonsparlament gemeinsam mit weiteren KAIB-Grossräten zwei überparteilich getragene Vorstösse eingereicht, in denen Sie die Finanzierung eines Tiefenlagers sowie die Demokratietauglichkeit der heutigen Prozesse kritisch hinterfragten. Dabei kam heraus, dass die bisherigen Berechnungen für die Entsorgung des Atommülls nur bis zum Verschluss des Lagers, nicht aber darüber hinaus kalkuliert wurden. Zudem sollen die AKW-Betreiber nach dem Verschluss eines Lagers aus der Verantwortung entlassen und das längerfristige Betriebs- und Kostenrisiko allein beim Bund haften bleiben. Und die Grossräte kritisieren, dass das Bundesverfahren mit einem Demokratiedefizit belastet ist. Ein direktdemokratisches Vetorecht für die von einem allfälligen Tiefenlager direktbetroffene Bevölkerung vor Ort ist bisher nicht vorgesehen. Aus Sicht KAIB fragt sich allerdings, wieso der Aargau als möglicher Standortkanton nicht selbstbewusst die Möglichkeit einer Konsultativabstimmung zur Pulsfühlung bei der eigenen Bevölkerung nutzt, so wie dies bereits der Kanton Jura tat. Die Bevölkerung im Jura durfte sich äussern und sagte am 4. März 2018 in einer Konsultativabstimmung Nein zu einem Atommülltiefenlager Jura Ost.

Wechsel im Vorstand

Nach langjähriger Tätigkeit traten Sandra Fehlmann und Gerhard Wyttenbach aus dem Vorstand zurück, bleiben KAIB aber als aktive Mitglieder treu. Sie wurden mit einem Geschenk und viel herzlichem Applaus verabschiedet. Neu in der Vorstand gewählt wurde Silke Treusch, die auch das Amt der Kassierin ausüben wird.

Im Anschluss an die Jahresversammlung wurde ein Apéro offeriert und die Anwesenden hatten Gelegenheit, die neue KAIB-Sonderausstellung „Sicher ist nur das Risiko“ anzusehen.

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