Pro Senectute Aarau
Irlandreise der Pro Senectute Aarau

21 Englischschüler nahmen daran teil

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Englischschüler der Pro Senectute Aarau trafen sich am Flughafen Zürich. Nach dem Flug nach Dublin wurden wir von Erik, unserem Coach-Chauffeur, herzlich begrüsst. Die Reise ging vorerst westwärts, vorbei an grünen Wiesen mit unzähligen Hecken, an Dörfern mit den typisch satt farbig bemalten Häuschen, über den River Shannon bei der Stadt Athlone nach Galway. Hier bezogen wir Quartier im Hotel Victoria. Auf einem Spaziergang durch die Stadt, geführt von Pia Kündig, begegneten wir dem irischen Schriftsteller Oscar Wilde und seinem Bruder William, allerdings nur in Bronze.

Anderntags besuchten wir den Nationalpark Burren in der Grafschaft Clare. Nach einem feinen Kaffee mit Scones und Kuchen in einem liebevoll ausgestatteten Landhaus starteten wir zu einer Naturexkursion mit Shane, einem Agronom und Parkranger. Apere, verkarstete Hügelzüge mit karger Bewachsung prägen die Landschaft. Ehemalige Gletscher und durch Abholzung bedingte Erosion haben ihr Gesicht geformt. Shane schilderte uns einsichtig und humorvoll die vielfältigen Zusammenhänge zwischen den Pflanzen- und Tiergesellschaften. Danach fuhren wir zu den berühmten Cliffs of Moher an der Küste. Die Klippen fallen zwischen 100 bis 200 m tief in den Atlantik ab. Unzählige Möven, Alken, Lummen und Greifvögel haben ihre Nester hart am Abgrund gebaut. Ein imposantes Touristikzentrum mit Shops aller Art erinnerte uns an Zermatt oder Grindelwald. Den Abend verbrachten wir in einem typischen Galway-Pub mit irischer Livemusik und einem Guiness.

Ein weiterer Ausflug führte uns in die Landschaft Connemara. Das sanfte, hügelige Gelände ist mit unzähligen Steinzäunen durchzogen. Da und dort grasen kleine Gruppen der gescheckten Connemara-Ponys. Wie ein Märchenschloss liegt Kylemore-Abbey ganz romantisch an einem der zahlreichen Seen. Mehrmals sahen wir Torfstiche mit Türmchen von Torfziegeln, die zum Trocknen aufgeschichtet waren. Erstaunlicherweise sollen 2/3 des elektrischen Stromverbrauchs des Landes durch Verbrennen von Torf produziert werden. Dass das Klima trotz wilder Atlantikstürme auch mild ist, zeigten uns unterwegs viele blühende Rhododendron-büsche. Auf der Heimfahrt mit dem Coach legte Eric einmal mehr den wehmütigen Song „Galway-Bay" auf und die letzten paar Kilometer legten wir den Weg entlang der Bay bei prächtigem Wetter zu Fuss zurück.

Bereits war es Donnerstag und auf dem Programm stand der Besuch der Aran Islands. Erstmals war der Himmel bedeckt und grau. Wir schifften uns in Rossaveal auf dem modernen Fährboot ein. Das Schiff steuerte die grösste der drei Inseln, Inishmore, an. Die kargen, kleinen Felder wurden dem Land abgetrotzt, indem man die unzähligen Steine zu Trockenmauern schichtete und so den Humus im Geviert behielt. Sehr eindrücklich war die Fluchtburg „Black Fort" (Dubh Cathair), welche auf einer hohen Klippe mit einem dreifachen Mauerring gesichert wurde und 2500 Jahre alt sein soll. Auf einer Anhöhe stand die kleinste Kirche als Ruine mit einem Innenmass von ca. 2 x 3 Metern. Im Hafenshop von Kilronan hielten die Frauen noch eifrig nach den traditionell gestrickten Sweatern Ausschau.

Wieder schönes Wetter und - goodbye Galway! Unser Coach fuhr wieder ostwärts mit dem Ziel Dublin. In Ballinasloe liessen wir es uns nicht nehmen bei der ältesten Whiskey-Destillerie einzukehren. Kurz vor Dublin hatten wir Gelegenheit, den schönen und liebevoll gepflegten Privatgarten der Familie Dillon zu besichtigen. Die verschwenderische Blumenpracht bewies auch hier, dass das Jahresklima sehr angenehm sein muss. Mit einem Doppelstockbus starteten wir zu einer Stadtrundfahrt, welche uns vor allem wieder baugeschichtliche neue Eindrücke vermittelte.

Den letzten Tag verbrachten wir mit einer Besichtigung des Georgian House, einem Wohnmuseum des 18. Jahrhunderts, das Leben und Wohnen einer begüterten Familie in allen Facetten zeigte. Sehr beeindruckt waren wir vom 'Book of Kells' in der Trinity Collage Library. die wunderbaren mit Malereien verzierten Handschriften der vier Evangelien, welche Mönche aus dem 9. Jahrhundert geschaffen hatten. Am späten Nachmittag besuchten einige die Christ Church Cathedral, um dem geistlichen Evensong zu lauschen.

Zum letzten Nachtessen im Hotel wurden wir mit chinesischer Küche verwöhnt. Wir, die Teilnehmer dieser unvergesslichen Reise, danken Hansjörg Frischknecht und Pia Kündig ganz herzlich für die erlebnisreichen Tage in Irland. (BZ)

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