Gewerkschaft
Industrie-Aktionstag gegen eine Krisenpolitik auf dem Buckel der Arbeitnehmenden

Vor dem Sitz der ALSTOM in Baden wurde am 15. Juni von der Gewerkschaft Unia dagegen protestiert, dass die Arbeitnehmenden die Zeche für eine Krise zahlen sollen, die ihnen verantwortungslose Abzocker und Finanzjongleure eingebrockt haben. Verlangt wurde ein Investitionsprogramm für den Arbeitsplatzerhalt sowie ein Stopp des Leistungsabbaus bei den Sozialversicherungen und den Pensionskassen.

Gewerkschaft Unia Region Aargau-Nordwestschweiz
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Eine Gruppe von 50-60 Arbeitnehmenden und SympathisantInnen hat sich am 15. Juni über Mittag vor der ALSTOM in Baden versammelt. Die von der Gewerkschaft Unia im Rahmen eines gesamtschweizerischen Aktionstags organisierte Protestaktion richtete sich insbesondere gegen drohende Massenentlassungen in der Industrie und gegen happige Sanierungsmassnahmen der Pensionskassen auf dem Buckel der Arbeitnehmenden. Die ALSTOM Pensionskasse will ihre Börsenverluste unter anderem über höhere Arbeitnehmerbeiträge und eine allfällige 0%-Verzinsung für die Arbeitnehmenden finanzieren.
In einer Megaphonansprache vor den Demonstrierenden verlangte Unia-Sekretär und Nationalrat Max Chopard-Acklin, "Keine Nullnummer bei den Pensionskassen" und dass die Krise nicht einfach auf Kosten der Arbeitnehmenden ausgetragen werden darf. Er forderte ein klares Bekenntnis des Bundesrates zum Industriestandort Schweiz mit einem Konjunkturprogramm, das diesen Namen auch verdiene und warnte vor Leistungsabbau bei den Sozialversicherungen in einer Zeit, in der diese besonders gebraucht würden.
In einer Resolution verlangten die Anwesenden schliesslich von Bundesrat, Kantonsregierungen und Arbeitgebern wirksame Massnahmen zur Krisenbekämpfung. Unter anderem forderten sie Investitionen in die Aus- und Weiterbildung, keine Massenentlassungen auf Vorrat und keine Pensionskassensanierungen auf Kosten der Arbeitnehmenden sowie besondere Massnahmen gegen ein Ansteigen der Jugendarbeitslosigkeit.