HSC Suhr Aarau
HSC Suhr Aarau vom Tabellenführer überrannt!

Lukas Wernli
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Bilder zum Leserbeitrag

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Foto Wagner, Siglistorf

Das NLA-Team des HSC Suhr Aarau hat sein frühmorgendliches, fünftes Meisterschaftsspiel der Saison 2014/15 beim Leader Pfadi Winterthur mit 22:33 (11:19) verloren.

Trotz ungewohnter Anspielzeit verfolgten 450 Zuschauer, darunter zahlreiche HSC-Fans, das Spiel in der Eulachhalle 2B. Sie bekamen dabei eine wiederum veränderte "Starting-Seven" des Tabellenschlusslichts zu sehen: Denn mit Nicolas Suter fehlte dem Trainerduo Fend/Frei neben dem rekonvaleszenten Robert Konecnik ein zuletzt gut aufgelegter Rückraumspieler mit Kniebeschwerden, der bisher in allen Partien von Beginn an auflief.

Ihn ersetzte Shooter Patrick Romann, der erstmals in dieser Saison in der Startformation stand. Gegenüber dem Gossau-Spiel ebenfalls neu in der Startformation stand zudem Fabian Studer, der aufgrund seiner Abwehrstärke und des langen Wechsels in der ersten Halbzeit den Vorzug gegenüber Ljubomir Josic erhielt.

Captain Kaufmann schoss dabei zum Auftakt des Spiels den ersten Abschlussversuch unglücklich an den Pfosten, ehe der Gastgeber und Tabellenführer den ersten Konter über den pfeilschnellen Oliver Scheuner zum 1:0 abschloss.

Mathias Kasapidis verwandelte wenig später seinen eigenen Steal im Gegenstoss sehenswert zum 1:1, ehe Pfadi bis zur 10. Spielminute auf 3:1 zu erhöhen vermochte. Dabei stand die HSC-Abwehr im Verbund mit dem gut aufgelegten Martin Pramuk im Positionsspiel von Beginn an sicher, jedoch fielen die Gegentore in zu einfacher Art und Weise im Gegenstoss, den die Pfader in Person ihres schnellen Flügelduos Lier/Scheuner sowie Captain Marcel Hess unnachahmlich sicher und schnell vortrugen.

Die erste Überzahlsituation in der 10. Spielminute, die die Möglichkeit zum Anschluss versprach, bestand daraufhin leider lediglich während eines Angriffs, weil die Fangbewegung von Kreisläufer Kasapidis zu unrecht als Schlag ins Gesicht von Stefan Freivogel interpretiert wurde und ebenfalls mit einer Strafe geahndet wurde.

Martin Pramuk, der zuvor gar bereits den ersten Siebenmeter des Spiels von Kevin Jud entschärfte, verhinderte mit zwei weiteren Paraden aber in der Folge weitere Gegentreffer, ehe Misha Kaufmann in gleicher Art und Weise wie der erste HSC-Treffer von Mathias Kasapidis seinen eigenen Steal im Gegenstoss direkt selber verwertete. So fielen beidseits die ersten Torerfolge ausschliesslich über den Gegenstoss, während sich im geordneten Positionsspiel ein echter Abnützungskampf mit wenig Torerfolgen entwickelte.

Cvetkovic und Lier führten mit ihren Treffern per Siebenmeter und Gegenstoss diese Tradition weiter fort und sorgten damit für den Ausbau der Führung zum 5:2.

Angeführt von den Teamleadern Misha Kaufmann und Mathias Kasapidis biss sich das Team in die Partie und verkürzte bis zur 15. Spielminute wieder auf 4:6, ehe Marvin Lier weitere drei Gegenstösse lief und verwandelte sowie Pfadi-Neuzugang Corovic ebenfalls noch per Siebenmeter traf.

Beim Stand von 5:10 in der 20. Spielminute wechselte das Heimteam daraufhin munter und namhaft durch: Mit Jud, Bajram, Tynowski und Mobiliar-Topskorer Maros kamen vier frische Kräfte, die sich nahtlos ins Pfadi-Spiel integrierten.

Guido Frei und Patrik Fend griffen nach dem zwischenzeitlichen 6:10 durch Kaufmann erstmals mittels Time-out ein. Sie wollten dort wohl das Rückzugsverhalten ihres Teams ansprechen und die Last im Angriff etwas umverteilen, waren doch lediglich Kaufmann und Kasapidis (je 3 Treffer) für die bisherigen Torerfolge verantwortlich.

Leider verfehlte die Auszeit ihre Wirkung aber vollends: Denn Pfadi lief in der Folge richtig heiss, zog innert zwei Minuten und lediglich durch Gegenstösse auf 13:6 davon und überrannte den Aufsteiger so sehr, dass gleich die nächste Auszeit fällig wurde.

Zwar trug sich danach mit Ljubomir Josic endlich ein weiterer HSC-Spieler in die Torschützenliste ein, aber die Flut an Gegenstössen, verursacht durch viele zu harmlose Abschlüsse, technische Fehler und einfache Ballverluste, liess nicht nach. Sie gipfelte gar in der Auswechslung des nach der starken Startphase völlig alleingelassenen Martin Pramuk, der entnervt Youngster Flavio Wick Platz machte.

Bis zur Pause vermochte der Gast dann nach zwischenzeitlichem Zehn-Tore-Rückstand (7:17, 27.) durch Tore von Sarac (2) und Studer noch auf 11:19 zu verkürzen.

Nach dem Seitenwechsel agierte das Team dann mit zwei Kreisläufern, mühte sich zwar weiter im Positionsangriff und im Rückzugsverhalten ab, liess aber kämpferisch nicht nach und Bewies trotz hoffnungsloser Ausgangslage stets Mut und Kampfgeist. Dies wurde mit einigen sehenswerten Treffern, sowie herausgeholten Zeitstrafen und Siebenmetern belohnt.

Nach exakt 45 Spielminuten hatte der Gastgeber beim Stand von 28:14 dann aber dennoch erstmals gar doppelt so viele Treffer erzielt wie der HSC Suhr Aarau, der sich zwar weiter vehement gegen die drohende Niederlage zu stemmen versuchte, der individuellen und auch mannschaftlichen Klasse des eingespielten Tabellenführers aber insgesamt viel zu wenig entgegenzusetzen hatte.

Vor allem Ljubomir Josic vermochte in der Schlussphase noch einige Male zu reüssieren, während viele weitere Abschlüsse mehrerer HSC-Akteure am gut aufgelegten Nationaltorhüter Bringolf scheiterten.

So resultierte am Ende mit dem deutlichen 22:33-Endstand beim souveränen, ungeschlagenen Tabellenersten die vierte Niederlage im fünften Saisonspiel. Dabei trat das Team zudem bereits zum vierten Mal in Folge auswärts an und freut sich nun am kommenden Sonntag, 5. Oktober 2014 auf das zweite Heimspiel der Saison: Ab 17.00 Uhr steht dann im Schachen das Duell gegen den HC Kriens-Luzern auf dem Programm - HOPP HSC!

Pfadi Winterthur - HSC Suhr Aarau 33:22 (19:11)
Eulachhalle 2B, 450 Zuschauer, SR: Stalder/Boskoski, Del: Morell.
Pfadi Winterthur: Bringolf (1. - 60., 18/2 Paraden), Maros (4), Corovic (5), Tynowski (3), Hess (5), Cvetkovic (4/1), Lier (6), Bajram (1), Jud (2/1), Scheuner (2), Svajlen (1), Freivogel, Krieg.
HSC Suhr Aarau: Pramuk (1. - 19., 40. - 50., 10/2 Paraden), Wick (19. - 40., 50. - 60., 2 Paraden), Kasapidis (4), Zuber (2), Sarac (2), Romann (1), L.Strebel (2), P. Strebel (1), Josic (4), Studer (2), Kaufmann (4), Bräm, Buholzer.
Best-Player-Wahl des Gastgebers: Lier (Pfadi), Kaufmann (HSC).