HSC Suhr Aarau
HSC Suhr Aarau scheitert erneut an Yellow Winterthur!

Lukas Wernli
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Bilder zum Leserbeitrag

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Foto Wagner, Siglistorf

Das SHL-Team des HSC Suhr Aarau wurde erstmals in dieser Saison auswärts bezwungen. Beim bisher einzigen HSC-Bezwinger der Spielzeit Yellow Winterthur, der Ende November 2013 mit 29:33 bereits in der Schachenhalle gewann, verlor der NLB-Tabellenführer nun auch vergangenen Samstag in der Eulachhalle mit 35:41.

Die Anfangsphase der Partie gestaltete sich dabei ausgeglichen, was vor allem Mark Schelbert zu verdanken war, der nach zwischenzeitlichem 1:3-Rückstand sein Team praktisch im Alleingang, sehenswert und spektakulär zum 4:4 und später 5:5 heranführte sowie in der 9. Spielminute die erstmalige Führung herbeiführte (6:5).

Während der HSC Suhr Aarau somit vermehrt über die (linke) Aussenbahn zu Torerfolgen kam, fielen die Tore der Gastgeber praktisch nur aus dem Rückraum. Die starken Halbspieler Lucius Graf und Patrick Läng schossen aus allen Lagen und vermochten den Ball dabei teils geschickt, teils glücklich an Abwehr und Torhüter vorbei ins Netz zu buxieren.

HSC-Captain Misha Kaufmann traf daraufhin per Siebenmeter zum 8:8-Ausgleich. Er leitete damit eine dreizehnminütige Phase ein, in der sein Team und er jeweils mit einem Tor in Führung zu gehen vermochten, Yellow aber prompt nachzog und ausglich. Dabei fiel auf, dass das Team von Patrik Fend bedeutend mehr Aufwand für einen Treffer betreiben musste als der Gegner, der weiterhin zu einfache Treffer erzielte.

Fend reagierte darauf und wechselte erstmals die Torhüter (Willimann für Wyss). Josic traf zur abermaligen Führung (10:9) und das Team hielt das Unentschieden trotz erstmaliger Unterzahl. Misha Kaufmann, der die unverständliche Zeitstrafe kassierte und der zuvor noch per Schlenzer sehenswert die 9:8-Führung realisierte, kehrte furios aufs Spielfeld zurück und zeigte sich für das 11:10 und im darauffolgenden Yellow-Angriff für einen Steal verantwortlich.

Neben Läng und Graf agierte ab der 23. Spielminute auch der ehemalige NLA-Spieler Raphael Liniger, der zuvor auch bereits drei Mal vom linken Flügel und einmal per Siebenmeter traf, im Yellow-Rückraum. Mathias Kasapidis fasste sich daraufhin ein Herz und verwertete den eigenen Steal per Gegenstoss zum 13:13, was Oliver Roth zum Anlass nahm, sein erstes Time-Out einzuberufen.

In der Folge verschleppten die Gastgeber das Spielgeschehen zunehmends ein wenig und fuhren, angeführt von Raphael Liniger, längere Angriffe. Das SHL-Team des HSC Suhr Aarau nahm diesen Abnützungskampf aufopferungsvoll und leidenschaftlich an, erlitt dabei aber wohl die grössere Abnützung als der Gegner. Angeführt vom bisher ungewohnt zurückhaltenden Patrick Romann, der fortan gnadenlos Richtung Tor powerte und in einer schwierigen Spielphase vor der Halbzeit für mehrere Treffer und Zeitstrafen durch unwiederstehliche Einzelaktionen verantwortlich war, markierte der HSC Suhr Aarau eindrücklich Präsenz.

Romanns Treffer zum 16:15 in der 26. Spielminute blieb daraufhin jedoch der Letzte der ersten Halbzeit, während die Hausherren den Ein-Tore-Rückstand noch in eine Zwei-Tore-Führung ummünzen konnten - Pausenstand: 16:18 aus Sicht des HSC Suhr Aarau. In der zweiten Halbzeit war also vor allem in der Abwehr eine Steigerung gefordert: 18 teils haltbare Gegentreffer in einer Halbzeit waren eindeutig zu viel, zumal diese praktisch nur über den Yellow-Rückraum und faktisch viel zu einfach zu Stande kamen.

Mark Schelbert eröffnete die Aufholjagd nach dem Seitenwechsel dann mit zwei verwandelten Siebenmetern, ehe Raphael Liniger und Lucius Graf aufdrehten und ihr Team erst mit 21:19 und später mit 22:20 in Führung brachten. Beide Yellow-Akteure spielten gross auf und lieferten sich in dieser Phase praktisch ein Privatduell mit dem nun ohne Rücksicht auf Verluste agierenden Patrick Romann, der allerdings nicht verhindern konnte, dass sein Team in der 44. Spielminute bereits mit 26:22 zurücklag.

Patrik Fend zog sein Time-Out, rotierte die Torhüter erneut und versuchte damit, die Flut an Gegentoren nun endlich abzustellen. Dies gelang jedoch weiterhin nicht wunschgemäss und so realisierten die Gastgeber bereits vier Minuten später ihren dreissigsten Treffer! Zu viel für Fend, der erneut zur Auszeit bat, zumal sein Team in dieser Phase lediglich zwei Tore zu erzielen vermochte.

Das Team agierte in der Phase zwischen den beiden Time-outs zeitweise von der Rolle. Schelbert, der nach seinem Startfurioso und den beiden verwandelten Siebenmetern zu Beginn der zweiten Halbzeit untergetaucht war, leistete sich beispielsweise zwei undisziplinierte, unnötige Abschlüsse und damit Fehlversuche.

Angeführt von den Teamleadern Mathias Kasapidis und Misha Kaufmann kämpfte sich das Team bis auf 30:33 und 31:34 an den Gegner heran. Beide hielten die Hoffnung auf einen Punktgewinn oder Sieg fünf Spielminuten vor Schluss damit am Leben, erhielten aber lediglich noch vom unermüdlichen Patrick Romann tatkräftige Unterstützung. Auch die Auswechselbank und die zahlreichen HSC-Fans leisteten unermüdlich lautstarken Beistand, was die Winterthurer, die auf 36:32 und 37:33 davonzogen, jedoch nicht aus dem Konzept brachte. Letzlich behielten sie erneut bzw. bereits zum zweiten Mal in dieser Saison die Oberhand und gewannen mit 41:35.

Den 18 Gegentreffern der ersten Halbzeit folgten 23 weitere in der zweiten Halbzeit - Damit ist auswärts, auch mit 35 eigenen Treffern, nichts zu holen! Schon gar nicht beim abgeklärten Yellow Winterthur, das keineswegs spektakulär oder gar für einmal über den eigenen Möglichkeiten spielte, sondern vielmehr sich nur auf die eigenen Stärken konzentrierte und diese gnadenlos auszuspielen vermochte. So war der überragende Rückraum mit Lucius Graf (10 Tore), Patrick Läng (9 Tore) und Raphael Liniger (13 Tore) für 32 der 41 Treffer verantwortlich. Schelbert (7), Kasapidis (7), Misha Kaufmann (9) und Romann (8) für 31 von 35 HSC-Treffern. Josic blieb mit drei Toren für einmal blass und der einzige Treffer von Armin Sarac komplettiert dabei das HSC-Skore, welches bei entsprechender Abwehr- und Torhüterleistung eigentlich hätte zu(m) Punktgewinn(en) reichen sollen.

So verliert der HSC Suhr Aarau aber einerseits erneut gegen seinen bisdato einzigen Bezwinger und andererseits auch die alleinige Tabellenführung der NLB-Meisterschaft. Punktgleich mit dem hartnäckigen Verfolger und Kantonsrivalen TV Endingen geht es nun in die spielfreie Länderspielwoche, ehe am 12. April 2014 das Direktduell um den Aufstieg und damit der Showdown gegen den TV Endingen ansteht - Kopf hoch, Jungs - HOPP HSC!

Yellow Winterthur - HSC Suhr Aarau 41:35 (18:16)
Eulachhalle 2B - 120 Zuschauer, SR: Wick/Bernet, Del.: Schär
Yellow: Perisa (4 Paraden), Inauen (12 Paraden), Gehrig, Meili, Riwar, Huber (3), Läng (9), Steiner (1), Oltmanns, Graf (10), Kipili (4), Rüeger (1), Liniger (13).
HSC: Wyss (4 Paraden), Willimann (6 Paraden), Kasapidis (7), Zuber, J. Kaufmann, Sarac (1), Romann (8), Josic (3), Schelbert (7), M. Kaufmann (9), P. Strebel, L. Strebel (n.e.), Aufdenblatten (n.e.).

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