HSC Suhr Aarau
HSC Suhr Aarau feiert Derby-Arbeitssieg

Das SHL-Team des HSC Suhr Aarau hat am frühen Sonntagabend einen 33:27-Arbeitssieg über den Kantonsrivalen aus Siggenthal eingefahren. Zur Pause lag das Team von Trainer Patrik Fend dabei bereits knapp mit 16:15 in Front.

Lukas Wernli
Merken
Drucken
Teilen
Bilder zum Leserbeitrag

Bilder zum Leserbeitrag

Foto Wagner, Siglistorf

Der Start in die Partie war dabei zwar wiederum verhalten, nicht aber gar so dramatisch wie in den Partien zuvor. 0:2 lag der Tabellenführer nach weniger als einer absolvierten Spielminute zurück, ehe Patrick Romann im Folgeangriff das Skore des Heimteams eröffnen konnte.

Vier Minuten später war der schlechte Start in die Partie beim Stand von 1:4 leider dennoch Tatsache. Dies aber nur, weil zwei Mal das Aluminium (Romann und Misha Kaufmann) und einmal Torhüter Boccarelli mit seiner einzigen Parade des Spiels einen Torerfolg verhinderten. Ljubomir Josic besorgte in der siebten Spielminute den erst zweiten HSC-Treffer, ehe der ehemalige Suhrer Meistergoalie Boccarelli mit einem sehenswerten, perfekten Gegenstosspass auf seinen rechten Flügel Marco Schneider ein letztes Mal seine Klasse aufblitzen liess.

Dieser verwandelte Gegenstoss zum 2:5 blieb daraufhin während vier Minuten der letzte Treffer der Gäste, während das Heimteam bis in die 12. Spielminute angeführt von Mathias Kasapidis und Misha Kaufmann auszugleichen vermochte. Die beiden Teamleader waren danach auch für die erste Führung ihres Teams verantwortlich: Kaufmann setzte dabei zwei Mal Kasapidis gekonnt und sehenswert in Szene und der Kreisläufer verwandelte beide Male jeweils souverän - erst zum 8:8-Ausgleich und dann in der 16. Spielminute gar zur erstmaligen 9:8-Führung.

Diese drehten die Gäste jedoch wieder in einen 9:10-Rückstand, den Misha Kaufmann mittels Siebenmeter wenig später wiederum auszugleichen vermochte. Auch der 11:11-Ausgleichstreffer, nach zwischenzeitlicher 11:10-Führung des Kantonsrivalen, besorgte der Captain in unnachahmlicher Art und Weise, ehe der frische Nicolas Suter sich in der 22. Spielminute zur neuerlichen 12:11-Führung powerte.

Torhüter André Willimann zog in diesen Spielminuten eine starke Phase ein, die es dem Team erstmals ermöglichte bis auf zwei Tore davon zu ziehen (14:12 in der 26. Spielminute). Ein ungemein schöner Moment stellte dabei der 14. HSC-Treffer dar, der durch den über ein Jahr verletzten Joel Kaufmann erzielt wurde, der erst seit Anfang Jahr wieder alle Trainingseinheiten und Wettkämpfe mitbestreiten kann und dabei wenig später gleich auch noch den 15. HSC-Treffer nachlegte.

Weil die HSG Siggenthal aber innerhalb von nur zwei Spielminuten abgeklärt auf die Zwei-Tore-Führung der Gastgeber reagierte, lag der HSC Suhr Aarau zur Spielhälfte lediglich knapp mit 16:15 in Front.

Unmittelbar nach Wiederanpfiff drehte dann Patrick Romann unwiederstehlich auf: Der 20-Jährige markierte die Treffer Nummer 18 und 19 für sein Team und setzte beim 20. Torerfolg zudem Kreisläufer Kasapidis mit dem finalen Pass sehenswert in Szene. Der Tabellenführer vermochte sich so kontinuierlich etwas von den hartnäckigen Gästen zu lösen und führte in der 42. Spielminute, wiederum durch einen Treffer von Patrick Romann, nun bereits mit 23:19.

Der starke Start in den zweiten Durchgang gipfelte im 24:19 durch Misha Kaufmann, der mittels Energieleistung erst den Ballgewinn realisierte und daraufhin gnadenlos den Gegenstoss fuhr und einnetzte. Die Gäste aber liessen sich dennoch nie unterkriegen oder gar einschüchtern und realisierten in der 50. Spielminute den erneuten 26:23-Anschluss durch den starken Regisseur Daniel Merz.

Überhaupt führte der jüngere Bruder des ehemaligen HSC-Torhüters Andreas während der gesamten Spielzeit gekonnt und eindrücklich Regie. Am Ende fehlten ihm und seinem dezimierten Team allerdings die Kraft um den HSC Suhr Aarau nochmals entscheidend in Bedrängnis zu bringen. Das Heimteam feierte so einen 33:27-Arbeitssieg im letzten Derby-Heimspiel der Saison 2013/14 und verbleibt damit weiterhin an der Tabellenspitze der NLB-Meisterschaft.

Am kommenden Samstag, 01. März 2014 gegen den TV Zofingen gilt es diese bereits nächstmals zu vertreidigen. Der Anpfiff in der Zofinger BZZ erfolgt dabei am 17 Uhr.

Die Stimmen zum Spiel
Von Peter Szilagyi (Trainer HSG Siggenthal): "Das Derby war für Schweizer Verhältnisse hart geführt. Für meine Verhältnisse hätte es aber noch ein wenig härter sein dürfen. Dann hätten wir wohl auch besser zu unserem Spiel gefunden und bis zum Schluss mit dem favorisierten HSC Suhr Aarau mithalten können!"

Auf die Frage, was den Ausschlag gegeben hat?
Peter Szilagyi: "Wir haben es wie erwähnt nicht geschafft, wie gewollt zu unserem Spiel zu finden. Hätten wir die nötige Härte und Leidenschaft zu 100% auf den Platz gebracht, wäre hier mehr drin gelegen - am Ende aber bleibt uns nichts anderes übrig, als dem HSC Suhr Aarau zum Sieg zu gratulieren!"

Daniel Merz (Best-Player HSG Siggenthal): "Wir sind dezimiert angereist und haben uns vorgenommen hier unbeschwert aufzuspielen. Wir hatten nichts zu verlieren, konnten aber leider nicht während der ganzen Spielzeit mithalten!"

Auf die Frage, wie sehr dabei Shooter Marius Moser fehlte?
Merz: "Klar fehlte uns Marius und dessen Wurfkraft aus dem Rückraum enorm. Wären aber nicht auch noch der zweite und dritte Rückraum Linke ausgefallen, hätten wir dies zumindest wohl einigermassen kompensieren können. So aber ging uns nach 50 Spielminuten auch zunehmends die Luft aus!"

Patrik Fend (Trainer HSC Suhr Aarau): "Mit dem Sieg dürfen wir in erster Linie einmal wie immer zufrieden sein. Ziel erreicht also - aber mir als Trainer liegt vor allem auch das Team am Herzen und wie es das während der Woche vorgenommene und einstudierte umsetzt - dies ist uns heute teilweise sehr gut gelungen, teilweise wurde uns aber auch aufgezeigt, was es noch zu verbessern gilt!"

Auf die Frage, ob er sich mit seinem Team denn auf so eine harte Partie eingestellt hatte?
Patrik Fend:
"Klar, wir wissen das Siggenthal viel mit Kampf und Leidenschaft zu bewegen vermag. Dies zu unterbinden ist besonders auswärts extrem schwer. Rein handballerisch spielen sie ähnlich wie wir - am Ende gibt uns jeder Sieg, und besonders jeder Derby-Sieg, extrem viel Moral für die kommenden Aufgaben!"

Misha Kaufmann (Best-Player HSC Suhr Aarau): "Ich bedanke mich für die heutige Auszeichnung, möchte aber erwähnen dass es heute ein Anderer mehr verdient hat hier am Mikrofon zu stehen und die Fragen zu beantworten: Mathias Kasapidis hat heute vor allem in der Abwehr unglaubliches geleistet und darum übergebe ich ihm nun gerne das Mikrofon!"

Mathias Kasapidis: "Kompliment ans Team, wir wussten, dass es heute nicht einfach werden würde - wir haben dies aber souverän gelöst und unseren Plan konsequent durchgezogen. Die Kombination aus dem harten, intensiven Spiel verbunden mit dem Derby-Charakter macht es uns auch mental nicht einfach zu bestehen - umso schöner haben wir es heute ein weiteres Mal geschafft!"

Roli Marti (vor dem Spiel offiziell als Fanclub-Verantwortlicher verabschiedet): "Es war ein super Spiel mit fantastischer Stimmung, zu der auch die Gäste einen grossen Teil beitrugen - herzlichen Dank dafür! Ich wünschte mir, dass es mehr solcher Spiele und vor allem immer eine solch tolle Ambiance gäbe. Ich durfte wundervolle Jahre und Spiele mit toller Atmosphäre erleben - nun trete ich als zweifacher Familienvater etwas kürzer. Zuletzt möchte ich mich bei allen Handball-Schiedsrichtern der Schweiz hiermit noch entschuldigen - zu Gegnern war ich wohl nie extrem unangenehm, zu den Unparteiischen wohl doch einige Male - sorry!"

HSC Suhr Aarau - HSG Siggenthal 33:27 (16:15)
Schachenhalle Aarau - 635 Zuschauer - SR: Nagel/Joss, Del: Andreoli
HSC: Willimann (1. - 60., 12 Paraden), Kasapidis (5), Suter (2), J. Kaufmann (3), Romann (5), L. Strebel (2), Josic (6), Schelbert (1), M. Kaufmann (8), P. Strebel (1), Siegenthaler, Aufdenblatten, Wyss (alle nicht eingesertzt).
HSG: Bocarelli (1. - 23. & 54. - 60, 1 Parade), Aeberhard (23. - 54., 8 Paraden), Anderes (1), Lässer (2), Moser (3), Hayoz (4/3), Schneider (5), Imobersteg (4), Merz (4), Mathys (4), Bürli, Stojakovic.
Beste Spieler: M. Kaufmann, Kasapidis (HSC), Merz, Imobersteg (HSG).