HSC Suhr Aarau
HSC Suhr Aarau erzittert sich Unentschieden in Birsfelden!

Das SHL-Team des HSC Suhr Aarau hat am frühen Samstagabend des 5. Dezember 2015 im 12. Meisterschaftsspiel der Saison in Birsfelden lediglich ein 27:27-Unentschieden erspielt - bereits zur Pause stand die Partie dabei 13:13-Unentschieden.

Lukas Wernli
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Ljubomir Josic und der HSC Suhr Aarau müssen sich mit einem Punkt begnügen.

Ljubomir Josic und der HSC Suhr Aarau müssen sich mit einem Punkt begnügen.

Foto Wagner, Siglistorf

Trotz der Möglichkeit mit dem letzten Angriff sogar noch beide Punkte zu gewinnen, handelt es sich beim Unentschieden dabei letztlich klar um einen erzitterten bzw. gewonnenen Punkt!

Vor lediglich 100 Zuschauern startete das SHL-Team des HSC Suhr Aarau aufgrund der anhaltenden Verletzten- und Angeschlagenenliste mit Junior Nico Schwab im Abwehrzentrum in die Partie, der dort seine rekonvaleszenten Kreisläuferkollegen Lukas Strebel und Martin Prachar vertrat, während der zuletzt verletzte und zum Zuschauen verdammte Beau Kägi erfreulicherweise in den Kader zurückkehrte, dem mit Tim Aufdenblatten und Patrick Strebel zwei weitere, grob angeschlagene Spieler angehörten.

Freches Birsfelder Team

Die Hausherren traten dabei von Beginn an unbekümmert und frech auf und führten so schnell mit 3:0, ehe ein sehenswerter Flieger von Linkshänder Robert Konecnik auf Captain Misha Kaufmann in der 3. Spielminute, der Partie auch endlich das erste HSC-Tor bescherte. Via 2:4 fand das SHL-Team des HSC Suhr Aarau bis zur 6. Spielminute mit dem 4:4-Ausgleich ganzheitlich Anschluss, wobei die Gastgeber in der Folge dennoch weiter unbeirrt mit einem oder gar zwei Toren vorzulegen und der HSC Suhr Aarau angeführt von Leader Misha Kaufmann nachzuziehen bzw. höchstens auszugleichen vermochte.

Das von Fehlern geprägte Spielgeschehen, bei dem das HSC-Team zudem grosse Mühen bekundete, seine Aktionen mit der nötigen Konsequenz und in hohem Tempo vorzutragen bzw. dabei eher unkonzentriert und überhastet agierte, zwang Cheftrainer Markus Jud früh, seine angeschlagenen Spieler zu forcieren, die er im Hinblick auf die beiden bevorstehenden, abschliessenden Heimspiele im Jahr 2015, bei entsprechendem Spielstand, wohl lieber geschont hätte.

Die Gastgeber traten dabei äusserst hartnäckig auf, ihr Spiel wirkte aber dennoch auch berechenbar - spielten sie beispielsweise in Drucksituationen den Ball vermehrt in Richtung Kreisläufer. HSC-Rückhalt Martin Pramuk hatte dabei früh eine gute Bindung zum Spiel und vermochte sich vermehrt auszuzeichnen. An den mehreren Abprallern, die der TV Birsfelden erhielt und erfolgreich verwertete, war unter anderem aber leider die Unkonzentriertheit seiner Vorderleute dennoch augenscheinlich festzustellen und festzuhalten.

Fehlerhaftes Spiel der Gäste

Zudem produzierte das Team ungewohnt viele Fehler und rannte so beinahe permanent einem Rückstand hinterher. Überraschend war dabei auch, dass es dem Team leider nicht vollumfänglich gelang, den Schalter umzulegen und dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken - via 10:10, 11:11 und 12:12 erfolgte zwar jeweils immer der prompte Ausgleich, die erstmalige Führung blieb dem Team dabei aber jedoch bis zur Pause weiter verwehrt (13:13-Pausenstand).

Gleich nach dem Seitenwechsel, nach dem Tobias Wipf neu das Tor hütete, aber entstand diese dann endlich mit dem ersten Angriff. Und als Joel Bräm diese in Überzahl schnell und spielend gar zum 15:13 ausbauen konnte, schien die Wende vermeintlich eingeleitet, zumal sich das Spiel bis zum 17:15 in der 36. Spielminute weiter erfolgreich und linear entwickelte. Mit der zweiten Zeitstrafe gegen Patrick Romann, dessen Hinausstellungen wiederum schlichtweg keine waren, drehte die Partie jedoch schnell wieder zu Gunsten der Birsfeldener. Sie verwandelten dabei den 15:17-Rückstand in Überzahl agierend und von den HSC-Fehlern profitierend cool zwischen der 36. und 39. Spielminute bzw. innert nur drei Minuten in einen 19:17-Vorsprung aus ihrer Sicht.

Sichtlich beeindruckt und ratlos vermochte das SHL-Team des HSC Suhr Aarau in der Folge einige Siebenmeter zu generieren, die Misha Kaufmann, der zudem gewohnt sehenswert und effektiv den treffsicheren Stevan Kurbalija am Kreis in Szene setzen konnte, sicher verwertete. So fielen die Tore beidseits nun immerzu nach dem selben Muster, wobei Birsfeldens halblinker Thierry Sebele dabei ungewohnt viele Freiheiten genoss, die er jeweils für einfache Torerfolge nutzte und so den Weg zum 24:21 bis zur 50. Spielminute ebnete.

HSC-Cheftrainer Markus Jud hatte erneut genug gesehen und war nun zum Handeln gezwungen, denn der angepeilte, vermeintliche Pflichtsieg rückte in immer weitere Ferne. Nach seinem Time-Out deckte Beau Kägi entsprechend den Rückraum-Rechten kurz und Tim Aufdenblatten kehrte in die Abwehr zurück, während der Torhüterwechsel zurück zu Martin Pramuk erst fünf Minuten später bzw. vor Schluss beim Stand von 24:27 erfolgte.

Die Sensation vor Augen

Birsfelden wuchs dabei bis dato über sich hinaus und spielte sich gar in einen Rausch. Die Sensation vor Augen kam deren Unerfahrenheit in den entscheidenden Spielszenen dann aber dennoch zum Ausdruck. Hätte Timon Mikula dabei seinen insgesamt fünften Siebenmeter Ende der 56. Spielminute nämlich verwandelt, wäre das Spiel wohl beim Stand von 28:25 beinahe entschieden gewesen. So aber gelang den Hausherren in den letzten sechs Spielminuten kein Torerfolg mehr, während sich der HSC Suhr Aarau, in den Schlussminuten aufgrund der roten Karte (3 Zeitstrafen) gegen Patrick Romann weiter dezimiert, beinahe mit dem Mute der Verzweiflung final zurück zu kämpfen und die Partie zum 27:27 auszugleichen vermochte.

Danach blieb dem Team gar nach erneutem Ballgewinn noch knapp eine Minute Zeit, vermeintlich vorentscheidend mit 28:27 vorzulegen bzw. zumindest fix den Punktgewinn zu sichern. Weil jedoch keine zwingende Torchance mehr herausgespielt werden konnte war am Ende das 27:27-Unentschieden, das sich für den TVB anfühlte wie ein Sieg und für den HSC Suhr Aarau wie eine Niederlage, bittere Tatsache.

Trotz der Möglichkeit, am Ende gar noch beide Punkte mitzunehmen, handelt es sich dabei schlussendlich klar um einen gewonnenen, weil erzitterten Punkt - die Hausherren hätten nämlich den Sieg mehr verdient gehabt, feierten aber dennoch gemeinsam und verdient die kleine, gemeinsam realisierte Sensation.

Für das SHL-Team des HSC Suhr Aarau bleibt indes nur wenig Zeit, diese gefühlte Niederlage zu verarbeiten - bereits am kommenden Sonntag, 13. Dezember 2015 erwartet es nämlich um 17.00 Uhr den TV Endingen zum ewigen Aargauer Derby-Duell und Spitzenspiel sowie zur hoffentlich prompten Rehabilitation und Trotzreaktion im Schachen.

Hier finden Sie den Liveticker und das Matchblatt.

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