Tennisclub Rheinfelden
Historischer Erfolg für den Tennisclub Rheinfelden

Robin Carrard
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TCR-Fanionteam schafft Durchmarsch von der 3. Liga in die Nationalliga C Captain Fabrizio Petraglio führte seine Mannschaft mit drei Aufstiegen von der 3. Liga in die Nationalliga C.
TCR-Fanionteam schafft Durchmarsch von der 3. Liga in die Nationalliga C Das Rheinfelder Eigengewächs Jonas Rinderknecht bei einem Volley im entscheidenden Aufstiegsspiel.
TCR-Fanionteam schafft Durchmarsch von der 3. Liga in die Nationalliga C Aufstiegshelden (oben v.l.n.r): Michel Baumann, Marino Hoehnke und Jonas Rinderknecht. Unten v.l.n.r.: Cornel Prinz, Fabrizio Petraglio und Marco Fütterer. - Es fehlt: Raphael Zimmermann.

Der Tennisclub Rheinfelden steigt zum ersten Mal in seiner 91-jährigen Vereinsgeschichte mit der Herren-Mannschaft in die nationale Spielklasse auf.

Lange Jahre galt die erste Aktiv-Mannschaft beim Tennisclub Rheinfelden als launige Fahrstuhltruppe mit vielen personellen Wechseln. Erst nachdem die Equipe vor drei Jahren einmal mehr chancenlos in die tiefste Liga abgestiegen war, fand ein radikales Umdenken statt. Als Captain wurde «Rückkehrer» Fabrizio Petraglio gewonnen. Er formte eine heterogene Auswahl, bestehend aus arrivierten Kräften und hungrigen Nachwuchstalenten, zu einer verschworenen Einheit, die den sofortigen Wiederaufstieg realisierte - mit 44 von 45 möglichen Punkten. Ein Jahr später zählten auch die Tennistrainer Michel Baumann und Marcel Locher (wieder) zum Team, das die Basler Traditionsclubs BLTC und Old Boys in den Promotionsrunden zur 1. Liga besiegte. Nach zehn Jahren war das Rheinfelder Fanionteam dank einer Rückbesinnung auf Identifikation und Leistungsbereitschaft zurück in der höchsten Regionalliga. «Inzwischen haben wir eine gute Mischung aus Jung und Alt. Der Spass als Gruppe steht im Zentrum und wir wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können», so Petraglio zum Erfolgsgeheimnis.

Wichtiger Heimvorteil

Im Hinblick auf die aktuelle Spielzeit wurde das Kader mit Marco Fütterer nochmals verstärkt, was sich sogleich in den Ergebnissen niederschlug. In der Gruppenphase wurden Allschwil (9:0), Stansstad (8:1) und Menziken (7:2) souverän bezwungen, ehe auch Rohrdorferberg (6:3) und Old Boys Basel (5:1) in den Aufstiegsduellen chancenlos blieben. «Wir wussten, dass wir eine starke Mannschaft sind. Zudem hatten wir das nötige Glück, dass die Kontrahenten im Aufstiegsrennen nicht immer in Bestbesetzung antraten», sagt Captain Petraglio auch in Anspielung auf das Entscheidungsspiel gegen Peseux, welche ohne ihre «Geheimwaffe» Alexis Klegou nach Rheinfelden reisten. Der 27-jährige Davis-Cup-Spieler aus Benin - momentan auf Rang 917 in der Weltrangliste zu finden - war einzig zu Saisonbeginn eingesetzt worden. Dass das Finalspiel im heimischen Engerfeld ausgetragen wurde, erwies sich ebenso als nicht unbedeutender Vorteil, denn: «Der Dank gilt auch allen Zuschauern, welche uns unterstützt haben», so Tennistrainer Michel Baumann, dessen Auftritt zu einem spektakulären Steigerungslauf avancierte.

Grosse Willensleistung

Vor erfreulicher Kulisse sorgten Marino Hoehnke und Cornel Prinz schnell für die ersten Rheinfelder Punkte, ehe sich Fabrizio Petraglio und Jonas Rinderknecht in ihren Einzeln geschlagen geben mussten. Derweil lieferte sich Baumann auf dem vordersten Platz einen epochalen Kampf mit seinem höher klassierten Gegner aus der Romandie. Zwischenzeitlich nur noch einzelne Punkte von der Niederlage entfernt, siegte Baumann - getragen von einem frenetischen Publikum - nach drei Stunden dank einer grossen Willensleistung. Es war der Schlüssel zum Aufstieg, denn der abschliessende Erfolg von Marco Fütterer sorgte somit für einen komfortablen Vorsprung vor den finalen Doppelpartien. Dort war das Duo Fütterer/Hoehnke im Eilzugstempo für den goldenen Punkt besorgt, der den historischen Aufstieg in die Nationalliga C fixierte. Am Ende führten zwei weitere Doppelsiege zu einem klaren 7:2-Heimsieg gegen Peseux. «Wir sind selbst überwältigt, dass wir den Durchmarsch geschafft haben», so Petraglio, der den entscheidenden Vorteil in der Ausgeglichenheit der Mannschaft mit drei R2-Spielern ortete.

Aufstieg bestätigen

Ausserdem waren Hoehnke und Prinz als sichere Werte auf den hinteren Positionen zu sehen. Beide Spieler blieben - wie auch Baumann und Fütterer - über die gesamte Saison ungeschlagen. Überhaupt sind die statistischen Werte beeindruckend: In den letzten drei Spielzeiten siegte das TCR-Fanionteam in allen 16 Vergleichen und gewann insgesamt 120 von 135 Einzelmatches, woraus der Durchmarsch in die Nationalliga C resultierte - ein Novum in der langen Geschichte des grössten Fricktaler Tennisclubs. «Natürlich wollen wir nicht direkt wieder absteigen, sondern unseren Platz in der nationalen Gruppe rechtfertigen», sagt Petraglio, doch die Planungen für die kommende Interclub-Saison sollen erst zu einem späteren Zeitpunkt intensiviert werden. Zuerst gilt es, den historischen Erfolg zu geniessen.