Hauswirtschaft Aargau
Hauswirtschaftliche Betriebsleiterinnen auf dem Bau

Thomas Gutmann
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Bilder zum Leserbeitrag

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Die Erfa-Gruppe Aargau der hauswirtschaftlichen Betriebsleitenden besuchte an ihrem Frühjahrstreffen am 26. Februar 2015 die St. Josef-Stiftung in Bremgarten, um Einblick zu erhalten in das im Bau befindliche Wohnprojekt „Falling Water“.

Karin Loosli, Assistentin des Leiters Ökonomie, begrüsste die Teilnehmenden und gab ihnen einen Überblick über das Projekt, welches das aktuelle Wohnheim ablösen wird. Nach Spatenstich am 17. Oktober 2013 und Rohbau-Fertigstellung im Oktober 2014 ist der Bezug des Gebäudes auf Oktober 2015 vorgesehen. Alle zwölf Wohngruppen aus dem bisherigen Zentralgebäude werden in den Neubau zügeln: auf jedem der sechs Obergeschosse hat es zwei Wohnungen mit je sieben Einzelzimmern. Die Wohnungen werden neben den Zimmern über einen Wohnraum und kleinere Sitzecken verfügen sowie über eine Küche, Nasszellen und ein Büro. Jede Wohnung verfügt zudem über einen Balkon. Dieser wird nach aussen nicht mehr (wie die Balkone des alten Gebäudes) mit Gitternetzen gesichert, sondern mit vertikalen Glaslamellen. „Falling Water“ ist lediglich der Projektname – am 19.März, dem Josefstag, soll der mittels eines Wettbewerbs erkorene Name des neuen Gebäudes bekannt gegeben werden.

Nach der theoretischen Einführung anhand von Folien und Plänen durfte die Gruppe, geführt von Peter Weber, Leiter Ökonomie und Mitglied der Stiftungsleitung, den Neubau besichtigen. Der Rundgang begann im Untergeschoss. Dieses ist unterirdisch durch einen Verbindungsgang mit dem Zentralgebäude verbunden. Es enthält ein Therapiebad, einen gedeckten Vorplatz, eine Tiefgarage mit vierzig Einstellplätzen, einen Therapie-Mehrzweckraum und den Raum, in welchen der Abwurfkanal für die Schmutzwäsche und den Abfall mündet. Als Gestaltungselement fallen die mit vertikalem Zick-Zack-Reliefmuster gestalteten Betonwände auf. Im Erdgeschoss sind Räume für den medizinischen Dienst und die Administration geplant sowie eine durch eine grosse Fensterfront sehr hell gehaltene Eingangshalle, von welcher aus per Lift die Wohnungen zu erreichen sind. Auch in die Wohnungen gelangt durch grosse Fenster viel Helligkeit.

Fortlaufend erläuterte Peter Weber sachkundig die verschiedenen architektonischen und bautechnischen Besonderheiten, so die in allen Räumen im ganzen Haus installierte Sprinkleranlage für den Brandfall, die höhenverstellbaren Badewannen und WCs oder die Schallschluck-Elemente an den Decken. Mit Freude wies er auf die schönen Fensterrahmen hin, von welchen der Fensterbauer gesagt habe, das seien keine Fensterrahmen, sondern Möbel! Während vom Grundriss her die Wohnungen auf allen Etagen gleich gehalten sind, werden im ersten Stock zusätzliche Installationen gemacht. Da immer mehr Bewohnende auf Sauerstoffzufuhr angewiesen sind, werden die Zimmer auf dieser Etage spitalmässig mit Sauerstoffanschlüssen ausgerüstet.

Schmunzelnd liess Peter Weber in seine Erklärungen immer wieder Müsterchen einfliessen, wie sie von der Ökonomie her mit dem Architekturbüro Meyer Gadient um praktische Lösungen rangen – so etwa, als dieses aufzeigen musste, dass die für die Sitzungszimmer am alten Gebäude vorgesehene Verzierung das Reinigen der Fenster nicht verunmöglicht.

Die weitere Nutzung des alten Gebäudes stehe erst zum Teil fest, antwortete Peter Weber auf entsprechende Fragen: Der Empfang, das Restaurant Jojo, die Grossküche und die Wäscherei blieben bestehen. Die Küche müsse vergrössert werden, da für den Essenstransport durch den unterirdischen Verbindungsgang ins neue Wohngebäude Warmhaltewagen angeschafft werden müssen. Was mit den oberen Stockwerken geschehen solle, darüber mache sich eine Arbeitsgruppe Gedanken. Auf jeden Fall sei die Hausinstallation nach 45 Jahren verbraucht und müsse gänzlich erneuert werden.

Nach der interessanten Führung gab Karin Loosli noch einen kurzen Überblick über das gesamte Raumangebot der Stiftung, dann folgte ein allgemeiner Gedankenaustausch, u.a. zu Fragen der Ausbildung hauswirtschaftlicher Fachkräfte, bevor die Gruppe ins Restaurant Jojo wechselte und mit Kaffee und Gebäck verwöhnt wurde. Claudia Dammann, Organisatorin der Treffen der HBL-Erfa-Gruppe Aargau, dankte im Namen aller Teilnehmenden Peter Weber und Karin Loosli für die Gastfreundschaft und den informativen und anregenden Nachmittag.