Neue Kantonsschule Aarau
Grosserfolg für die Neue Kantonsschule Aarau

Romeo & Julia als Grosserfolg im Zelgli

Marcel Siegrist
Drucken
Teilen

Sechs ausverkaufte Vorstellungen mit über tausend Zuschauern sind ein beachtliches Kompliment für die Theatergruppe und Musikensembles der Neuen Kantonsschule Aarau. Die zeitgenössische Adaption von Shakespeares Romeo & Julia wurde vom Publikum begeistert aufgenommen. Theatergruppe, Jazz Vokalistinnen und musikbegeisterte Lernende der Neuen Kantonsschule Aarau (NKSA) haben gemeinsam ein Musiktheater mit über sechzig Mitwirkenden auf die Beine gestellt. Einstudiert wurde das Stück an zwei Wochenenden, in einer Lagerwoche in Contra (TI) und einer Intensivwoche an der NKSA. Eine anstrengende, aber letztlich für alle Beteiligten begeisternde Zeit, die in den zwei Wochen der Aufführungen ihren Höhepunkt fand.
Nachwuchsautor adaptierte hakespeare Schüler und Nachwuchsautor Daniel Ballmer verlegte die Handlung von Romeo und Julia kurzerhand an ein modernes deutsches Gymnasium namens «Willhelmianum». Ballmer fand Unterstützung beim Komponisten und Schriftsteller Ruedi Debrunner und beim Theaterpädagogen und Germanisten Beat Knaus. Eine Handlung mit alternativem Ende. Die jungen Talente boten dem Publikum somit einen Klassiker in neuem Gewand. Die Tragikomödie begeisterte nicht zuletzt mit skurrilen Momenten und modernen Charakterköpfen. Selbstverständlich funkte es auch am Willhelmianum zwischen Rolf Montag (Künstlername Romeo)
und Julia Capulet. Romeo sah sich zum Beispiel aber nicht von Pater Lorenzo beraten. Diesen Part übernahm am Willhelmianum der zwangsneurotische
Schulpsychologe Dr. Laurentz. Nicht ein schöner Jüngling machte dem Romeo die Julia
streitig, sondern ein reicher Schnösel. Die verfeindeten Schülergruppen bekamen bald
Wind von der Liebelei und so liess auch am Willhelmianum
das böse Ende nicht lange auf sich warten. Dr. Laurentz, psychoaktiven Substanzen nicht abgeneigt, schuf Abhilfe. Er nahm das Publikum mit auf einen Trip zu einem alternativen Ende: übertrieben glücklich und einsichtig zeigten sich die Feinde, fielen sich plötzlich in die Arme und feierten die Heirat des jungen Schülerpaares. Kommentiert und besungen wurde das Stück durch die originalen Romeo und Julia, welche die Aufführung verfolgten und sich - nach vierhundert Jahren - sehr kritisch über Schule, Inszenierung und Liebe äusserten. Ihr Fazit: tot ist tot. (bkn/rde)

Aktuelle Nachrichten