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Gossartiger Triumpf in Berikon

Juniorinnen gewinnen das Hallenturnier des FC Mutschellen

Marcel Siegrist
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HPF Was sich nach Abschluss des Turniers in Lenzburg, einem 4. Rang, als Mini-Erfolg oder beinahe als leise Enttäuschung nennen liess, entpuppte sich in der Folge als wahres, intensives Einlaufen. Bis zur Finalissima auf dem Mutschellen hatte die Mannschaft von Heinz Pfenninger am gestrigen Sonntag 11 Spiele in den Beinen. Wer gedacht hatte, die Mädels müssten nun Tribut zollen für die hohen Anstrengungen, der sah sich enorm getäuscht. Nun aber der Reihe nach.
Beim Schloss-Cup in Lenzburg, in der wunderschönen Sporthalle der Berufsschule Neuhof, kamen die Speuzer Juniorinnen zu 2 Siegen gegen Zuchwil und Hitzkirch sowie 2 Unentschieden gegen das Team Aargau Mitte und Cham. Das bedeutete in diesem gut dotierten Teilnehmerfeld den Gruppensieg.
Im Viertelfinal konnten die Erlinsbacherinnen den FC Freienbach mit 2:1 besiegen und stiessen so in den Halbfinal vor. Wie schon am Turnier vor Weihnachten in Reinach traf man in dieser K.-o.-Runde auf den Meisterschafts-Konkurrenten aus Aarburg. Viel Einsatz, viel Abschlusspech führten dazu, dass ein weiteres Mal die Aarburgerinnen den Platz als Sieger verlassen durften. Es scheint, als ob die spezielle Freundschaft zwischen diesen beiden Teams nicht alle Reserven bei den Erzbachtalerinnen entlocken lässt. Der kleine Final, eine Neuauflage des Gruppenspiels, damals noch 4:1 siegreich, wurde nach hartem Kampf im Penalty-Schiessen 1:3 gegen Hitzkirch verloren.
Siegerehrung - Verpflegungspause - und weiter ging es mit dem Mannschaftsbus, gesponsert von der Aare Parking AG, Aarau, zum Turnier auf den Mutschellen, wo die Mädels, wie am Morgen in Lenzburg, ebenfalls das Eröffnungsspiel des Juniorinnen-Turniers austragen darf. Nachdem die Verletzungshexe etwas zugeschlagen hatte und nicht alle Spielerinnen den Transfer von Lenzburg nach Berikon mittun konnten, wurden die Jüngsten des Teams, Marielle und Olivia, nachnominiert. So wurden die beiden Nesthäkchen gleich in die Taktikliste miteinbezogen. Es schien, als würden die beiden mit ihrer Anwesenheit und ihrem Engagement die ganze Truppe dazu aufmuntern, neue Kräfte zu generieren. Dem 2:0 gegen den FC Mutschellen folgte ein 4:0 gegen Bremgarten b. Das abschliessende Remis gegen den FC Bülach bedeutete wiederum der Gruppensieg! Unsere Torgaranten Jasmin und Désirée, sowie einmal Besa, steuerten wieder herrliche Treffer bei, welche auch den Speaker hinzureissen vermochten. Zwischenzeitliche Verletzungspausen zwangen den Trainer immer wieder zu kleineren Umstellungen, welche die Mannschaft jedoch ausgezeichnet zu bewältigen wusste. Der Halbfinal stand bevor, die Taktik wurde besprochen und den weniger erfahrenen Spielerinnen erklärt, dass sie bei engem Spielgeschehen eventuell nicht zum Einsatz kommen werden. 2:1 siegten die Erlinsbacherinnen gegen Döttingen, Jasi und Désirée waren für die Treffer verantwortlich, und so wurde geschafft, was man nicht unbedingt erwarten konnte. Doch die Mädels haben jederzeit daran geglaubt und alles abverlangt von ihrem Körper; FINALE olé ̈!
Nun wollten die Girls den Sieg. Ein starkes Bremgarten a, welches sie vor Wochenfrist in Waldshut im kleinen Finale 3:2 besiegten, stand wieder auf der Gegenseite. Wie in der Champions League, mit Musik, wurden die Akteurinnen namentlich aufgerufen und dem Publikum vorgestellt. Die Halle tobte, es herrschte eine einzigartige Atmosphäre. Das durften die Mädels von Erlinsbach erleben, sie haben es verdient.
Es folgte der Anpfiff, nochmals 10 Minuten durchhalten. Für die Spielerinnen von Heinz Pfenninger begann die Kür, was für ein Spiel, Torchancen auf beiden Seiten, herrliche Paraden der Torhüterinnen
Fabienne von Bremgarten sowie der wunderbaren Stefany von Erlinsbach. Die frischen Impulse, von Marielle und Olivia, sie wurden im Halbfinal nicht eingesetzt, verliehen diesem Spiel viele Farbtupfer. Dieser Final bot Fussball vom Feinsten. Leider verletzte sich Stefi, die Torhüterin von Erlinsbach, dabei so sehr, dass sie mit der Bahre vom Feld getragen werden musste. Die überaus aufmerksame Sanitätstruppe erfüllte einen ausgezeichneten Job. Luna übernahm von nun an den Posten zwischen den Pfosten, und sie „kratzte" alles, was auf ihr Gehäuse geschossen kam. Das gibt's ja nicht - es ging in die Verlängerung von zusätzlichen 5 Minuten. Mit einer unaufhörlichen Intensität lief das finale Spiel weiter. Wer hat noch Kraftreserven, welche Einwechslungen wann und auf welchen Positionen vornehmen, damit kein unglücklicher Bruch im Mannschaftsgefüge entstehen konnte - Wahnsinn!
Dann, 5 Sekunden vor Ablauf der Overtime schlug es ein, - im Kasten von Fabienne. Erlinsbachs rechte Sturmspitze, Jasmin, konnte von einem Fehler der gegnerischen Verteidigung Nutzen ziehen, den Ball erobern und ohne zu zögern wuchtig ins lange obere Eck einschiessen; 1:0 für Erlinsbach!!
Es war geschafft, wer hätte das gedacht, mit 11 Spielen in den Beinen, physisch und mental nochmals eine solche Bereitschaft präsentieren zu können, ist einfach phänomenal. Herzliche Gratulation!

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