Reformierte Kirchgemeinde
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Die „Chommerbuebe" haben am Freitagabend die Kirche Möriken mit feinen Tönen erfüllt.

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Seinen Namen hat das Aargauer Gitarristen-Duo in Liedern erklärt. „Heute gehen wir über Wasser, morgen bleibt ein Häuflein Asche zurück" - Eine Prise Kummer durchwehte die dämmrige Kirche, ständig bedroht von schrägen Pointen und feiner Ironie. Das Träumerische, das Schreckliche und Komische des Lebens begegnete dem Publikum.

Benno Ernst und Stefan Hunziker interpretierten Poesie von Heinrich Heine ebenso wie Kinderbuchklassiker, dunkel-melancholische Volkslieder ebenso wie schmalzige Balladen: Schwärmerisch und doch nüchtern, traurig und doch immer mit einem Augenzwinkern.

Wie wenig es doch braucht, um im Leben glücklich zu sein! Nur einen Kaffee und ein Gipfeli - oder doch ein Schoggistängeli? Und doch klappt es doch oft nicht mit dem Glück; kalte Schultern brennen plötzlich heiss, und „halboffene Türen sind halt manchmal zu". Menschen möchten Vöglein sein und werden dann doch mit Ratten verglichen. Und so blieb in der Schwebe, was nun ist mit diesem Leben, und das Publikum musste selbst entscheiden, wie es mit seinen Schönheiten und Perfidien zurande kommen will. „Schön isches gsi, wos no schön gsi isch!"

Ja, schön war es, im Zwielicht der dunklen Kirche den beiden Stimm- und Saitenvirtuosen schmunzelnd zu lauschen. (mks)

Bild: Stefan Hunziker (l.) und Benno Ernst, kummervoll-innig und schalkhaft.