CVP Dietikon
Gefangen im Albtraum – Prostitution und Menschenhandel

Roger Studer
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Bilder zum Leserbeitrag

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Bruno Hüppi
steiner referat cvp

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Bruno Hüppi

Gestern Abend (5. März 2015) lud die CVP Bezirk Dietikon zu einer gut besuchten Podiumsdiskussion ins Stürmeierhuus nach Schlieren ein. Auf dem Podium konnte Kantonsrat Dr. Josef Wiederkehr den bekannten Anwalt Dr. Valentin Landmann, der schon verschiedene illustre Fälle auch aus dem Milieu rechtlich vertreten hatte, und die Staatsanwältin und Regierungsratskandidatin Dr. Silvia Steiner begrüssen. Als Moderatorin führte Frau Dr. Brigitte Hürlimann, Gerichtsberichterstatterin der NZZ, sehr kompetent durch die lebhaften Diskussionen rund um die Themen Menschenhandel, Prostitution und in diesem Zusammenhang auch die Ausbeutung von Frauen.

Als Staatsanwältin kennt Silvia Steiner die Nöte und Ängste der ausgebeuteten Frauen bestens. Hat sie doch praktisch täglich mit solchen Fällen zu tun. Valentin Landmann hat verschiedentlich Randgruppen im Rotlichtmilieu vertreten und kennt die Tätigkeiten der Halb- und Unterwelt bestens. Er hat zu diesen Themen diverse Bücher veröffentlicht. In der lebhaften Diskussion vertraten Valentin Landmann und Silvia Steiner ihre berufliche und persönliche Sicht der aktuell herrschenden Situation, beleuchteten aber auch rechtliche Aspekte und wagten sogar einen Ausblick in die Zukunft.

D ie Schweiz ist ein attraktives Land für Prostituierte, die meist aus sehr armen Verhältnissen zu uns kommen und teilweise durch brutale Zuhälter ausgebeutet werden. Angebot und Nachfrage bestimmen auch hier den Preis der Dienstleistung und die Frauen erhoffen sich dadurch Geld, um ihren Familien zu Hause ein besseres Leben zu ermöglichen. Leider erweist sich dies oft als schmerzlicher Trugschluss. Nicht in jedem Fall ist jedoch Sexarbeit unfreiwillig und somit Frauenhandel. Einig waren sich beide Podiumsteilnehmer darüber, dass hierzulande zusätzliche gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, um die betroffenen Frauen besser in ihrer Tätigkeit vor menschenunwürdigen Zuständen zu schützen. Ein Verbot der Prostitution würde die Frauen gänzlich in die Illegalität abdrängen.

Nach den verschiedenen interessanten Fragen aus dem Publikum erwartete die Gäste ein Apéro, bei welchem sich die Gelegenheit bot, die lebehaften Diskussionen weiterzuführen. Ein bester Dank diesbezüglich gebührt Stadtrat Stefano Kunz und Gemeinderat Rolf Wegmüller bzw. der CVP Schlieren.