Freiämter Weinfreunde
Freiämter Weinfreunde auf Kultur- und Weinreise im Südtirol

Die fünftägige Reise der Freiämter Weinfreunde im September ins Südtirol hat sich einer so grossen Nachfrage erfreut, dass die Reise doppelt, d.h. eine Woche verschoben, geführt werden musste.

Kevin Kempf
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Der Organisator beider Reisen war der Präsident Dr. Markus Aellen.

Frühmorgens am 19. Sept. in Wohlen gestartet, genossen die Freiämter im geschichtsträchtigen Haus, der Chasa Chalavaina in Müstair das Mittagessen.

Danach führte die Reise über die italienische Grenze hinab durchs sonnige Vinschgau zur Churburg. Sie zählt zu den besterhaltenen Schlossanlagen des Südtirols und enthält die grösste private, im Original erhaltene Waffenkammer der Welt. Weiter ging es ins Südtiroler Land, bald war Meran erreicht, das bekannt ist für sein reiches kulturelles Leben. Im 10 km entfernten Sport & Wellness Resort Quellenhof in St. Martin, inmitten landschaftlicher Reize des Passeiertales, bezogen die Freiämter Weinfreunde am frühen Abend ihr Logis.

Am Montagvormittag wurden sie von Martin Foradori, Oenologe und Geschäftsführer vom Weingut Tenuta J. Hofstätter willkommen geheissen und informiert, dass das Südtirol 5100 ha Rebfläche hat, was weniger als 1 % der gesamten Rebfläche Italiens ist. Es hat sehr viele kleine Weingebiete. Weinbaumässig ist das Südtirol gemäss Foradori ein totales Chaos, unterschiedliche Höhen, versch. Talseiten und verschiedenen Mikroklimen.

Das Mittagessen genossen die Freiämter inmitten eines hügeligen Weinbergs auf der Terrasse des Rest. Seehofkeller und liessen sich am Kalterer See kulinarisch verwöhnen. Am Nachmittag hatten die Weinfreunde die Gelegenheit ein Weingut kennen zu lernen das gänzlich nach biodynamischen Grundsätzen bewirtschaftet wird. Graf Michael Goëss-Enzenberg, Oenologe und Besitzer des 400 Jahre alten Weinguts Manincor. Die Kellerräume, die direkt unter dem Weinberg liegen, haben eine Tiefe von 18 Metern auf drei Stockwerken, damit mit der Schwerkraft gearbeitet werden kann.

Das Nachtessen haben die Freiämter im stilvollen Ambiente des Hotels Castel Ringberg eingenommen, eine der besten kulinarischen Adressen im Südtirol.

Am nächsten Tag besuchten die Weinfreunde Elena Walch, Besitzerin der Weingüter Castel Ringberg und Kastelaz. Vom Dach des Weinguts Elena Walch in Tramin, umgeben von der Farbenpracht des Herbstes und spätsommerlichen Temperaturen, hatten die Gäste unmittelbar Gelegenheit die Anlieferung der Trauben und die ersten Verarbeitungsschritte mitzuerleben.

Danach erkundeten die Freiämter Weinfreunde die Gärten von Schloss Trauttmansdorff. Auf 12 Hektaren präsentieren sich 80 bunte Gartenlandschaften aus aller Welt. Vor knapp 10 Jahren wurde der botanische Garten in Meran eröffnet, 2005 als schönster Garten Italiens und 2007 als „Europas Garten Nr. 6 2006" ausgezeichnet.

Im Augustiner Chorherrenstift Neustift besichtigten die kunstinteressierten Besucher die Basilika, die Pinakothek, die Stiftsbibliothek und den gotischen Kreuzgang mit schönen Fresken. Riesige Messbücher, wunderbar verziert, ca. 1m x 80cm gross, 40 kg schwer, in Schweinsleder eingefasst und mit Metallverschlägen verziert, waren beeindruckende Zeugen der Buchmalerei aus dem 15. Jahrhundert. Dr. Urban von Klebelsberg, der Stiftsverwalter, führte die Gäste durch die Weinberge und die Stiftskellerei. Die Degustation der Stiftsweine verkosteten die Gäste mit einer Südtiroler Bretteljause (lokale geräuchte Schinken- und Wurstspezialitäten) mit Schüttelbrot.

Am Abend hatten die Freiämter Weinfreunde die seltene Gelegenheit den Felsenkeller des Landesweingutes Laimburg zu besichtigen. Der Direktor, Dr. Klaus Platter, leitet den Weinbetrieb, der weinbauliche und kellerwirtschaftliche Versuchtstätigkeit für die Südtiroler Weinwirtschaft betreibt und dem Land Südtirol gehört. Im imposanten Felsenkeller wurden die Schweizer Gäste musikalisch mit Wiener -Walzer-Musik begrüsst.

Am Abreisetag besuchten die Weinfreunde das Weingut Unterortl, dessen Reben unterhalb vom Schloss Juval im steilen Hang des Juvaler Hügels auf 630 bis 850 m. ü. M. stehen.

Martin Aurich, Pächter und Kellermeister dieses Weinguts gönnte den Weinfreunden einen Fussmarsch durch den steilen Weinberg, wo die Weine direkt neben den Rebstöcken verkostet werden konnten. Aus dieser Höhe wurde das Ausmass der Apfelplantagen erst richtig bewusst, Obstbau im Tal und Weinbau an den Hängen.

Das Südtirol hat sich in diesen Tagen als Garten Eden präsentiert: Ein goldener Herbst mit viel Sonne, reife Äpfel, reife Trauben, viel Kultur und eine landschaftliche Vielfalt die den Freiämter Weinfreunden lange in Erinnerung bleiben wird. (EKE)