Turnverein FIDES Niedergösgen
Fides Männerriege auf Wanderschaft

Helene Huber
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Der neue Wanderleiter Peter Huber fordert seine Turnkameraden.

Kürzlich führte die Fides-Männerriege- Vereinsreise nach Fischingen im Tannzapfenland, der südlichsten Gemeinde im Kanton Thurgau. Während sich beim Start noch nebelhaftes Herbstwetter zeigte, präsentierte sich beim Kloster Fischingen bereits die Sonne. Punkt 10.00 Uhr durften wir den Begrüssungskaffee mit Gipfeli in der riesigen Benediktiner-Klosteranlage geniessen. Frisch gestärkt erlebten wir danach eine ungeahnte und sehr informative Führung durch die gewaltigen Klosteranlagen. Den meisten von uns war das Kloster eher etwas unbekannt. Umsomehr hat uns die kompetente Führung Staunen und neues Wissen vermittelt. Dass die zu Ehren der heiligen Idda am Jakobsweg erbaute Anlage, den Pilgern die bei den langen Wanderungen schmerzende Füsse zu Lindern vermochte, und uns das wohl am nächsten Tag auch gerne zuteil werden könnte, erahnten wir hier noch nicht. Zum Abschluss der Führung entpuppte sich der kompetente Klosterkenner auch als Musiker, indem er die Orgel zu unserer Freude zum Tönen brachte. Hingegen verhielten wir uns bei der anschliessenden Führung durch die klösterliche Bierbrauerei „PILGRIM“ in Anbetracht der bevorstehenden Wanderung bei der Degustation eher etwas ungewohnt. Punkt 13.00 Uhr startete die „Langwandergruppe“ zur dreistündigen Wanderung auf das Hörnli. Im steilen Aufstieg liessen wir uns gerne im extra für des Eidg. Schwingfest bei der „Schuel-Au“ eingerichteten Festzelt mit Live-Videoübertragung über den aktuellen Stand der „Bösen“ informieren und um uns auch etwas zu erfrischen. Das war in Anbetracht des steilen Aufstieges über den Schwabenweg (benennt den Jakobsweg von Konstanz nach Einsiedeln) und den sommerlichen Temperaturen auch absolut angebracht. Unterwegs trafen wir nun auch unsere „Kurzwanderer-Kameraden“ welche den Aufstieg mit einer Autofahrt auf die Hulftegg etwas verkürzten. So erreichten wir gemeinsam unser Tagesziel, das „Hörnli, auf 1’133 m ü.M. Die Aus- und Weitsicht zu den Alpen war grandios.

Nach dem Zimmerbezug und dem Nachtessen waren Diskussionen über Gott und die Welt, Jassen, Erinnerungen an frühere Vereinsreisen oder für Sternkundler das Ausmachen der Sternbilder unter dem Nachthimmel angesagt.

Nach einer eher etwas mässig “kurzen Nacht“ aber einem aufweckenden Morgenkaffee gelangten wir nach einem steilen etwa einstündigem Abstieg hinunter nach Steg und Fischenthal (bekannt durch die beiden Olympiaikonen Gebr. Schoch). Für die „Kurzwanderer“ bestand ab hier die Möglichkeit Teilstrecken nach Wald mit dem Zug zu erreichen. Für die „Langwanderer“ galt es mit dem Jakobswegserfahrenen Reiseleiter den Pilgerweg in angemessenem Tempo und der zur Verfügung stehenden Zeit anzugehen. Marschpausen schienen dem Pilgerwandergewohnten Wanderleiter nicht gerade geläufig zu sein.

So kam uns wenigstens eine idyllische Gartenwirtschaft in der Nähe der Wasserscheide bei Gibswil („Töss“ nach Norden / „Jona“ nach Süden), etwas entgegen um unsere Kehlen vor dem Austrocknen zu bewahren. Entlang des rauschenden Wildbaches durch die imposante Jonaschlucht erreichten wir Wald. Nach längeren oder kürzeren Aufenthalten, je nach Bahnbenützung, galt es in Wald den Bahnersatzbus zu besteigen und nach Rapperswil zu fahren. In der Rosenstadt Rapperswil erfolgte als zweiter kultureller Teil unserer Reise eine interessante, gut einstündige Stadtführung zu Schloss, Kirche, Kloster, Stadtmauern, Zusammenschluss mit Jona und natürlich den Rosengärten von Rapperswil. Die Stadtführerin vermochte uns mit ihren interessanten geschichtskundigenen Ausführungen Rapperswil-Jona näher Kennzulernen. Anschliessend durften wir an der Seepromenade eine Stärkung mit Umtrunk geniessen. Hernach war wieder Wandern angesagt. Es galt bei gleissend heissem Sonnenschein, mit Wanderschuhen, drückendem Rucksack, leeren Trinkflaschen, ohne Schatten und sehnsüchtigen Blicken auf die sich im kühlen Nass tummelnden Böötli- und Badegäste, mit einem einstündigen Spaziergang über die längste Holzbrücke der Schweiz und dem Damm von Rapperswil über den See nach dem Bahnhof Pfäffikon zu gelangen. Was sich die Pilger doch alles antaten! Ab hier konnten wir in der total überfüllten S-Bahn unsere Beine zwar noch nicht baumeln lassen, aber sie wenigsten nur noch zum Stehen anzuhalten und nicht mehr um weiter zu wandern. Peter Huber hat uns mit dieser Reise echte Eindrücke von Pilgerwandererungen sowohl beim Wandern wie beim Innehalten vermittelt. Diese Reise wird in uns noch lange nachhallen und wir sind gespannt mit ihm auf die Reise 2020. Peter, hab besten Dank für die schöne Reise und die mustergültige Reiseleitung!

Otto Meier

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