Samariterverein
Ferienpass mit dem Samariterverein Frick

Helfen kann Spass machen

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Für den Ferienpass 2009 des Samaritervereins Frick trafen sich 15 Mädchen und Knaben im ersten Stock des Feuerwehrlokals Racht in Frick zum Thema „Wir schminken uns gegenseitig Verletzungen und leisten dann Erste Hilfe".

Die Spannung bei einigen Kindern war gross, denn sie glaubten zu wissen, dass nun jede Menge Ketchup eingesetzt würde. Der Nachmittag fing aber ganz anders an. „Wie ist es, wenn jemand bewusstlos ist?" wollte Gaby Wieser, Kurs- und Technische Leiterin vom Samariterverein Frick, wissen. Sofort wurde aufgezählt, was Bewusstlosigkeit bedeutet, welche Alarmnummern man anrufen kann und was man am Telefon sagen sollte. Es war überraschend, wie viel die Kinder schon wussten, das Rätsel aber bald aufgeklärt: Viele hatten Grosseltern oder Eltern, die in einem Samariterverein waren oder sie hatten das Buch „Erste Hilfe mit Globi" gelesen.

Die fünf Frauen vom Samariterverein Frick zeigten den Kindern nun, wie man Bewusstlose möglichst schonend in die Seitenlage und zugleich auf eine warme Decke dreht und beim praktisch üben stellte sich heraus, es war kinderleicht. Danach konnten alle mit wenig roter Farbe (kein Ketchup) und einer präparierten Gelatine eine Verbrennung moulagieren, was verblüffend echt aussah. Zur Verletzung eine entsprechende Mimik zu machen, war bei den strahlenden Kinderaugen aber eine echte Herausforderung. Dass man bei einer Verbrennung mindestens 15 Minuten mit kaltem Wasser kühlen muss, wussten alle. Geübt wurden dann aber lockere Dreiecktuchverbände, damit auf der Fahrt zur Arztpraxis keine Fusseln in die Wunde kommen konnten.
Unter Carmen Imhofs Anleitung fertigten alle Kinder eine" Schürfwunde" an und danach ging's ans Reinigen der Wunde, ans Desinfizieren und Verarzten, und das alles mit Handschuhen Grösse S und so hygienisch wie möglich.

Eine Verletzung, vor der alle Personen grossen Respekt haben, ist die innere Verletzung. So durften alle Ferienpass-Kinder bleiche Gesichter mit Schweissperlen auf der Stirn schminken, und die grossen Augen, die einem im Spiegel aus blassen Gesichtern anschauten, waren wirklich mitleiderregend. Sofort alarmieren, so wenig wie möglich bewegen, Betreuung und Witterungsschutz: Damit kann hier geholfen werden.

Eine Pausen-Glace und ein Getränk gaben Kraft für den zweiten Teil, wo bei drei Unfallsituationen geholfen werden musste. Auf dem Rachtparkplatz lag eine bewusstlose Person. Eine Person war in der Einfahrt mit dem Velo gestürzt und lag ansprechbar, aber kreideweiss auf dem Boden. Eine dritte Person hatte sich beim Teekochen im Materialraum die Hand verbrüht. Die selbstbewussteren Kinder liessen den vorsichtigeren den Vortritt beim Nothilfe leisten, und gemeinsam merkten alle, wie Helfen in Notsituationen Spass machen kann - sogar an das immer noch kochende Wasser dachten die Kinder und sicherten die Unfallstelle.

Zum Schluss zeigten die Samariterfrauen noch, wie grosse Wunden behandelt werden können. Jedes Kind durfte mit Knete, roter Farbe, vielen Utensilien und viel künstlichem Blut ( wieder kein Ketchup) eine grosse Schnittwunde herstellen .
„Das war ein toller Nachmittag, hat richtig Spass gemacht", so verabschiedeten sich die Ferienpass- Kinder von uns und zeigten die schlimmen Verletzungen voller Stolz ihren wartenden Angehörigen. Auch den Leiterinnen hat das grosse Wissen und die Begeisterungsfähigkeit der Kinder tiefen Eindruck gemacht. (gw)

Bild 1: Gaby Wieser ist vom Eifer der Ferienpasskinder beeindruckt. Bild 2: Die richtige Mimik zur entsprechenden „Verletzung" ist eine Herausforderung. Bild 3: Auch ohne Ketchup sieht es verblüffend echt aus.

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