Jagdgesellschaft Revier 37
Ferienpass: Der Jäger und der Wald

Sven Küchler
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15 aufgeweckte und interessierte Kinder von der vierten bis sechsten Klasse (13 Knaben und zwei Mädchen) bekamen an einem wunderschönen Herbsttag im Oktober, beim diesjährigen „Ferienpass Oberbuchsiten“ von den Mitgliedern der Jagdgesellschaft “Revier 37“ einen interessanten und unvergesslichen Einblick in das vielfältige Thema Der Jäger und des Waldes.

Am Morgen begann der Tag für die Kinder mit der Frage: Was macht der Jäger eigentlich?

Man merkte schnell, dass ausser das Erlegen von Wildtieren mit einem “Sniper-Gewehr mit Zielfernrohr“, kein weiteres Wissen der vielfältigen Tätigkeiten des Jägers vorhanden ist. Dies sollte sich im Laufe des Tages jedoch ändern.

Nach einer kurzen Wanderung präsentierten wir den Kindern diverse Präparate und Felle. Doch zuerst mussten sie uns zeigen, welche Tierarten sie überhaupt kennen und welche nicht. Dazu durften sie gemeinsam auf einem Plakat auf dem die meisten Waldbewohner aufgezeichnet waren, die Namen direkt unter den Tieren aufschreiben. Bei den Vögeln hatte es zuletzt ein paar wenige Lücken, den grössten Teil konnten sie jedoch schnell und ohne Probleme erkennen.

Mit grossem Staunen und riesigem Interesse horchten sie daraufhin dem Jäger zu, der die verschiedensten Tierpräparate präsentierte und charakterisierte. Gleichzeitig fühlten sie mit ihren eigenen Händen die unterschiedlichsten Felle der verschiedensten Tierarten.

Zum Schluss dieses Teiles versuchten sie gemeinsam bei über 25-ig Tieren deren Spuren zu bestimmen. Da kamen die Präparate den Kindern natürlich wieder zu gute.

Unter dem Motto: Zu jedem Jäger gehört auch ein Hund, begleitete uns ab diesem Zeitpunkt ein solch treuer Vierbeiner. Die Kinder freuten sich sehr, und jedes wollte ihn mal alleine an der Leine führen. Die Streicheleinheiten kamen selbstverständlich auch nicht zu kurz.

Jetzt sind wir komplett, ab zum nächsten Höhepunkt. Das war der Posten Jagdhunde, wo erklärt und gezeigt wurde wie sie arbeiten.

Nach einer kurzen theoretischen Einführung ging es auch gleich in die Praxis über.

Es geschah ein Unfall mit einem Wildtier, natürlich nur simuliert. Nachdem die Kinder die Unfallstelle gefunden hatten, suchte der Hund das weggelaufene Tier und spürte dies auch auf. Die Kinder waren sichtlich erstaunt wie schnell der Hund das Tier aufgefunden hat.

Nach einer kurzen Trinkpause ging es schon weiter zum Posten 3, hier begegneten wir dem Thema: Nahrungsbeziehungen im Ökosystem Wald.

Es wurde unter anderem die Nahrungskette sowie die „Räuber – Beute Beziehung“ erläutert.

Das Zusammenspiel von Zersetzern - Erzeugern und Verbrauchern durfte hier auch nicht fehlen.

Die Kinder fanden heraus, dass der Wald und die darin lebenden Tiere ein in sich geschlossenen Kreislauf bilden und dass der Jäger(in) darauf achtet, das Ganze im Gleichgewicht zu halten.

Langsam knurrte jedoch allen der Magen, Punkt 12.30 Uhr, nachdem die Kinder selber Feuer gemacht hatten, gab es Wurst und Brot.

War der Hunger gedeckt und die ganze Umgebung ausgekundschaftet ging es auch schon weiter zum nächsten Posten. Also, Rucksack packen, Schuhe neu binden, los geht’s.

Wie ist eigentlich der Wald geordnet? Wieviel Wasser braucht ein Baum am Tag? Solche und andere Fragen mussten beantwortet werden, und waren eine echte Herausforderung für die Kinder.

Um dem ganzen noch mehr Action zu geben, mussten sie zuletzt noch innert fünf Minuten ihre Lieblingstiere mit Ästen, Laub, Steinen usw. abbilden. Wie in einem Ameisenhaufen ging es dann zu. Zuletzt konnten wir wunderschöne Porträts von Hirschen, Wildschweine und Hunden bestaunen.

Voller Vorfreude wanderten wir danach schon zum zweitletzten Posten, Biodiversität. Mit Kärtchen von verschiedenen Landschaftstypen ausgerüstet durften die Kinder auf einem Plakat auf dem eine perfekte Landschaft für Wildtiere aufgezeichnet war, zuerst die passende Stelle suchen und danach ihre Karte entsprechend an dieser Stelle ablegen.

Es wurden die Wichtigkeiten von Hecken, Asthaufen, Steinhaufen, Trockenmauern, Ackerbegleitflure usw. aufgezeigt. Zum Glück war nicht weit von uns entfernt, ein kleiner Steinbruch und wir konnten gemeinsam einen Steinhaufen für die Wildtiere aufbauen. Es war schön mit anzusehen wie jeder einzelne alles daran setzte diesen Steinhaufen zu bauen.

15.00 Uhr die Zeit lief viel zu schnell. Also ab zum letzten Posten, dort ging es um die Benutzung des Waldes durch den Menschen (Freizeit). Weggeworfener Abfall, unnötiger Lärm, nicht mehr gebrauchte Zäune, Drohnen usw. waren das Thema. Gemeinsam beschlossen wir zum Wohle aller Wildtiere, dass wir ab heute darauf achten, wie wir uns im Walde verhalten.

Schmutzig, müde aber überglücklich machten wir uns schlussendlich wieder auf den Rückweg. Nach einem kurzen Abstecher beim Steinhaufen, vielleicht ist ja schon eine Schlange drin, standen wir wieder vor dem Plakat welches wir ganz am Anfang aufgestellt hatten. Nach der erneuten Frage was der Jäger also sonst noch macht, sprudelte es richtig aus den Kindern heraus. Von Rehkitzrettung, Tiere beschützen, Hundetraining, Musik machen, Steinhaufen bauen bis zu Wildtierbergung tauchte alles auf. Zuletzt standen über 30 Aufgaben des Jägers auf dem Poster.

Abschliessend wurde den Kindern eine selbst erstellte kleine Broschüre des Reviers überreicht, mit allen Informationen von diesem Tage.

Ein solch schöner Tag mit so motivierten Kindern im Walde zu verbringen und die Jagd mit allen weiteren Pflichten des Jägers den Kindern näher zu bringen erfüllt mich mit Stolz. Und ich, wie auch das Revier 37, freuen uns jetzt schon auf den nächsten Ferienpass 2018.