NATURSCHUTZVEREIN
Exkursion des Naturschutzvereins Frick

Marcel Siegrist
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Exkursionsleiter Kurt Mohler
Hummel-Ragwurz
Rouffach im Elsass
Blick über die Vogesen mit Lac de Lauch
alter Obstgarten

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Bei herrlichem Frühsommerwetter trafen sich am Pfingstsamstag viele Naturinteressierte für den Ausflug ins Elsass. „Bollenberg“ hiess das erste Ziel, das wir nach eineinhalbstündiger Fahrt im modernen Reisecar erreichten. Mit Kurt Mohler konnte der NATURSCHUTZVEREIN FRICK einen versierten Exkursionsleiter für den Rundgang verpflichten. Nach dem Mittagessen im gemütlichen Restaurant in Rouffach erreichten wir am Nachmittag über die Route des Crêtes den Grand Ballon. Vom höchsten Punkt (1424 Meter ü.M.) aus genossen wir die grandiose Aussicht über die Hügelzüge der Vogesen und in die grosse Tiefebene des Rheins. Am Schluss waren sich alle einig: Toller Ausflug – super Wetter – sehenswerte Landschaft - wirklich ein gemütlicher, lehrreicher Tag!

Am Pfingstsamstag ging es bereits um 06.30 Uhr los Richtung Elsass. Ziel war der Bollenberg südwestlich von Colmar. Ein fantastisches Gebiet – nicht nur für Naturliebhaber – sondern auch für Weinkenner. Nachdem wir uns auf der Restaurant-Terrasse mit Kaffee und Gugelhopf gestärkt hatten, kamen wir in den Genuss einer tollen Exkursion mit Kurt Mohler, Lausen. Er kennt das Gebiet von seiner Arbeit als Naturfilmer wie seine Westentasche. Trotz der stolzen Gruppengrösse konnten wir auf den Sitzwarten viele Vögel beobachten. Zuerst zeigte sich ein Hänfling im Morgenlicht, bald entdeckten wir ein Schwarzkehlchen und auch der Rotrückenwürger war präsent. Überall stiegen singende Feldlerchen auf und eine Nachtigall schlug kurz an. Lange liess sich der Fitis im Fernrohr beobachten. Von den Eidechsen hörten wir jeweils nur das feine Rascheln im Gras, wenn sie sich vor unserer Horde in Sicherheit brachten. In aller Ruhe liessen sich auch einige Pflanzenarten bestimmen. Die Höhepunkte der Flora waren: Die Hummel-Ragwurz, der Acker-Wachtelweizen, der Blasenstrauch, der Färber-Waid, oder die knollige Spierstaude. Zudem standen die Kugelblumen und die Heckenrosen in voller Blütenpracht.

Nach dem ersten Rundgang machten alle Teilnehmenden gerne auch den zweiten mit. Hier ging es am Brutbaum des Wiedehopfs vorbei ins Revier des seltenen Wendehalses. Dieser liess in der Ferne kurz sein nasales „gä, gä, gä gä“ hören. Den Ruf des Wiedehopfs – das eher monotone „up, up, up, up“ - hörten wir nicht. Stattdessen zeigte sich der interessante Vogel mit der lustigen Kopfhaube an seiner Bruthöhle! Ornithologisch sicher das Highlight des Tages. Dank genügend grossem Abstand mussten wir nicht lange warten, bis Herr und Frau Wiedehopf mit Werren und Grillen im Schnabel am Brutbaum auftauchten, um ihre Jungen zu füttern. Man könnte glauben, dass es gefährlich ist, dass der Höhleneingang nur etwa einen Meter über dem Boden liegt. Aber Raubtiere nehmen sich besser in acht, dass sie sich nicht zu nahe an die Bruthöhle wagen. Denn bei Gefahr „parfümieren“ die Altvögel und auch die Jungen ihre Feinde kurzerhand mit ihrem äusserst übel riechenden Kot.

Nach dem Besuch des Weinkellers auf dem Bollenberg ging es wieder ins Tal hinab nach Rouffach. Hier wartete bereits die Mannschaft des gemütlichen Restaurants „La Poterne“ mit dem feinen Mittagessen auf uns. Wer sich nach dem Dessert nicht noch den süffigen Weinen hingab, hatte Gelegenheit, den malerischen Ort zu besichtigen. Danach fuhren wir auf der Weinstrasse durch hübsche Dörfer und über die Route des Crêtes hinauf auf den Grand Ballon, den höchsten Punkt der Vogesen. Auf dem Gipfel steht seit 1997 die weitherum sichtbare Radarstation, die den Flughäfen Strassbourg und Basel-Mulhouse für die Landeanflüge dient. Nach dem Genuss der wunderbaren Aussicht mussten wir uns leider vom Grand Ballon – dem „Grossen Belchen“ - verabschieden und die Heimreise antreten. Zu Hause waren wir uns alle einig: Das war wirklich ein toller Ausflug ins Elsass!

Weitere Infos und Bilder unter: www.nv-frick.ch

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