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Ein Kantersieg zum Saisonstart für den TV Solothurn

Es ist ein Einstand nach Mass für Jürg Lüthi, den neuen Trainer des TV Solothurn. Erstes Spiel, erster Sieg und dies erst noch äusserst deutlich mit 33:24. Vor allem in der zweiten Halbzeit spielten die Gastgeber furios auf und zeigten, welches Potenzial in diesem Team steckt.

Gaudenz Oetterli
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Solothurner Neuzuzug Roland Szabo (Kreisläufer) bleibt im Abschluss makellos.

Solothurner Neuzuzug Roland Szabo (Kreisläufer) bleibt im Abschluss makellos.

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Kaltblüter setzen ihren Körper gezielt Hitze aus, wenn sie aktiv sein wollen. Haben sie nicht die richtige Betriebstemperatur, dann sind sie noch nicht so fix unterwegs. Genauso schien es am vergangenen Samstag den Solothurnern zu gehen. Nach drei Monaten Vorbereitung im hitzigen CIS schien ihnen das einstündige Einwärmen vor dem Spiel nicht zu reichen, um auf Betriebstemperatur zu kommen.

Denn zu Beginn der Begegnung war es die Spielgemeinschaft Wädenswil/Horgen, die den Ton angab und die Führung für sich beanspruchte. Mit zügigen Ballstafetten rissen die Zürcher ein ums andere Mal Lücken in die Abwehr des Heimteams. Und mit sicheren Würfen nutzten sie diese Möglichkeiten auch. Ehe sich die Solothurner versahen, war die Startviertelstunde vorbei und die Einheimischen mit fünf Toren im Rückstand (3:8).

Wie ausgewechselt

Der neue Mann an der Seitenlinie schien die richtigen Worte gefunden zu haben. Denn die Truppe von Jürg Lüthi kam wie ausgewechselt auf das Feld zurück. Die Angriffe, vor der Auszeit noch zögerlich vorgetragen und aus schlechten Positionen abgeschlossen, waren nun zielgerichtet und wesentlich schneller.

Der TV Solothurn trifft von allen Positionen, im Bild Sandro Sieber (linker Flügel).

Der TV Solothurn trifft von allen Positionen, im Bild Sandro Sieber (linker Flügel).

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Die grosse Stärke war in dieser Phase, dass der TVS aus praktisch allen Positionen skoren konnte. Vom linken Flügel Zeltner, über die drei Aufbauspieler Zildzic, Brandt und Freiberg, bis hin zum Kreisläufer Szabo und Penaltyschützen Sieber, reihten sich bis zur Pause nicht weniger als sechs Spieler unter die Torschützen.

TV Solothurn zündet 45-minütiges Feuerwerk

Dennoch befanden sich die Hausherren bei Wiederanpfiff noch mit drei Toren im Rückstand (11:14). Doch der Motor der Solothurner war nun definitiv warmgelaufen. In Windeseile schlossen sie nach der Pause die Lücke und gingen ihrerseits in Front.

Kaltblütig waren in der Folge nur noch die Abschlüsse des Heimteams. Die beiden Neuzugänge Zildzic, der aus dem Rückraum viel Übersicht bewies, und Roland Szabo, der sich am Kreis fehlerlos präsentierte, erzielten von der 39. bis zur 43. Minute alle fünf TVS-Treffer. Obwohl die Abwehr in dieser Phase nicht ganz sattelfest war, konnten die Ambassadoren damit ihre Zwei-Tore-Führung behaupten.

Dylan Brandt on fire

Danach war der Widerstand der Zürcher gebrochen. Diese zollten nämlich der enormen Hitze im CIS und ihrem hohen Startrhythmus Tribut und schienen je länger je mehr Probleme mit ihrer Konzentration zu haben. Dies offenbarte sich in der hohen Anzahl an technischen Fehlern – am Ende zählten die Statistiker deren zwölf alleine in der zweiten Halbzeit.

Derweil war der jungen Solothurner Mannschaft die Spielfreude förmlich anzusehen. So glänzte vor allem der erst 19-jährige Dylan Brandt als Rückraum Mitte mit genialen Pässen an den Kreis, oder sollte dieser zugestellt sein, mit präzisen Würfen im Stile eines Routiniers.

Der junge Dylan Brandt verteilt die Bälle im Stile eines Routiniers.

Der junge Dylan Brandt verteilt die Bälle im Stile eines Routiniers.

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Da vom Gegner in der Schlussphase praktisch keine Gegenwehr mehr kam, glichen die letzten zehn Minuten einem TVS-Schaulaufen. Mit dem glasklaren 33:24-Sieg, der im Vorfeld nicht unbedingt so erwartet werden konnte, gelang es dem TV Solothurn, gleich im ersten Spiel ein erstes Zeichen zu setzen. Für die Aarestädter gilt es nun, diesen Schwung auch in die nächste schwierige Partie gegen den Aufsteiger Chênois Genf mitzunehmen.