Kein Atommüll im Bözberg (KAIB)
Ein Atommülllager im Bözberg wäre fahrlässig!

Sacha Schenker
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Bilder zum Leserbeitrag

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Bereits zum vierten Mal lud die Bürgerorganisation „Kein Atommüll im Bözberg“ (KAIB) zur ihrer Generalversammlung auf der Bözberg-Passhöhe ein. Nach einem Rückblick auf ein aktives und erfolgreiches Vereinsjahr, durften die Anwesenden eine feurige Rede von Alt-Nationalrat Ruedi Rechsteiner miterleben. Der Tenor am Ende der Veranstaltung war klar: ein Atommülllager im Bözberg wäre fahrlässig und kommt nicht in Frage!

„Mit knapp 600 Mitgliedern ist KAIB mittlerweile die grösste Widerstandsorganisation gegen ein Atommülllager in der Schweiz“, verkündete Co-Präsidentin Elisabeth Burgener Brogli zum Auftakt stolz. Weiter machte sie darauf aufmerksam, dass sich nun auch der Jurapark Aargau in seiner Zeitung unlängst unmissverständlich gegen ein Atommülllager im Bözberg ausgesprochen hat.

Wie Co-Präsident Max Chopard-Acklin im Rückblick aufzeigte, war das vergangene KAIB-Jahr von Podien, Standaktionen, Kinopräsenz und Workshops geprägt, welche den Mitgliederzuwachs zusätzlich befeuert haben. Mit langem Applaus aus dem Vorstand verabschiedet wurde Matthias Gautschi – eines der Gründungsmitglieder von KAIB. Durch die Wahl von David Hunziker aus Brugg bleibt der Vorstand regional breit abgestützt. Ziel der nächsten Monate ist laut Vorstandsmitglied Sacha Schenker der Ausbau der optischen Präsenz auf und um den Bözberg.

Die zweite Hälfte des Abends war dem Referat von Alt-Nationalrat Ruedi Rechsteiner (SP/BS) gewidmet. Nach einem Plädoyer für die erneuerbaren Energien – „Wind- und Sonnenenergie werden immer günstiger, Atomstrom immer teurer“ – und gegen die Atomkraft – „Spätestens seit Tschernobyl und Fukushima kennen wir die Gefahren“ – kam er auf die Risiken einer überhasteten Suche nach einem Standort für ein Atommülllager zu sprechen.

Rechsteiner berichtete, dass das Bundesamt für Energie (BFE) kürzlich klammheimlich eine Ausdehnung des Fahrplans in der Standortsuche verkünden musste: mit einem definitiven Standortentscheid ist neu erst im Jahr 2027 zu rechnen, mit der Inbetriebnahme erst gegen 2060. Dennoch wies Rechsteiner – mit Blick auf die im Herbst 2012 aufgetauchten Nagra-Geheimpapiere für die favorisierten Standorte Bözberg und Benken – auf die Wichtigkeit des lokalen Widerstands hin. Die Suche ist nach wie vor von politischem Kalkül geprägt: „Geht es nach der Nagra, wird der Atommüll dort vergraben, wo die Opposition am geringsten ist!“ Ruedi Rechsteiner stellt drei Forderungen: Die Sicherheit muss an vorderster Front stehen. Um unvoreingenommen darüber zu debattieren, müssen zuerst die AKWs abgeschaltet werden. Und die lokale Bevölkerung muss dahinter stehen – denn sie wird das Lager über 33‘000 Generationen hinweg aushalten müssen!

Nächster Fixtermin ist die KAIB-Präsenz am Jurapark-Fest am 1. Juni 2014 in Wölflinswil. Weitere Informationen über die Organisation „Kein Atommüll im Bözberg“ sind zu finden unter: www.kaib.ch oder auf Facebook.

KAIB