Odd Fellows
Ebola als Thema bei den Odd Fellows in Rheinfelden

Mösch Alfred
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Bilder zum Leserbeitrag

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An der Gäste-Loge vom 18. März 2015 wartete Professor Dr. Marcel Tanner, Direktor des Swiss Tropical & Public Health Institute (Swiss TPH) Basel, mit einem äusserst interessanten und informativen Vortrag über diese Seuche, die in Afrika grassiert, auf. Beeindruckend erklärte Professor Tanner, der in seiner Aufgabe an viele Orte der Welt reist, wie Ebola ursprünglich, also vor ca. einem Jahr aufgenommen wurde und welche ersten Massnahmen zweckmässig gewesen wären.

Wie wird Ebola überhaupt übertragen? Über den Kot und den Urin der Flughunde, die jeweils dicht beieinander auf Bäumen übernachten und dabei ihre Ausscheidungen fallen lassen. Menschen, die damit in Kontakt kommen, stecken sich an und erkranken. Die Flughunde selber sind aber nicht krank, sondern fühlen sich munter und fliegen täglich, auch über Landesgrenzen hinweg.

Die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ hatte bereits am Anfang der Ebola-Epidemie, also vor über einem Jahr darüber informiert, dass da etwas Schlimmes auf Afrika zukomme. Der Ruf der Leute vor Ort, also von jenen mit „Dreck an den Schuhen“, wurde leider nicht ernst genommen. Auf diese Nachricht wurde nicht praktisch, sondern wissenschaftlich reagiert.

Dank unserer modernen, gebildeten Welt werden in solchen Fällen zuerst Spezialisten in das Gebiet geschickt, um aufzunehmen was passiert ist und darüber Berichte zu schreiben. Das dauert üblicherweise mehrere Monate, und an der Basis, bei den Erkrankten passiert nichts, die sterben massenweise.

Bei einer solchen Katastrophe müsste das Problem vor Ort festgestellt und mit den bestehenden Möglichkeiten und Mitteln sofort nützliche Massnahmen eingeleitet und umgesetzt werden.

Es brauche weder Diskussionen, Richtlinien, noch Pläne, um Kisten mit Material von A nach B zu transportieren, es brauche lediglich eine klare Kommandokette, hält Professor Tanner fest. Er meint: „Würde an der Grenze zwischen Liberia und Guinea Krieg herrschen, und den Kämpfern würde die Munition ausgehen, hätten sie innerhalb von wenigen Stunden Nachschub!“

Früher war die Bevölkerungsdichte in den betroffenen Gebieten niedrig, die Bevölkerungsdynamik/Mobilität war gering und die Basisgesundheitsdienste funktionierten, auch in der Peripherie. Ausbrüche von Krankheiten wurden leichter festgestellt und konnten gemeistert werden.

Heute ist die Bevölkerungsdichte gross, die Bevölkerungsdynamik/Mobilität ist hoch und die Gesundheitsdienste funktionieren kaum mehr. Da ist es unheimlich schwierig, die Ausbreitung einer Katastrophe in den Griff zu bekommen.

In Afrika herrscht eine tragische Situation. Wir haben vernachlässigte Krankheiten, vernachlässigte Völker und vernachlässigte Sozial- und Gesundheitssysteme, wobei Ebola nur eine der grossen Krankheiten ist. Tausende Menschen fallen HIV/AIDS, Malaria, Tuberkulose und weiteren ansteckenden Krankheiten zum Opfer. Davon hört man allerdings wenig in den Medien. Der Ausdruck Ebola ist scheinbar für Presse interessanter.

Hoffen wir, dass in Zukunft wieder zweckdienlich reagiert wird, damit solchen Katastrophen sofort die Stirn geboten werden kann.

Der weltliche Orden der Odd Fellows, eine politisch und konfessionell neutrale Vereinigung, gründet nicht auf einer Religion, sondern auf allgemein gültigem humanitärem Gedankengut. Die Ziele der Odd Fellows und ihr Verhältnis zur Gesellschaft sind auf ihrer Homepage www.oddfellows.ch ersichtlich.

Rheinfelden, 23. März 2015

Text von Alfred Mösch