SV Lägern Wettingen Handball
Die Suche nach einem wie Simon Knoth

Alessandro Crippa
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Dass es schwierig ist, Simon Knoth zu ersetzen, ist klar. So gefehlt wie am vergangenen Samstag hat der Teamleader aber noch nie. Ohne Willen und ohne Zug zum Tor kam der Leader nicht über ein 23:23-Unentschieden bei der SG Aarburg/Oftringen/Rothrist hinaus. Eine peinliche Vorstellung von A bis Z!

Zu Beginn sah noch alles gut aus, der SVL nahm schnell Fahrt auf und führte gegen den zehntplatzierten Aussenseiter bald mit 3:0. Doch mit einer ungewohnt instabilen Defensive brachte man sich selber um die Früchte des anfänglichen Erolgs und musste kurze Zeit später den Ausgelich hinnehmen.

Angriffsmaschinerie läuft nicht mehr

Ausgeglichen ging es auch in der Folge weiter, keines der beiden Teams konnte sich vorentscheidend absetzen. Im Wettinger Angriff lief gar nichts zusammen, einzig die beiden Flügel Hess und Schibli erwischten einen anständigen Tag und konnten sich mehrere Male als Torschützen feiern lassen. Beiden tut diese Leistung sicher gut, denn Hess hat zu Beginn des Jahres nicht so oft getroffen wie gewohnt und Schibli konnte einmal mehr beweisen, dass er ein Versprechen für die Zukunft ist.

Hingegen kam aus dem Rückraum so gut wie nichts. Eigentlich die Initiative übernehmend, waren sich diese Spieler am Samstag ihrer Aufgabe nicht bewusst und liefen so gar nicht zielorientiert auf dem Feld herum. Immer wieder verhedderte man sich in der kompakten Abwehr der Hausherren.

Niemand kommt davon

Diese liessen auch zu Beginn des zweiten Durchgangs nicht locker, als Wettingen wieder in Führung ging. Es schien immer und immer wieder, als würde die Partie definitiv zu Gunsten der Gäste kippen, aber der Schein trügte eben. Der eigangs angesprochene Simon Knoth fehlte insbesondere deshalb, weil auch im zweiten Umgang keiner der Rückraumspieler in den entscheidenden Momenten den Weg zum Tor suchte und die Verantwortung des Torschusses abgeben wollte. Knoth - oder einer wie Knoth - hätte in diesen Situationen die Verantwortung selber übernommen, den Torschuss riskiert oder halt den entscheidenden Pass gespielt.

So konnte sich weder Wettingen noch die SG AOR absetzen. Den Schlusspunkt setzte der neben David Hess beste Akteur an diesem Abend, Ivan Antic, Kreisläufer der SG AOR. Mit seinem Ausgleich unmittelbar vor Spielende versetzte er Mitspieler und Zuschauer in einen kollektiven Freudentaumel. Unerwartet, aber nicht unverdient holt sich die SG AOR einen Punkt gegen den Leader SV Lägern Wettingen, der so gar nicht wie ein Leader aufgetreten war und schon gar nicht einen Leader in seinen Reihen hatte.