Handball NLB
Die offene Rechnung des TV Solothurn: Können sie diesmal gegen den KTV Altdorf durchhalten?

NLB-Handball. Im zweiten Rückrunden-Spiel treffen die Solothurner auswärts auf den KTV Altdorf. Viele der Spieler werden sich noch lebhaft an das Hinspiel im CIS erinnern, als der TVS das Unmögliche geschafft hat. Und in den letzten fünf Minuten eine Sechs-Tore-Führung verspielte.

Gaudenz Oetterli
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Im zweiten Rückrunden-Spiel treffen die Solothurner auswärts auf den KTV Altdorf.

Im zweiten Rückrunden-Spiel treffen die Solothurner auswärts auf den KTV Altdorf.

Hanspeter Schläfli

Jubelnd sind sie übers Feld gehüpft, die Altdorfer, damals im September 2017. Soeben hallte die Schlusssirene durch das CIS und die Innerschweizer gaben sich dem allgemeinen Freudentaumel hin.

Nur 303 Sekunden zuvor hatten sie wie die sicheren Verlierer ausgesehen, waren vermeintlich aussichtslos mit 15:21 zurückgelegen. Doch am Ende der Partie verlautbarte die Anzeigetafel tatsächlich ein Remis – 21:21. Freude auf der einen, Kopfschütteln auf der anderen Seite.

Nun steht für die zwei Mannschaften das Rückspiel an. Seit der zweiten Runde, als die Saison noch jung war und die Mannschaften in der Tabelle noch eng beieinander, sind zwölf Spiele ins Land gezogen. Der TV Solothurn grüsst mittlerweile vom vierten Platz, während sich Altdorf im unteren Mittelfeld und damit im Abstiegskampf wiederfindet.

Neue Spielanlage ohne Marco Kurth

Den ersten Test gegen einen vergleichbaren Gegner hat der TVS letztes Wochenende in Basel mit etwas Mühe knapp bestanden (26:24-Sieg gegen Birsfelden). Nun wollen die Solothurner gegen die Urschweizer nachdoppeln und weitere zwei Punkte einfahren. Wie gegen Birsfelden ist aber auch gegen Altdorf ein hart umkämpftes Spiel zu erwarten.

Nach der hervorragenden Hinrunde und dem damit de facto erreichten Ligaerhalt hat Spielertrainer Marco Kurth entschieden, sich künftig voll auf seine Aufgaben als Trainer und Coach zu konzentrieren. Damit fehlt dem TV Solothurn in der Rückrunde der mit Abstand beste Torschütze, der zudem dank seiner Gefährlichkeit häufig auch als Passgeber glänzen konnte.

Der Schritt ins Rampenlicht

Talent ist in der jungen TVS-Mannschaft ohne Zweifel vorhanden, sodass dieser Verlust ausgeglichen werden kann. Zumal mit Linkshänder Max Freiberg in der Weihnachtspause ein grosses Talent zum Team gestossen ist, das eins zu eins auf der gleichen Position spielen kann wie Kurth.

Dennoch ist klar, dass Solothurn ohne seinen 150-fachen Nationalspieler einen anderen Spielansatz verfolgen muss. Das Angriffsspiel muss breiter und schneller werden, da man nicht mehr auf geniale Einzelaktionen von Kurth warten kann, welcher mal um mal Lücken aufzureissen vermochte.

Das heisst für die Spieler, dass jeder selber mehr Verantwortung übernehmen und den Schritt ins Rampenlicht wagen muss. Die Zeiten, als man sich als Background-Stimme hinter dem Leadsänger Marco Kurth halten konnte, sind nun definitiv vorbei. Nach seinem Abgang muss die Mannschaft zeigen, dass sie auch als eigenständige Boygroup grosse Konzerte abliefern kann.