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Die Odd Fellows Rheinfelden erkunden die Geschichte der Kirche Herznach

Mösch Alfred
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Bilder zum Leserbeitrag

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Die Odd Fellows Rheinfelden erkunden die Geschichte der Kirche Herznach.

Eine erfreuliche Gruppe von 25 Personen nahm kürzlich am Sommerhock II teil. Der bekannte Historiker Dr. Linus Hüsser weihte uns in die Vergangenheit und in die speziellen Ereignisse der katholischen Kirche von Herznach ein.

Die Ursprünge der Herznacher Pfarrkirche liegen im Dunkeln. Der erste schriftliche Hinweis stammt aus dem 12. Jahrhundert.

1406 traten die Habsburger das Patronatsrecht an das Chorherrenstift St. Martin in Rheinfelden ab. Noch heute prangt das Wappen des 1870 aufgehobenen Stiftes über dem Chorbogen der Herznacher Kirche. Als Patronatsherr durfte das Stift den Seelsorger bestimmen, den Zehnten einziehen und war andererseits für die Besoldung des Pfarrers und den Unterhalt des Chors und des Pfarrhauses zuständig.

Der älteste Teil des Gotteshauses ist der Turm, der ins Spätmittelalter zurückreicht. Er beherbergt ein im Verhältnis zu seiner Grösse bescheidenes Geläut aus drei Glocken. Die Grösste soll aus der Zeit um 1400 stammen.

Das Kirchenschiff wurde 1691 errichtet, der Chor 1718. Architekt des zweischaligen Chors war der Säckinger Stadtbaumeister Johann Pfeiffer, der von der süddeutschen-bayerischen Barockarchitektur beeinflusst war. Die Stuckaturen im Schiff und die Fresken im Chor wurden im Stile des italienischen Barocks ausgeführt. Als Stuckateur wirkte Giovanni Neurone aus Lugano, als Freskant Francesco Giorgioli aus Meride. Letzterer überzog die ovale Chorkuppel mit einem für eine Landkirche aussergewöhnlichen monumentalen Fresko mit Szenen aus dem Leben des Kirchenpatrons, des hl. Nikolaus. Der Künstler hat sich an prominenter Stelle über dem Hochaltar als Pilger dargestellt.

Die Statuen an der Kanzel und im Chor stammen vom Rheinfelder Bildhauer Johannes Freitag, der hier in Herznach 1732 sein Hauptwerk schuf. Auch für die Seitenaltäre zeichnet ein Rheinfelder Künstler, Martin Fröwis, verantwortlich. In den 1770er Jahren entstanden, gehören sie dem späten Rokoko an.

Auffallend ist die stellenweise hohe Ringmauer, die das Kirchenareal umgibt. Sie erinnert an kriegerische Zeiten, als der Kirchenhügel der Dorfbevölkerung bei Gefahr als Fluchtort diente.

Das Beinhaus von 1516 beherbergt den einzigen josefinischen Sparsarg der Schweiz. Dieser Sarg wird fälschlicherweise auch «Pestsarg» genannt. 1784 befahl Kaiser Josef II in den habsburgischen Gebieten die Einführung dieses mehrfach verwendbaren Sarges mit Klappboden. Damit wollte der Herrscher Holz sparen und die Bestattungskosten senken. Nach heftigen Protesten verzichtete der Kaiser wenige Monate später auf diese Art der Totentruhen.

Anschliessend an die interessanten Ausführungen von Herrn Dr. Linus Hüsser klang der informative Abend mit angeregten Gesprächen, bei Speis und Trank, im Gasthof Löwen in Herznach aus.

Die Waldstadt-Loge Nr. 12 wurde im Jahre 1922 als 12. Loge der Schweiz in Rheinfelden gegründet. Ihr Einzugsgebiet umfasst die beiden Rheinbezirke Rheinfelden und Laufenburg. Die Mitglieder sind Teil des weltweiten «Independent Order of Odd Fellows IOOF». Die Ziele der Odd Fellows und ihr Verhältnis zur Gesellschaft sind auf ihrer Homepage www.oddfellows-rheinfelden.ch ersichtlich.

Alfred Mösch

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