Natur- und Vogelschutzverein Unterentfelden
Die Kopfweiden in der Brüelmatte sind wieder verjüngt

Jeder Mensch lässt sich von Zeit zu Zeit seine Haare schneiden, damit er wieder etwas jünger und attraktiver aussieht. Genau dies haben die freiwilligen Helferinnen und Helfer auf Einladung des Natur- und Vogelschutzvereins Unterentfelden mit den Kopfweiden in der Brüelmatte gemacht.

Thomas Hersche
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Pünktlich am Ende der Vegetationsperiode wurde der Hälfte der Kopfweiden in der Brüelmatte und am Thalbächli der arttypische Schnitt verpasst. Durch diese in unserer Umgebung einstmals weitverbreitete Schnittweise der Silberweide wird der Baum dazu gebracht, im nächsten Frühjahr am Kopf unzählige Jungtriebe zu bilden. Diese Triebe bildeten für verschiedene Handwerker ihr Rohmaterial, nämlich die gut biegbaren langen Weidenruten.

In ökologischer Hinsicht ist hervorzuheben, dass sich am Kopf der Weiden durch das periodische Schneiden Löcher und Ritzen bilden, die verschiedensten Insekten und Vögeln als Refugien, also Rückzugsmöglichkeiten, dienen. Aber auch der Stamm der Weide, der nach wenigen Jahren bereits eine raue Borke bildet, beherbergt eine Unmenge an unterschiedlichsten Insektenarten, die wiederum für andere Tiere als Nahrungsgrundlage dienen. Besonders erwähnenswert sind der Moschusbock, dessen Larven sich im weichen Holz der Weiden entwickeln und der Weidenbohrer, der sich ebenfalls von Weiden ernährt. Beide sind auf das Vorhandensein alter Weiden angewiesen.

In diesem Sinne kann die Arbeit des Natur- und Vogelschutzvereins als Beitrag zur Stärkung der Biodiversität angesehen werden, und davon profitiert schlussendlich wieder die ganze Gesellschaft.

(Thomas Hersche)

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