FDP Mägenwil
Die FDP Mägenwil sagt „Ja, aber“ zur Erweiterung Schulhaus und Doppelturnhalle.

Michael Umbricht
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Die FDP Mägenwil sagt grundsätzlich Ja zur Erweiterung des Schulhauses und zum Neubau der Doppelturnhalle. In einer intensiven Beratung des Geschäfts an einer ausserordentlichen Parteiversammlung hat die FDP jedoch zahlreiche "aber" zur Vorlage formuliert, die in der Summe einen schalen Nachgeschmack an der Vorlage des Gemeinderats hinterlassen.

Das Projekt des Architekturbüros jessenvollenweider überzeugt in seiner räumlichen Konzeption: Sowohl die Anordnung der Gebäudeteile wie auch die Ausgestaltung der einzelnen Räume tragen zum einem stimmigen Gesamtbild bei. Auch wird das Energiekonzept mit einem Verbund zum Gemeindehaus und zum Kindergarten zeigt eine gute Gesamtsicht. Die FDP begrüsst das Heizen mit Holzschnitzeln und hofft, dass im täglichen Betrieb dereinst keine Probleme entstehen werden. Weiter stimmt die FDP der vorläufig einfachen Gestaltung des Platzes vor der Doppelturnhalle zu, und sie begrüsst die Phasenaufteilung mit einer räumlichen und zeitlichen Zwischennutzung für die Gärtnerei als pragmatische Lösung.

Im Detail kritisiert die FDP die Darstellung der – seit Jahren wichtigsten! – Vorlage in der Informationsbroschüre: Eher untergeordnete Themen wie die Heizung werden seitenweise dargestellt und sogar um eine für den Entscheidungsprozess völlig irrelevante CO2-Bilanz ergänzt. Zentrale Finanzzahlen fehlen jedoch vollständig: Es fehlt eine Aufteilung der Kosten nach Schulhaus und Turnhalle; es fehlt ein Finanzplan, aus dem die langfristigen finanziellen Auswirkungen ersichtlich sind; es fehlt ein finanzieller Abgleich mit weiteren Investitionsvorhaben der Gemeinde, und es fehlt insbesondere ein miliztauglicher Hinweis auf den Einsatz des bestehenden Eigenkapitals von rund 8 Millionen Franken. Das Hoffen des Gemeinderats auf Finanzausgleich widerspricht aus Sicht der FDP dem Prinzip der Eigenverantwortung, und wird entsprechend kritisch beurteilt.

Weiter hätte es die FDP sehr begrüsst, wenn in der Informationsbroschüre Überlegungen zu den Risiken der Vorlage und zu Alternativszenarien angestellt worden wären. Namentlich hätten die Optionen für eine Einfachturnhalle oder für eine Etappierung der Erweiterung des Schulhauses und der Turnhallen kurz diskutiert werden können. Ebenso hätten die Auswirkungen eines Verzichts dargestellt werden sollen, und die Entwicklung der Schülerzahlen wäre einige Worte wert gewesen. Mit solchen Informationen könnten sich die Stimmbürger einfacher eine Meinung zur Vorlage bilden als mit einer CO2-Bilanz.

Innerhalb der FDP gibt es deshalb auch starke Stimmen gegen die finanziellen Auswirkungen des Vorhabens: Ist es wirklich tragbar oder sprengt das Vorhaben die Finanzkraft von Mägenwil?

Sollte die Kreditvorlage an der Gemeindeversammlung eine Mehrheit erlangen, wird die FDP das Vorhaben kritisch begleiten, denn eine Organisation zur Umsetzung ist in der Broschüre nicht dargestellt, und die Haltung des Gemeinderats ist nach dessen schwacher Präsenz an der Informationsveranstaltung alles andere als klar.