Handball NLB
Der TV Möhlin verliert auswärts gegen Steffisburg mit 28:30

In der Rückrunde verlor der TV Möhlin auswärts gegen den TV Steffisburg mit 28:30 (13:16). Die Abwehr fand vorerst kein Rezept gegen den Steffisburger Topskorer Joël Christinat und offensiv war man wenig überzeugend und konsequent.

Michi Mahrer
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Möhlin kämpfte sich zurück und verliert

Möhlin kämpfte sich zurück und verliert

Zur Verfügung gestellt

Die Anreise mit dem Car nach Steffisburg dauerte wegen Schneeregen und erhöhtem Verkehrsaufkommen länger. Die Gastgeber stimmten dem Möhliner Wunsch zu, das Spiel eine Viertelstunde später anpfeifen zu lassen. Doch der Start in die Partie glückte dem verspäteten Team trotzdem nicht nach Wunsch. Die Möhliner Verteidigung mit Sebastian Kaiser auf Aussenrechts, Mauron, Tokic und Meier im Zentrum, sowie Florian Wirthlin und Bruder Mischa auf der linken Aussenposition, sah sich gleich nach dem ersten Berner Oberländer Angriff mit einem Strafstoss konfrontiert.

Karlo Ladan antwortete mit dem Ausgleich. Danach vergab Patrik Vizes zweimal die Chance, die Gäste nach vorne zu bringen, derweil die Steffisburger, deren Kampfeswille längst entfacht war, zum 3:1 (5.) erhöhten. Vorangegangen waren zwei erfolgreiche Paraden durch Möhlins Keeper Jelovčan, der aber danach von den kompromisslosen Rückraumschüssen des Gegners mal um mal brüskiert wurde (4:8/12.). Das verlieh dem vom Abstieg bedrohten Gegner erneut Kräfte, während Rok Jelovčan entnervt auf die Spielerbank wechselte.

Nicolas Bamert übernahm ab der 13. Spielminute und verbuchte am Schluss eine Abwehrquote von 38 Prozent. Auch offensiv arbeitete der Angriff nun präziser, warfen Oliver Mauron, Karlo Ladan und Patrik Vizes Tore zum 7:9 (15.). Es folgte ein umstrittener Entscheid durch die Spielleitung, welche Mischa Wirthlin mit einem Foul plus Siebenmeter bestrafte und dem Gegner quasi den nächsten Treffer schenkte.

Zu viele Bälle liegengelassen

Im Gegenzug erzielte Möhlin wenig später das nächste Tor und der Schiedsrichter pfiff ab, bevor der Ball im Netz landete. So lag man plötzlich mit vier Toren hinten. Nun kam Sebastian Kaiser aufs Feld zurück und kämpfte trotz Fussschmerzen für mehr offensive Qualität. Er hatte grossen Anteil an der Aufholjagd und Tin Tokic traf erneut vom Siebenmeterpunkt: 9:11 (19.). Kaum war der Schaden wettgemacht, warf Joël Christinat für Steffisburg das nächste Tor. Steffisburg spielte tempogeladen und machte es der Möhliner Verteidigung nicht einfach.

Maurice Meier, der viel Verantwortung im Abwehrzentrum übernahm und Christinat blockierte, kassierte prompt eine Zeitstrafe. Und offensiv leistete sich Möhlin danach zu viele Fehler, was Trainer Zoltan Cordas zur Auszeit bewog. Bis zur Pause verkürzte seine Mannschaft, zuletzt durch einen sehenswerten Flügelwurf von Simon Trüssel zum 13:15 (27.) und einer tollen Strafstoss-Parade durch Bamert, aber liess danach buchstäblich zu viele Bälle liegen.

Der Gastgeber siegte verdient

In der zweiten Spielzeit resultierte aus dem Drei-Tore-Rückstand nach fünf Minuten ein Sechs-Tore-Rückstand. Steffisburg spielte entfesselt, während Möhlin haderte und vorerst nicht ins Spiel fand. Jelovčan übernahm wieder im Tor und Simon Trüssel traf mit einem genialen Wurf vom Flügel zum 16:21 (40.). Mauron, der zuvor besser in die Partie fand, verpatzte die nächste Chance und so sprang erneut Sebastian Kaiser offensiv in die Bresche.

Schade natürlich, dass mit Florian Doormann heute ein starker Rückraumspieler fehlte. Mit Patrik Vizes, der nun besser ins Spiel fand und zusammen mit Kaiser auf 26:27 (57.) aufholen konnte, setzten die Fricktaler aber die Gastgeber kurzzeitig unter Druck. Dass Steffisburg den Sieg doch noch einfahren konnte, sei ihnen gegönnt, sie überzeugten mit mehr Spielwitz, mehr Druck, während der TV Möhlin zu spät in seine Spur fand.