Gemeinnütziger Frauenverein Gränichen
Der Gemeinnützige Frauenverein im Wat Srinagarindravararam

Barbara Ducceschi-Küng
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Die traditionellen Verzierungen des Ubosoth Für diese filigranen Verzierungen musste ein anderer Werkstoff als das tradtionelle Teak gefunden werden. Die EMPA entwickelte dann einen speziellen Kunststoff.
Spannende Ausführungen Die Führerin, Frau Rita Lämmli wusste viel Spannendes und Faszinierendes um Wat zu berichten
Das Wohn- und Arbeitshaus im Wat Hier wurden wir von freundlichen Damen herzlichst mit Tee und Kaffee empfangen - eine Wohltat bei diesem kalten, windigen Wetter.
Die Buddha-Statuen im Ubosoth Links unterhalb der grossen Buddha Statue befindet sich eine Kopie des berühmten Smaragd Buddhas aus dem Grossen Palast in Bangkok. Jener Smaragd Buddha ist nicht aus dem genannten Stein, sondern aus einem riesigen Block feinster, grüner Jade geschnitzt.
Traditionen verschmelzen...
Detail aus den phantastischen Fresken im Innern des Ubosoth. Die Künstler haben als Vorbereitung jeweils auf A4 eine kleine Skizze erarbeitet, bevor sie dann die Bilder auf den Wänden gestalteten. Die Details und der Reichtum der Wandbilder sind phantastisch schön.

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Barbara Ducceschi-Küng

Der Tempel (Wat) Srinagarindravararam ist benannt nach der (thailändischen) Prinzessinmutter, IKH Prinzessin Srinagarindra und wird zusätzlich ein „Ort der Glückseligkeit“ (vararam) genannt. Dieser wirklich aussergewöhnliche Ort befindet sich nicht etwa im fernen Thailand, sondern in unserer nächsten Nachbarschaft, in Gretzenbach. Sie fragen sich vielleicht, was hat die Mutter des thailändischen Königs Rama IX SM Bhumibol Adulyadej mit einem Tempel in der Schweiz zu tun? IKH Prinzessin Srinagarindra lebte viele Jahre in der Schweiz, in Lausanne und fühlte sich zeitlebens der Schweiz sehr verbunden. Den Tempel in Gretzenbach hat sie bis zu ihrem Tod gefördert und finanziell und moralisch unterstützt.

Wat Srinagarindravararam ist das spirituelle Zentrum für die Theravada-Buddhisten und das grösste seiner Art in Europa. Der Theravada Buddhismus ist derjenige, der in Thailand praktiziert wird. Auch in Laos, Kambodscha und Vietnam finden sich Theravada-Buddhisten. Nebst der religiösen Unterweisung durch die Mönche werden, unterstützt von Freiwilligen, im Wat auch thailändische Sprache und Kultur unterrichtet. Zur Zeit lebt im Tempel eine Gemeinschaft von sechs Mönchen unter der Leitung des Ehrenwerten Abts Dr. Phrathepkittimoli.

28 interessierte Besucherinnen und Besucher des Gemeinnützigen Frauenvereins Gränichen wurden unter der Führung von Frau Rita Lämmli auf eine Reise durch den Tempel genommen. Frau Lämmli ist dem Wat Srinagarindravararam seit Anbeginn verbunden und wusste mit viel Wissen über den Buddhismus im Allgemeinen, das Wat und dessen Entstehungsgeschichte im Besonderen zu fesseln. Angefangen beim Fischteich und wie sich das Problem der ‚Überbevölkerung‘ mit einem Fischreiher auf wunderbare Weise gelöst hat, über die beiden Kapellen auf dem Tempelareal bis hin zum grossartig ausgeschmückten Ubosoth. Der Ubosoth ist das wohl auffälligste Gebäude im gesamten Tempelareal. Er wurde von einem Schweizer Architekten gebaut und durch eine auf Tempel spezialisierte thailändische Firma aussen geschmückt. Da sich das Klima in der Schweiz markant von demjenigen in Thailand unterscheidet, mussten anstelle des traditionell verwendeten Teakholzes andere Materialien für den teils filigranen Schmuck gefunden werden. Unter Einbezug der EMPA gelang es, einen Kunststoff zu entwickeln, der einerseits vergoldet werden kann aber andererseits auch dem rauhen Klima trotzt.

Im Innern wurde der Ubosoth von renommierten thailändischen Tempelmalern ausgeschmückt und diese Wandmalereien sind einfach atemberaubend. Sie zeigen die zehn letzten Leben Buddhas und an der östlichen Wand des Usoboth wird das Leben der Wohltäterin und Namensgeberin des Tempels, IHK Prinzessin Srinagarindra, gezeigt. Den Malereien mangelt es aber auch nicht an Kleinigkeiten die einen lächeln lassen. So haben die thailändischen Künstler auch Schweizer Traditionen mit eingebunden, indem zum Beispiel ein Alphornbläser in einer der Fresken auftaucht, andernorts ein Appenzeller Obersenn mit seinen gelben Lederhosen und dem traditionellen Sennenkittel. Traditionen und Kultur sind den Thai eben wichtig! Eine Einstellung, auf die auch wir uns etwas mehr zurückbesinnen könnten. Der Tempel zeigt, dass Traditionsbewusstsein und Pflege der eigenen Kultur nicht einhergehen müssen mit „sich Abschotten“ oder Intoleranz gegenüber Anderen. Im Gegenteil, vermutlich hilft es sogar, auf „Fremde“ und „Fremdes“ zugehen zu können, wenn man eben selbst starke Wurzeln hat.

Ein herzliches Dankeschön an das Wat Srinagarindravararam für die freundliche Aufnahme unserer Besuchergruppe und an Frau Lämmli, dass sie ihr Wissen über die Tempelanlage so grosszügig mit uns geteilt hat. Wer mehr Informationen über das Wat möchte findet diese unter www.wat-srinagarin.com. Für religiöse Besucher ist das Wat täglich geöffnet, für touristische Besucher von 13:30 – 18:00 Uhr zugänglich (für die Besichtigung der Innenräume bitte beim Tempelbüro melden). (BDK)