Gemeinnütziger Frauenverein Gränichen
Der Gemeinnützige Frauenverein Gränichen reist nach nach Madagaskar

Ausflug in die Masoalahalle

Barbara Ducceschi-Küng
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Zwanzig Frauen und Männer machten sich am späten Nachmittag des 24. September auf den Weg nach Madagaskar. Nein, natürlich nicht auf die grosse Insel im Indischen Ozean, sondern nach „Klein Masoala" - der Masoala Regenwaldhalle im Zoo Zürich. Nachdem um 18 Uhr die "normalen" Besucherinnen und Besucher den Zoo verlassen mussten, öffneten sich für uns die Tore. Vom Schreien der Roten Varis begleitet, der wohl bekanntesten endemischen Affenart Madagaskars und den heimlichen Chefs der Halle, betraten die Teilnehmer den feuchtwarmen Masoala-Regenwald. Die Führerin beeindruckte mit einem immensen Wissen über das „Grosse Masoala" in Madagaskar und dessen lokale Gegebenheiten, ebenso wie über das „Kleine Masoala" hier in der kühlen Schweiz. Erzählungen über die Sorge um den Regenwald auf Madagaskar, der bis heute zu rund 94% zerstört ist, stimmen nachdenklich. Geht doch mit dieser Zerstörung der Verlust einer einmaligen und nur auf dieser Insel vorkommenden Natur einher. Der Zoo Zürich unterstützt mit Hilfe vieler Spenderinnen und Spender Projekte in Masoala, die den Schutz dieser einmaligen Natur zum Ziel hat. Gleichzeitig erfuhren die Teilnehmer aber auch verschiedene lustige Anekdoten aus dem Leben der Masoalahalle. Vom Roten Vari, der eines Morgens von einer Kassierin im Masoala-Shop unter seinen Plüschkollegen gefunden wurde und so für einen ordentlichen Schreck gesorgt hat. Darauf habe man den Öffnungsmechanismus für die Türen geändert. Ein paar der Affen seien jedoch fleissig daran, sich auch mit dieser Technik vertraut zu machen und es sei nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Ausbruch anstehe. Oder die Geschichte vom rund 200 kg schweren Schildkrötenmann, der seine Insel verlassen, den Wassergraben überwunden und sich auf den Weg ins Masoala Restaurant gemacht hat. Sein Auftauchen dort habe für einige Aufruhr gesorgt und die Rückführung auf seine Insel sei nicht ganz ohne gewesen.

Zusammen mit der Führerin durften die Teilnehmer richtig in den Wald eintauchen, konnten die vorgegebenen Pfade verlassen und sich auf dem Adventure Trail durch die Halle bewegen. Ohne den Blick nach oben zum Hallendach zu heben hatte man den Eindruck, tatsächlich irgendwo mitten im Regenwald zu sein. Über kleine Hängebrücken, unter tiefhängenden Blättern oder durch einen kleinen Bach ging der Marsch durch den Wald. Der Ehrgeiz war, möglichst viele Tiere zu entdecken, was sich aber in der einbrechenden Dämmerung als ziemlich schwierig herausstellte. Trotzdem konnten nebst den Varis, die die Teilnehmer ihrerseits keinen Moment aus den Augen liessen, kleine Affen, madegassische Tauben, Webervögel oder Haubenibisse gesichtet werden. Die mit den Fledermäusen verwandten Flughunde zogen ihre Kreise über den Köpfen. In Windeseile war die gut einstündige Führung vorbei und die Rückkehr in den regnerisch-kühlen Zürcher Abend wurde Tatasache. Im Restaurant Altes Klösterli wartete dann noch ein feines Nachtessen auf die hungrigen Reisenden und der Abend konnte bei einem Glas Wein und Gesprächen über das Erlebte gemütlich ausklingen. (bdk)