Judo
Den Brugger Judokas steht eine schwierige Finalrunde bevor

Die Qualifikation für das Final Four-Turnier hatten die Brugger Judokas bereits vor dem Auswärtssieg von letztem Samstag gegen Ticino im Sack. Den Meistertitel dieses Jahr erneut zu erobern, wird jedoch alles andere als ein Selbstläufer.

Ciril Grossklaus
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Punktelieferant Eduard Nicolaescu (in Weiss) steht bereits vor der Finalrunde als «Brugger Topskorer 2017» fest.

Punktelieferant Eduard Nicolaescu (in Weiss) steht bereits vor der Finalrunde als «Brugger Topskorer 2017» fest.

Marcel Zimmermann

Die Serienmeister des JJJC Brugg konnten zurecht mit viel Gelassenheit nach Bellinzona reisen, um den letzten Kampftag der Hauptrunde gegen das 2016 «am grünen Tisch» aufgestiegene Ticino zu bestreiten. An den ersten vier Plätzen in der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft (SMM) konnte kaum noch gerüttelt werden.

Selbst rein rechnerisch war es unmöglich den Brugger Judokas den Einzug in die Finalrunde - dem Final Four - zu vermiesen. Doch der Ligakrösus gab sich ohnehin keine Blösse. Mit dem 10:4 in der Hinrunde sowie dem 12:2 beim Rückkampf sicherte sich der Titelverteidiger mühelos den dritten Tabellenrang.

Spannende Finalrunde

Kenner der National Liga A (NLA) dürften sich nun auf eine extrem spannende Finalrunde freuen - und auf hochkarätige Kämpfer, wie es das Schweizer Judo wohl noch nie gesehen hat. Der Halbfinalgegner aus Cortaillod zum Beispiel hat unter anderem einen Engländer namens Benjamin Bletcher in seinem Kader. Ein Spitzenathlet -100 Kg und aktuell 18. der Weltrangliste.

Gemäss Regelwerk können zwei von sieben Gewichtsklassen mit ausländischer Verstärkung besetzt werden. Die Tabellenzweiten hatten zudem im vergangenen Mai den Bruggern mit einem 2:12 im Rückkampf die deutlichste Niederlage seit Jahren beschert. Das 8:6 im Hinkampf hatte aber auch gezeigt, dass der Sieg für Brugg möglich ist, wenn alles passt.

Sollte das schwierige Halbfinale überstanden werden, wartet mit Uster oder Morges ein weiterer enorm harter Brocken im Finalkampf. Letzterer ist als Tabellenführer aus der Hauptrunde hervorgegangen und verfügt mit Ramadan Darwish aus Ägypten ebenfalls über einen Weltklasse-Athleten.

Über sich hinauswachsen

Um den insgesamt 15. Meistertitel zu gewinnen und damit alleiniger Rekordmeister zu werden (derzeit zusammen mit Nippon Zürich), muss das Brugger Judo-Team am 2. Dezember in Renens VD zweifellos über sich hinauswachsen - was im Grunde eine Spezialität der «Aargauer Sportmannschaft des Jahres 2016» ist und ein gewichtiger Grund, weshalb die Serie bereits so lange hält.

Dennoch muss man die Titelverteidigung als Herkulesaufgabe bezeichnen. Neben Olympiastarter Ciril Grossklaus, der zeitgleich am Grand Slam Tokyo kämpft, fehlen beim Final Four mit Michael Kistler und Tobias Meier zwei weitere Leistungsträger verletzungsbedingt.