SVP Ortspartei Windisch
Cyberkrieg – wie geht das?

Fritz Briner
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Divisionär a.D. Peter Regli analysierte die aktuelle Bedrohungslage der Schweiz in einem fesselnden Vortrag. Eindrücklich untermauerte er seine Thesen mit Statistiken, Landkarten und Bildern.

Während man sich bisher, den Krieg vorstellen konnte als Kampf von Artillerie gegen Artillerie, Panzer gegen Panzer („symmetrisch“ wie das im Jargon heisst), werde ein kommender Krieg anders ablaufen. Jede Partei belauscht schon jetzt die andere. Das wissen wir. Künftig aber werden Radarsysteme, GPS-Ortungen, Telefonleitungen, Internet, Radio und TV gekappt, gestört oder verfälscht. Es ist möglich, Fernsehsender abzuschalten, wie Reglis aktuelles Beispiel von Frankreich zeigt. Der Feind hat dann die Möglichkeit, die Bevölkerung zu desinformieren, Unsicherheit zu verbreiten: Welchen TV-Nachrichten darf man trauen? Die Krim sei mit eben dieser Strategie annektiert worden.

Man muss sich zuerst an den Gedanken gewöhnen, dass künftig „Krieg“ eine Angelegenheit von Elektronik, Technokratie und Kommunikation sein werde. Der Schweizer Nachrichtendienst muss sich darauf einstellen. Er wird dadurch für unsere Landesverteidigung immer wichtiger.

Peter Regli zog die Zuhörer während über einer Stunde in seinen Bann. Es war die interessanteste Geschichtsstunde, die man sich vorstellen kann. Er öffnete den Anwesenden die Augen für die "seit siebzig Jahren akuteste Bedrohungslage" heute. Natürlich bezog er die islamistischen Extremisten, die Rolle Russlands in Baltikum und Ukraine, der Türkei, aber auch die Völkerwanderung in die Analyse mit ein. Was aber mit einem „asymmetrischen“, eben einem Cyber-Krieg auf uns zukommen kann, löste betroffene Nachdenklichkeit aus. Ist die Schweiz dafür gerüstet?

Der ehemalige Sicherheitschef der Schweizer Armee verfügt über eine begnadete Rhetorik. Er schätzt, ohne Angstmacherei, die Wahrscheinlichkeit eines Krieges zeit- und raumnah als akut ein. „Die Lunte brennt!“

Wir Gäste aus Windisch, die von der SVP-Bezirkspartei Zurzach zu diesem Anlass nach Böttstein eingeladen waren, sind dankbar für die ideologiefreien Fakten eines der besten Kenner der weltweiten Bedrohunglage.

Schweiz ohne Armee

Sein Thema müssten diejenigen Parteien aufnehmen, welche in ihrem Parteiprogramm „für eine Schweiz ohne Armee“ kämpfen. Wenn an deren Parteitag 2015 weder Masseneinwanderung noch EU-Beitritt thematisiert werden, dann wäre „Reale Bedrohung der Schweiz“ ein empfehlenswertes Thema, Peter Regli die Bestbesetzung als Referent.

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