CVP Schlieren
CVP gegen separierte Grabfelder

Stefano Kunz
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Vor kurzem traf sich eine stattliche Anzahl von Partei- und Behördenmitgliedern der CVP Schlieren im St. Josefshuus zur ordentlichen GV 2013. Die umfangreiche Traktandenliste konnte rasch abgearbeitet werden, so dass genügend Zeit für thematische Diskussionen blieb.

Für einmal wurde nicht über die Limmattalbahn diskutiert, sondern über das geplante, separierte Grabfeld für muslimische Bewohner von Schlieren. Obwohl im Limmattaler schon mehrfach zu lesen war, dass die CVP ein solches Grabfeld befürworte, wurde bald klar, dass diese Annahme einer persönlichen Äusserung entspringt und sich nicht mit der Sichtweise einer grossen Mehrheit der GV deckt: Aus Sicht der Mehrheit wiegen die juristischen Argumente wesentlich schwerer als die ethischen Gedanken, die die Minderheit ins Feld führte und die auch der persönlichen Äusserung zugrunde lagen. Dem Anliegen der Muslime wurde durchaus Verständnis entgegen gebracht, doch wurde mehrfach betont, dass seit 1874 die Friedhöfe in der Schweiz säkularisiert seien und damit nicht mehr einer Religion, sondern den politischen Gemeinden gehörten.

Wie ebenfalls schon mehrfach zu lesen war, werden bereits heute im Friedhof Schlieren Muslime bestattet, ohne dass sie separiert wären. Zudem verstösst es auch nicht gegen die Religionsfreiheit, dem Wunsch der ewigen Grabesruhe nicht zu entsprechen. Vielmehr wäre dies eine Gewährung von Sonderrechten, die dem Gebot der Gleichbehandlung widersprechen würden. Schliesslich besteht, entgegen der Information des Stadtrates, kein gesetzlicher Auftrag zur Schaffung eines Grabfeldes für andere Religionen. Erstaunlich ist zudem, dass offenbar nicht per se eine Ausrichtung nach Mekka erforderlich sei, sondern es genüge, den Kopf des/der Verstorbenen entsprechend auszurichten.

Es wurde an der GV nochmals betont, dass man das Anliegen der Muslime nachvollziehen könne. Ein separates Gräberfeld wird aber definitiv als die falsche Lösung gesehen. Die Säkularisierung der Friedhöfe hat mit dazu beigetragen, Trennendes wegen Glaubensfragen zu überwinden. Dies soll nun nicht plötzlich wieder aufgehoben werden. Die Anliegen der Muslime können auch im bestehenden Rahmen berücksichtigt werden.

Nach der angeregten Diskussion sorgte dann ein Apéro riche dafür, dass im kleineren Kreise weiter diskutiert werden konnte.

Rolf Wegmüller, CVP/EVP-Fraktionspräsident, Schlieren

Stefano Kunz, CVP-Parteipräsident, Schlieren