Männerturnverein
Bergtour des Männerturnvereins Rudolfstetten-Friedlisberg

Wenn Engel reisen, dann lacht der Himmel.

Marcel Siegrist
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Bei traumhaftem Wetter startete eine Gruppe von 18 strammen Turnern in aller Frühe ins Unterengadin zur diesjährigen 2-tägigen Bergtour. Dass in Zürich bereits zwei andere Gruppen unseren reservierten Wagen in Besitz genommen hatten, vermochte uns nicht zu erschüttern. Wir erreichten den Ausgangspunkt Lavin, im Unterengadin, trotzdem - und hatten, verteilt auf Einzelplätze Kontakte mit andern Mitreisenden knüpfen können. Die Kraft des positiven Denkens trug einmal mehr Früchte.

In Lavin nahmen wir den „Kulturweg in über Guarda, Ardez nach Ftan unter die Füsse. Allerdings nötigte uns bereits in Guarda ein angeschriebenes Haus einen ersten Halt auf. Schliesslich gilt es auf einer Wanderung auch die kulinarischen Errungenschaften der einheimischen Bevölkerung zu würdigen, besonders wenn herrlicher Sonnenschein und ein segantiniblauer Himmel für durstige Kehlen und knurrende Magen sorgen. Saisongerecht - der Herbst ist die Zeit der Hochwildjagd - liessen wir uns den Rehpfeffer denn auch schmecken; ebenso des Weinstocks edle Gabe.

Vor Ardez teilte sich dann unsere Gruppe wie geplant. Für die einen ging es weiter nach Ftan, für die anderen talabwärts zur Bahnstation Ardez und mit der rhätischen Bahn nach Scuol. In Scuol feierten wir die Wiedervereinigung und liessen uns anschliessend mit dem Postauto nach S-charl, zu hinterst im gleichnamigen wildromantischen Tal bringen.

Im heimeligen Hotel Mayor bezogen wir dann unsere Zimmer. Diejenigen mit Tendenzen zum Schnarchen, das soll's geben, verzogen sich in die Einzelzimmer. Die andern bezogen, nach dem Zufallsprinzip zusammen gewürfelt, Doppelzimmer - mit Dusche oder Etagendusche. Die Männer von Rudolfstetten und Friedlisberg pflegen nämlich die Reinlichkeit. Geschlafen haben offenbar alle gut, Reklamationen gab es nämlich keine.

Braten mit Kartoffelstock, Gemüse und ein guter Tropfen Rotwein taten das ihre für eine gute Stimmung. Jedenfalls sind auf dem Gruppenfotos vom andern Morgen lauter zufriedene Gesichter zu erkennen.

Ein weiteres Mal teilten wir uns für den Marsch in zwei Gruppen auf. Die „Sportivos" nahmen den Weg zum Ofenpass unter die Füsse. Von S-charl (1'810 M.ü.M.) ging's bergauf zur Alp Astras, über den Pass Funtana da S-charl (2'393 M.ü.M.) und hinunter auf den Ofenpass (2'149 M.ü.M.). Die Tour dauerte rund fünf Stunden - das Bier auf dem Ofenpass hatten sie sich redlich verdient. Mit dem Postauto ging's zurück nach Zernez und von da mit der Bahn nach Sagliains, am Eingang zum Verainatunnel.

Dort trafen die „Sportivos" wieder mit den Geniessern zusammen, welche von S-charl dem Fluss entlang durch die wilde Clemicaschlucht zurück nach Scuol, gewandert waren und von dort, mit Zug nach Sagliains erreichten.

Durch den Vereanatunnel über Landquart reisten wir dann gemeinsam wieder zurück nach Rudolfstetten. Auf der Rückfahrt wurde es immer ruhiger, machte sich doch bei einigen langsam die Müdigkeit bemerkbar und einige erlebten die Rückfahrt mit geschlossenen Augen. Werner, unser Reiseführer, hatte wahrlich seinen Job sehr gut gemacht, auch das Wetter hatte er voll im Griff, denn kaum ausgestiegen, fielen die ersten Regentropfen. (ogp)