Natur- & Vogelschutzverein
Bekämpfung gebietsfremder Pflanzen auf der Baldegg

Die Mitglieder des Natur-und Vogelschutzvereins Baden / Ennetbaden haben sich mit dem Dauerbrenner „Invasive Neophyten“ auseinandergesetzt und das Gelernte gleich praktisch umgesetzt.

Marcel Siegrist
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„Der Einsatz lohnt sich vor allem in ökologisch wertvollen Flächen", erklärt Fabian Meyer vom Verein Naturnetz. „Am Anfang können die ungewollten Pflanzen relativ einfach bekämpft werden. Sobald sie sich flächenhaft vermehren, ist ihnen fast nicht mehr beizukommen."

Als Neophyten werden nicht-einheimische Pflanzen bezeichnet, die nach 1492, also nach der „Entdeckung" Amerikas, durch menschliche Aktivitäten in neue Lebensräume gebracht worden sind. Einige dieser Neuankömmlinge vermehren sich nach einiger Zeit explosionsartig und beginnen, die einheimischen Arten zu verdrängen. Sie werden dann invasiv genannt. Dieses Phänomen ist in der Schweiz, neben der Zerstörung natürlicher Lebensräume, der zweitwichtigste Grund für die weiterhin andauernde Abnahme der Biodiversität.

Im Wissen um diese Zusammenhänge hat der Natur-und Vogelschutzverein Baden / Ennetbaden am Samstag dem 3. September diesem Thema eine Exkursion gewidmet. Fabian Meyer zeigte die häufigsten Neophyten, die Probleme bereiten und erklärte die passenden Massnahmen, um die Ausbreitung zu verhindern.

Drüsiges Springkraut, Nordamerikanische Goldruten, Sommerflieder, Einjähriges Berufskraut, um nur ein paar zu nennen. Die einen müssen möglichst mitsamt den Wurzeln ausgerissen oder ausgegraben werden, grossen Beständen ist nur mit jährlich mehrmaliger Mahd beizukommen. Für Bäume wie dem Götterbaum oder der Robinie hat sich das Ringeln der Rinde bewährt.

Bei allen Massnahmen sind regelmässige Kontrollen über mehrere Jahre hinweg entscheidend. Die Ausrottung ist aber eine Illusion. Weiterhin fehlt ein nationales Konzept und die Öffentlichkeit ist noch nicht genug sensibilisiert.

Nach der Theorie, die Praxis. Mit vereinten Kräften haben die Teilnehmer ein Stück des Sonderwaldreservates am Sonnenberg auf der Baldegg von den Eindringlingen befreit. „Es war zwar heiss, aber es lohnt sich" meinte ein eifriger Teilnehmer. „ Ich habe bei der Arbeit viele Heuschrecken und Schmetterlinge gesehen, die hier nur vorkommen, wenn nicht alles von wenigen Pflanzenarten überwuchert ist."

Die Vereinsmitglieder werden mit dem nächsten „Alpensegler", dem mehrmals jährlich erscheinenden Vereinsblatt, einen Flyer zum Thema invasive Neophyten zugesandt bekommen. Auch Nicht-Mitglieder können den Flyer beziehen mit einem Mail an folgende Adresse: info08@navobaden.ch

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