Judo-WM
Baselbieterin Evelyne Tschopp scheitert an der Judo-WM an Russin Kuziutina

Nach ihrem fulminanten Start in die erste Jahreshälfte mit vier Medaillen an fünf Turnieren wurde der Höhenflug der Baselbieter Judoka erst einmal gebremst. Evelyne Tschopp musste sich dann am Grand Prix in Budapest im August bereits in der ersten Runde geschlagen geben.

Brigitta Pflugshaupt
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Evelyne Tschopp scheitert an der WM in der dritten Runde an einer Russin.

Evelyne Tschopp scheitert an der WM in der dritten Runde an einer Russin.

KEYSTONE/EPA/ABIR SULTAN

Der wichtigste Wettkampf des Jahres stand aber vergangenes Wochenende auf dem Programm: die Weltmeisterschaften in Baku. Ihre Hoffnungen auf eine WM-Medaille waren nach ihrer Bronze-Medaille an der EM in Tel Aviv durchaus berechtigt. Die Vorbereitung mit drei internationalen Trainings-Camps im Sommer verlief optimal.

Zum Auftakt des Turniers hatte Tschopp Glück und erhielt ein Freilos. In der zweiten Runde traf die Baselbieterin wie am Bronzekampf an der EM auf die Ungarin Reka Pupp. Tschopp war die bessere Kämpferin, konnte aber in der regulären Kampfzeit nicht punkten. Im nachfolgenden Golden Score jedoch schaffte sie es, nach wenigen Sekunden ihren Wurf O-uchi-gari erfolgreich ansetzen, erhielt eine Wertung und gewann damit den Kampf.

Die Geschichte wiederholt sich

In der dritten Runde erwartete Tschopp – die Geschichte wiederholt sich – wieder die Russin Natalia Kuziutina, ihres Zeichens die aktuelle Welt-Nr 3, amtierende Europameisterin. Sie war auch schon Weltmeisterin, sowie Olympia-Medaillen-Gewinnerin in Rio. Tschopp kämpfte sehr gut, selbstbewusst, entschlossen und konzentriert, die Russin hielt aber dagegen, legte einen Gang zu und die Schweizerin musste mehr in die Defensive gehen.

Schliesslich setzte sich die Favoritin erneut durch und gewann mit einem Ippon-Wurf. Damit schied Evelyne Tschopp eine Runde vor dem Hoffnungslauf (mit Aussicht auf Bronze) aus dem WM-Turnier aus. Der WM-Final war eine rein japanische Angelegenheit, welche Abe gegen Shishime für sich entscheiden konnte. Die Brasilianerin Miranda und die Französin Buchard erkämpften sich Bronze. Die zweite Schweizerin Fabienne Koch, die nach ihrer Verletzungspause auch von der 57- in die 52-Klasse gewechselt hat, erreichte ebenfalls die dritte Runde.

Obwohl Tschopp damit ihr Ziel einer Medaille nicht erreichen konnte, darf sie mit ihrer Leistung zufrieden sein und konnte sich 240 Punkte für das Olympia-Ranking Tokio 2020 gutschreiben lassen.