Philatelistenverein
Auf den Spuren der Lothringer

Hannelore Hauenstein
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Bilder zum Leserbeitrag

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Nancy (9).jpg Das kunstgeschmiedete, vergoldete Tor am Place Stanislas wird bewundert.

Nancy (9).jpg Das kunstgeschmiedete, vergoldete Tor am Place Stanislas wird bewundert.

Vereinsreise des Philatelistenvereins Zurzach und Umgebung führte in die Hauptstadt von Lothringen.

Treffpunkt Hauptbahnhof Basel, französischer Sektor. So stand es auf der Einladung zur dreitägigen Vereinsreise des Philatelistenvereins. Nach individueller Anreise trafen alle Mitreisenden pünktlich ein und bestiegen gemeinsam das reservierte Abteil des Zuges nach Strasbourg. Mit einem Umsteigen wurde gegen Mittag das Ziel der Reise, Nancy, erreicht. Beim Mittagessen wurden gleich die ersten französischen Spezialitäten getestet, die man in Lothringen einfach gegessen haben muss. So etwa die berühmte Quiche Lorraine, ein Kuchen mit Speck, Zwiebeln und Eiern. Weitere Spezialitäten der Stadt Nancy sind die Makronen, erfunden Ende 18. Jh. von zwei Nonnen. Oder die Mirabellen, sie werden für Kuchen, Konfitüre, Schnaps oder Liquör verarbeitet. Der Baba au Rhum , eine Art Napfkuchen, soll von Stanislaus I erfunden worden sein, weil er im hohen Alter nicht mehr richtig beissen konnte und den Kuchen desshalb in Rum tränkte. Schliesslich werden fast in jedem Laden Bergamotte-Bonbons angeboten, deren Herstellung aus dem Oel der Zitrusfrucht eine lange Tradition hat.

Ein erstes erkunden der Stadt am Nachmittag diente als Verdauungsspaziergang, da das Nachtessen wieder gemeinsam eingenommen wurde. Der Reiseleiter hatte dafür ein ganz spezielles Restaurant ausgesucht, hatte man doch von da aus einen schönen Blick auf den imposanten Place Stanislas. Dieser Platz wird als der schönste Königsplatz Europas angesehen, der in die Liste des Unesco-Welterbes aufgenommen wurde. Wie die Stadtführerin am nächsten Morgen erklärte, liess Herzog Stanislas Leszczynski, König von Polen und Schwiegervater von König Ludwig XV, den Platz 1755 erbauen. Mit der jährlich grossen Apanage des Königs entwickelte Stanislas eine rege Bautätigkeit. Er förderte die Schulbildung und ermöglichte dem gemeinen Volk das Lustwandeln im Park Pépinière, was bis dahin nur dem Adel vorbehalten war.

Im speziellen Ambiente der Markthallen wurde das Mittagessen eingenommen. Edmond übersetzte die Speisekarte, so wusste jeder, was er auf dem Teller hatte. Den freien Nachmittag nutzten einige Mitglieder zum „ lädele“, andere spazierten durch den riesigen Park des „Stanislas le bienfaisant“ oder besuchten eines der zahlreichen Museen.

Wer sich für Architektur interessierte, begleitete am Sonntagmorgen die Touristenführerin zu einem Rundgang durch Nancy mit dem Ziel, Häuser im Jugendstil zu entdecken. Der immer wieder einsetzende Regenschauer trieb auch die Flohmarktbesucher in die schützenden Museumshallen. Mit neuem Wissen, Kultur und Delikatessen im Gepäck wurde am Nachmittag die Rückreise angetreten. In Basel trennte sich die Gruppe, um auf dem besten und schnellsten Weg nach Hause zu kommen. Ob alle daheim angekommen sind, wird sich an der nächsten Monatsversammlung zeigen.