Kein Atommüll im Bözberg (KAIB)
Atommülllager hat mindestens zwei grosse Oberflächenanlagen

Sacha Schenker
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Bilder zum Leserbeitrag

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Verfolgt man die aktuelle Diskussion über ein mögliches Atommülllager am Bözberg, entsteht der Eindruck, es gäbe nur eine Oberflächenanlage. Nämlich jene, die aktuell in Villigen vorgesehen wäre. Tatsache ist aber, dass es mindestens zwei grosse Oberflächenanlagen geben würde. Die Bürgerorganisation KAIB (Kein Atommüll im Bözberg) fordert eine offene Information der Bevölkerung über die Dimensionen und Risiken sämtlicher Anlagetypen die zu einem möglichen Tiefenlager gehören würden.

Nebst einer grossen Aussenanlage beim Zugangstunnel benötigt ein Atommülllager auch eine grössere Aussenanlage mit einem Lüftungs- und Rettungsschacht, die über der unterirdischen Lagerstätte zu liegen käme. Diese „Schachtkopfanlage“ über dem Atommülllager würde auch zum Transport von Personen und Material dienen. Die Anlage würde eine grössere Fläche umfassen sowie aus einem relativ hohen Turm mit Aussenluftöffnungen sowie zusätzlichen Ökonomiegebäuden bestehen. Diese zusätzliche Aussenanlage über dem Atommülllager müsste auch mit entsprechend gut ausgebauten Strassen erschlossen werden, auf denen schwere Rettungsfahrzeuge problemlos kreuzen könnten. Zudem handelt es sich bei dieser Anlage um einen relevanten Risikobereich. Bei einem nuklearen Störfall könnte über einen solchen Schacht eine radioaktiv angereicherte Abluftfahne entstehen. KAIB fordert daher, dass eine solche Aussenanlage beim Abluftschacht als nukleare Anlage zu klassifizieren wäre. Weiter fordert KAIB die Nagra auf, volle Transparenz walten zu lassen und der Bevölkerung öffentlich bekannt zu geben:

  • Im Einzugsgebiet welcher Gemeinden mit einer solchen Schachtanlage zu rechnen wäre.
  • Welche Platzierungskriterien gelten müssten.
  • Wie gross der Flächenbedarf für die Aussenanlagen beim Schacht insgesamt wäre und ob Fruchtfolgefläche/Kulturland betroffen wäre.
  • Wie hoch der Förderturm in etwa wäre.
  • Welche Erschliessungsbedingungen für eine solche Schachtkopfanlage über dem Atommülllager erfüllt werden müssten.
  • Mit welcher Bauzeit im Umfeld seiner solchen Anlage gerechnet werden muss.
  • Ob eine solche Schachtkopfanlage auch das Gebiet des Jurapark Aargau tangieren könnte.
  • Ob unterschiedliche Lagertypen (SMA, HAA, Kombilager) Auswirkungen auf die Grösse oder die Anzahl solcher Anlagen haben würden. Und falls Ja, welche?
  • Welche Sicherheitsauflagen solche Anlagen erfüllen müssten.
  • Welches Sicherheitsdispositiv für die Bevölkerung im Umfeld einer solchen Schachtkopfanlage bei einem Störfall vorgesehen wäre.

Die Bürgerorganisation KAIB beantragt via Delegierten bei der der Regionalkonferenz Jura Ost (Bözberg) zudem die Traktandierung und Diskussion dieser offenen Fragen an der Regionalkonferenz.

KAIB