Komitee pro Max Chopard-Acklin
Arbeitszeiten kontrollieren, statt Burnouts kurieren

Sandra-Anne Göbelbecker
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Bilder zum Leserbeitrag

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Flyer 23. Berner-Suppe in Merenschwand

Flyer 23. Berner-Suppe in Merenschwand

Nationalrat Max Chopard-Acklin berichtete auf Einladung der SP im Restaurant Huwyler in Merenschwand unter dem Titel „Berner Suppe“ vom Geschehen in der Herbstsession und seinem Engagement in Bundesbern. Anschliessend wurde eine feine Kürbiskremsuppe serviert.

„Die Volksinitiative für eine öffentliche Krankenkasse hat sich auf jeden Fall gelohnt“ berichtete Max Chopard. Denn die Initiative habe unabhängig vom Abstimmungsresultat bereits im Vorfeld in Bundesbern positive Auswirkungen gehabt. So bei den Beschlüssen zur Verbesserung des Risikoausgleichs oder bei der optimierten Bundesaufsicht über die Krankenkassen.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Die eidgenössischen Räte wollen die Schaffung von Betreuungsplätzen für Kinder weitere vier Jahre unterstützen. Der Bund stellt für Krippenplätze und Tagesschulen ab 2015 nochmals 120 Millionen Franken zur Verfügung. Seit 2003 konnten mit rund 300 Millionen Anschubfinanzierung gegen 43'000 neue Plätze für die Kinderbetreuung geschaffen werden. Die Nachfrage bleibt hoch. SP und BDP setzten sich dafür ein. Die SVP und Teile der FDP waren dagegen, was laut Chopard teilweise heftige Kontroversen auslöste. „Wurde nach Annahme der Masseneinwanderungsinitiative aus diesen Kreisen doch immer wieder gesagt, die Wirtschaft müsse ihren Arbeitskräftebedarf künftig halt vermehrt im Inland decken.“ Dies setze aber voraus, dass auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert wird: „Dazu gehören familienexterne Betreuungs-strukturen“ so Chopard.

Arbeitsgesetz beachten

In einem Postulat forderte Chopard den Bundesrat auf, zu untersuchen wie die heute mangelhafte Durchsetzung der Dokumentationspflicht bei der Arbeitszeiterfassung verbessert werden könne. Gemeint sind die Arbeitszeiten von weisungsgebundenen Arbeitnehmenden. Denn eine 2012 vom Seco publizierte Studie habe gezeigt, dass 16,7 Prozent der Arbeitnehmenden ihre Arbeitszeit nicht erfassen, was dem schweizerischen Arbeitsrecht widerspricht. Diese und weitere Studien liessen zudem den Schluss zu, dass es eine Wechselbeziehung zwischen fehlender Arbeitszeiterfassung, schlechteren Arbeitsbedingungen und verschiedenen Krankheitsbildern wie z. B. Burnout gebe. „Da stellt sich doch die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, Arbeitszeiten zu kontrollieren, statt Burnouts zu kurieren“ brachte Chopard den Sachverhalt auf den Punkt. Gerade wenn die Grenzen zwischen Arbeitszeit und Privatleben poröser würden, sei eine saubere Erfassung der Arbeitszeiten wichtig. Diese sei auch bei flexiblen Arbeitszeitmodellen unbürokratisch umsetzbar. Eine zeitnahe und transparente Arbeitszeiterfassung sei für die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer gleichermassen von Vorteil, da dadurch die Arbeitsleistung berechenbar und eben auch nachvollziehbar sei. Bundesrat Schneider-Ammann habe darauf erklärt, das Problem sei erkannt und man sei daran, mit den Sozialpartnern eine Lösung zu finden.

Alpenschutz nicht unterlaufen

Trotz dem Alpenschutzartikel in der Bundesverfassung solle für rund 3 Milliarden Franken die zweite Gotthardröhre durchgedrückt werden. Damit gäbe es neu vier Spuren. Die zweite Spur pro Tunnel würde nur als Pannenstreifen dienen, hiesse es. „Milliarden für eine zweite Röhre und massiv höhere Unterhaltskosten: Beides ohne Kapazitätserweiterung für den Strassenverkehr?“ fragte Chopard zweifelnd. Der Druck, die zweite Spur zu öffnen, würde wohl früher oder später dazu führen, dieses Versprechen zu brechen. Damit würden der Alpenschutzartikel und die Milliarden Investitionen in die NEAT untergraben. Alpenquerende Güter gehörten auf die Bahn. Die SP würde mit anderen Organisationen das Referendum gegen die zweite Gotthard-Röhre ergreifen, kündigte Chopard den rund 20 Anwesenden an.

SAG

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