Kleintierzüchterverein
Ältere Nachtigallen singen besser ...

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Der Abendgottesdienst bildete den Auftakt zur 131. Generalversammlung des Kirchenchors St. Martin Olten. Unter der Leitung seines neuen Dirigenten Silvan Müller sang der Chor Werke von A. Bruckner und C. Ph. E. Bach sowie das weltbekannte Ave Verum von W. A. Mozart, eine Perle der liturgischen Musik. Nachdem sich die rund 65-köpfige GV-Teilnehmerschar mit einem schönen Apéro aufgelockert hatte, ging es zu Tisch. Die Leistung des kulinarischen Teams wurde hochgelobt. Chorpräsidentin Marianne Lutz, die bereits in ihrem 10. Jahr amtet und dabei in seltener Weise organisatorische wie menschliche Qualitäten vereinigt, begrüsste nun die Gäste, Musiker, und Sängerinnen und Sänger, auf die sie in ihrer Einladung liebevoll den Vergleich mit älteren Nachtigallen gemünzt hatte. Es handelte sich nicht um eine gewöhnliche Generalversammlung, war es doch die letzte mit dem scheidenden Leiter Joseph Bisig, und Abschiedsgefühle schwangen in der fröhlichen Unterhaltung mit. Zugleich aber spürte man, die Zukunft beginnt. Dass ein neuer Chorleiter gefunden wurde, war nicht selbstverständlich und ist ein grosses Verdienst des Such-Teams. Zu den Höhenpunkten des vergangenen Jahres gehörten die Messe KV259 von W. A. Mozart zu Ostern, der Beitrag aller Pfarreichöre an Fronleichnam, Jazziges für Chor am 25. Juni, das Magnificat von Stanford zu Mariä Aufnahme, die musikalische Begleitung des Bettags in der St. Martinskirche Thun am 18. September anlässlich des Chorausflugs, die Messe in D – Dur von A. Dvorak am Martinsfest am 13. November und die Pastoralmesse von Kempter an Weihnachten. Die gregorianische Choralschola kam mehrmals zum Einsatz, und die Osternachts- und Pfingstgottesdienste begleitete ein Projektchor. Das Offene Adventssingen in der Kapuziner-Klosterkirche machte den Chor einem breiteren Publikum bekannt. Am 7. Dezember lud der Chlaushöck zu gemütlichem Naschen und Plaudern. Erstmals erläuterte nun Chorleiter Silvan Müller das neue Jahresprogramm 2017. Es verspricht einiges an Herausforderungen: die Krönungsmesse von W. A. Mozart an Ostern, die festliche Errichtung des Pastoralraumes vom 2. – 4. Juni in Olten, die „Messe Chorale“ von Ch. Gounod zum Martinsfest und die Nicolai-Messe von J. Haydn zu Weihnachten, dazu Beiträge von Chor und Choralschola. Pfarrer Mario Hübscher, als Präses der Kirchenchöre des Pastoralraums, wies in seinen Ausführungen auf den Wert von Veränderungen hin, und wie viel davon wünschenswert ist, ohne die Kontinuität zu beeinträchtigen. Trotz Goethes Feststellung „Das Lied, das aus der Kehle dringt, ist Lohn, der reichlich lohnet“ lebt auch der Martinschor Olten nicht ohne pekuniäre Mittel, deren treffliche Verwaltung durch Peter Haag von allen für gut befunden wurde. Die Präsidentin informierte über den Austritt von Eduard Keller, der nach 44 Sängerjahren zum Ehrenmitglied ernannt wurde, und den Eintritt von Carmen Felber. Renata Derendinger wurde als Beisitzerin in den Vorstand aufgenommen, der in corpore für weitere zwei Jahre wiedergewählt wurde. Zu neuen Rechnungsrevisoren wurden Judith Grab und André Heiniger gewählt. Schliesslich wurde Gabor Kanzso für 30 Jahre aktive Chormitgliedschaft geehrt. Zu einem besonderen Höhepunkt geriet die Verabschiedung des alt-Chorleiters: Ein Bilder-Rückblick beleuchtete die 12 Jahre mit Joseph Bisig, der zu 535 Proben stets pünktlich aus Bern angereist kam. Der Chor überraschte mit einer von Organist Hansruedi von Arx einstudierten und herzergreifenden Adaptation des Liedes „S’isch äbe n’e Mönsch uf Ärde ...“, und kaum hatte man endlich das Taschentuch gefunden, betrat Chorleiter-Nachfolger und nicht zuletzt Tenor Silvan Müller die Bühne und sang zu Ehren seines langjährigen Kollegen die Lieder „An die Musik“ von Franz Schubert sowie „Sag‘ zum Abschied leise Servus“, wobei er alle Register seines Könnens zog. Auch Handgreifliches wurde Joseph Bisig übergeben: zwei Karten zum Besuch von Verdis „Falstaff“ in der Mailänder Scala, komplett mit Akkommodation, und ein Tropfen hochklassigen Bischofsweins. Joseph Bisig verdankte alles sichtlich gerührt und rühmte das gute Verhältnis zum Chor. Mit guten Wünschen verabschiedeten sich auch Kirchenratspräsident Theo Ehrsam und weitere Gäste, worauf der Chor mit einem heiteren Ausklang des Abends die Zukunft mit Silvan Müller in Angriff nahm. / cko

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