Aargauischer Gewerkschaftsbund
AGB wehrt sich gegen Kahlschlag im Bahnverkehr

Sekretär AGB
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Der Aargauische Gewerkschaftsbund (AGB) wehrt sich dagegen, dass beim Regionalverkehr der Rotstift angesetzt wird. Einstimmig unterstützten die Delegierten einen Aufruf, die Petition des VCS gegen den "Kahlschlag im Bahnverkehr" zu unterstützen

Die unlängst bekannt gewordene Absicht des Bundesamtes für Verkehr (BAV), gesamtschweizerisch 175 regionale Bahnlinien zu überprüfen und die Kantone zu beauftragen, eine Umstellung auf Busbetrieb zu prüfen, hat auch die Gewerkschaften aufgeschreckt. Der Vorschlag stehe "völlig schief in der politischen Landschaft", heisst es im AGB-Aufruf. Die Sparmassnahme schwäche nicht nur einzelne Strecken, sondern das Gesamtsystem. Zudem würden Stilllegungen von Bahnlinien dazu führen, dass wieder mehr Leute aufs Auto umsteigen.

Im Kanton Aargau seien neun wichtige Strecken von der Überprüfung betroffen, darunter etwa die WSB-Strecke Aarau-Menziken, erklärte AGB-Sekretär Renato Mazzocco. In die WSB seien in den letzten Jahren grosse Investitionen getätigt worden, die mit der Umstellung auf Busbetrieb zunichte gemacht würden. Abgesehen davon sei es unvorstellbar, wie in Spitzenzeiten am Morgen und am Abend die Pendlerströme mit Bussen bewältigt werden sollen. Der öffentliche Verkehr dürfe nicht nur nach rigiden finanziellen Kennzahlen beurteilt werden. Ebenso wichtig sei, ökologische und soziale Faktoren in die Betrachtung einzubeziehen.

Deshalb unterstütze der AGB die vom VCS lancierte Petition gegen den "Kahlschlag im Bahnverkehr", sagte Mazzocco. Es sei wichtig, dass möglichst viele Leute via Internet (www.verkehrsclub.ch/regionalverkehr oder www.sev-online.ch) die Petition unterstützten, mit welcher an den Bundesrat appelliert wird, auf die geplanten Sparmassnahmen im regionalen Bahnverkehr zu verzichten. Die zugrunde gelegten Kriterien würden dazu führen, dass auch gut ausgelastete Linien durch Busse ersetzt werden könnten. Zudem gelte es, dem Kanton einen Wink zu geben, dass sich dieser gegen die Umstellungen auf Busbetrieb wehren müsse.