St. Martinsbruderschaft zu Olten
76. Bruderschaftsfest der St. Martinsbruderschaft zu Olten

Jörg Oegerli
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undefined v.l.n.r.: Martin Restelli, Dr. Gerhard Pfister, Peter Martin Fromm, Jürg Studer, Peter Walter, Abt Dr. Urban Federer OSB

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Am Sonntag, 12. November 2017, feierte die St. Martinsbruderschaft zu Olten das 76. Bruderschaftsfest und damit ihr 75-jähriges Bestehen. Der Festgottesdienst wurde vom kirchlichen Ehrengast, Abt Dr. Urban Federer OSB, Abt des Benediktiner-Klosters Einsiedeln, zelebriert. Unter der Leitung von Silvan Müller sang der Kirchenchor St. Martin die festliche Messe "chorale" für Chor und zwei Orgeln von Charles Gounod und ein "Ave Maria" vom selben Komponisten.

Zu Beginn seiner Martinspredigt nahm Abt Urban das 75 Jahr-Jubiläum der Martins­bruderschaft zum Anlass für einen Rückblick ins Mittelalter. Anhand eines gedanklichen Gottesdienstbesuches in einem gotischen Münster stellte er diverse Bezüge zum mensch­lichen Leben, zu den Lesungen und zum Tagesevangelium vom Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen her. Das oft dargestellte Weltgericht vom jüngsten Tag sagt aus, dass das menschliche Herz zum Guten und Bösen fähig ist. Das Bekreuzigen mit Weih­wasser gilt als Erinnerung an die Taufe und kann als Glaube an das Gute aufgefasst werden. Das Hören des Wort Gottes dient zur Herzensbildung. In gotischen Münstern ist oft die Szene mit den klugen und törichten Jungfrauen zu finden. Diese Szene kann als Auf­forderung empfunden werden, sich auf die Seite der Klugen zu stellen und sich so zu Christus führen zu lassen. Dies wäre aus Sicht Abt Urban sehr weise und entspreche dem Text aus der Lesung aus dem Buch der Weisheit.

Im Anschluss an den Gottesdienst war die Festgemeinde zu einem Apéro, serviert von der Frauengemeinschaft St. Martin, in den Bibliothekssaal eingeladen. Im Josefsaal konnte Obmann Martin Restelli 103 Martinsbrüder, Gesellen, Gesellenanwärter und Gäste begrüssen. Als weltlicher Ehrengast war Nationalrat und CVP-Präsident Dr. Gerhard Pfister anwesend.

In seiner Ansprache widmete sich Dr. Gerhard Pfister der Frage, wie zeitgemäss in der westlichen Welt das Christentum noch ist, wobei er sich auf die Schweiz, die St. Martinsbruderschaft und schliesslich auf die CVP fokussierte. Er erörterte dabei die Frage, inwiefern die heutige Gesellschaft ein Bedürfnis nach christlichen Inhalten hat und kam zum Schluss, dass der Glaube, die Transzendenz die zentrale Botschaft des Christentums heute und in Zukunft für die westliche Welt darstellt.
Im letzten Teil seiner Ansprache diskutierte er die Frage nach der Relevanz des Christentums für die Politik und schliesst er mit der christdemokratischen Devise: "Mutig vorwärts, dankbar rückwärts, gläubig aufwärts."

Obmann Martin Restelli konnte Peter Martin Fromm und Jürg Studer als neue Gesellen aufnehmen. Peter Walter wurde nach dem Ende seiner Gesellenzeit zum Martinsbruder ernannt.

Die Mantelspende ergab mit rund 11’000 Franken ein sehr erfreuliches Ergebnis. Traditionell kommt die Mantelspende der katholischen Sozial- und Beratungsstelle Olten zu Gute, die damit, konfessionsunabhängig, bedürftige Familien in der Weihnachtszeit unterstützt. Im Jubiläumsjahr spendet die Martinsbruderschaft zudem aus einem Legat Beiträge für das Kinder- und Jugendheim "Chinderhuus Elisabeth" in Olten, den Angebotsausbau des Caritas-Marktes in Olten und für das Kinder- und Jugendhilfswerk des Priesters Dr. Thomas Kulangara in Kerala (Indien).

Roland Anderegg, Statthalter