Gewerkschaft
70 Bauarbeiter legen Grossbaustelle in Lenzburg still

Aus Protest gegen die kümmerliche Lohnerhöhung für das kommende Jahr legten 70 Arbeiter verschiedener Bauunternehmungen über Mittag auf einer Baustelle in Lenzburg ihr Werkzeug beiseite. Der Unmut der Bauarbeiter richtet sich gegen ihre Arbeitgeber, die trotz boomender Baubranche nicht bereit sind, ihren Angestellten eine entsprechende Lohnerhöhung zu gewähren.

Gewerkschaft Unia Region Aargau-Nordwestschweiz
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Unter der Autobahnbrücke in Lenzburg liegen Schaufeln und Pickel unberührt vor der Baubaracke. Weder im Kran noch im Bagger sitzt ein Bauarbeiter. Der sonst nach der Mittagspause wieder einsetzende Baulärm blieb heute aus. Aus Protest gegen das mickrige Lohnangebot für 2011 legten rund 100 Arbeiter aus dem Bauhaupt- sowie dem Ausbaugewerbe eine verlängerte Mittagspause ein.

Der Unmut der Bauarbeiter, Maler, Gipser und Elektriker richtet sich gegen das mickrige Lohnangebot für 2011. Trotz boomender Baubranche ist der Schweizer Baumeisterverband lediglich zu einer Lohnerhöhung von 0,6 Prozent bereit. Für Bauarbeiter mit tiefen Löhnen macht das gerade mal 26 Franken mehr im Monat aus. Im Hinblick auf die steigenden Krankenkassenprämien für das kommende Jahr bleibt den Arbeitnehmern von dieser mageren Lohnerhöhung kein Franken mehr im Portemonnaie. Die gleiche Situation erleben die Arbeitnehmenden des Ausbaugewerbes. Ihre Arbeitgeberverbände zeigen sich ähnlich knauserig wie der Baumeisterverband und legten bisher keine akzeptablen Lohnangebote für das kommende Jahr vor.
Aufgrund der vollen Auftragsbücher und der erwirtschafteten Gewinne der Baubranche fordern die Gewerkschaften 150 Franken mehr Lohn. Dieser Betrag ist für das Bauhaupt- und Ausbaugewerbe mehr als tragbar und für die Arbeitnehmer notwenig. Die von den Bauarbeitern eigenständig verlängerten Mittagspausen sind Teil einer landesweiten Protestwelle für eine gerechte Lohnerhöhung.