HSC SUHR AARAU
45 Tage zwischen Erinnerung und Sehnsucht

Lukas Wernli
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Alexander Wagner

Unglaubliche 45 Tage muss das NLA-Team des HSC Suhr Aarau nach dem ersten Heimtriumph vor überragender Kulisse und Stimmung (1'227 Zuschauerinnen und Zuschauer) warten, bis es wieder in den begeisterndsten Handball-Hexenkessel der Schweiz - die Schachenhalle Aarau, zurückkehren darf. Wenn am Sonntag, 25. November 2018 um 16.00 Uhr das momentane NLA-Schlusslicht TSV Fortitudo Gossau gastiert, wird die Mannschaft von Cheftrainer Misha Kaufmann zwischenzeitlich vier Auswärtspartien in Folge bestritten haben. Angefangen bei der längsten Auswärtsreise am kommenden Mittwoch, 17. Oktober 2018 im Schweizer Cup Achtelfinal bei der CS Chenois (1. Liga) in Genf. Dort ertönt der Anpfiff im Sous-Moulin um 20:30 Uhr - HOPP HSC!

Es war das erwartete Highlight-Heimspiel vor 1'227 Zuschauerinnen und Zuschauern, in dem das NLA-Team des HSC Suhr Aarau in kämpferisch und leidenschaftlich einzigartiger Manier den amtierenden Cupsieger Pfadi Winterthur mit 28:23 niederrang. Zu einem Zeitpunkt, als die Medien und Konkurrenten dem zuletzt zweimaligen Finalrunden-Teilnehmer bereits einen Heimkomplex attestieren wollten. Weil es in den Heimduellen gegen Kriens-Luzern und Bern zwar auf Augenhöhe agierte, jedoch nicht wie auswärts in Gossau und Basel in der Favoritenrolle zu reüssieren vermochte. Unter diesem Druck, der mit dem ausgegebenen Ziel der Vereinsleitung sowie des Teams einhergeht, sich nachhaltig in der NLA-Finalrunde etablieren zu wollen (Ränge 5 - 6), in dieser Atmosphäre, vor laufenden Live-Kameras des TV-Senders MySports und unterstützt von den Stimmungsmachern "Stage Divers", keine alltägliche Situation für die junge Mannschaft. Co-Captain Dario Ferrante gab nach dem Spiel gegenüber Medienpartner Radio Argovia stolz und erleichtert zu: "Dieser erste Heimsieg fühlt sich sehr geil an - wir haben lange, für unseren Geschmack gar zu lange, darauf warten müssen. Die Art und Weise des Sieges, gepaart mit dieser Gänsehaut-Stimmung, in diesem Hexenkessel, dafür leben wir. Es ist ein Abend, von dem man sich erhofft, dass er nicht zu Ende geht!"

Dass der Sport aber extrem schnelllebig ist, weiss der bald 25-Jährige, der mit seinem gehaltenen Siebenmeter in einer schweren Phase am Donnerstag massgebliches beitrug, aber aus eigener Erfahrung bestens. In Erwartung eines "unangenehmen Spiels" werden seine Teamkollegen und er bereits sechs Tage danach nämlich in Genf gefordert sein. Ungewohnt lange Anreise und späte Anspielzeit inklusive - im Schweizer Cup, der eigene Gesetze hat. Vor der Nationalmannschaftspause aber auch ein Spiel, in dem vom Favorit gegen den Erstligisten ein Sieg erwartet werden darf. Als letztjähriger Halbfinalist und mit erneut hohen Zielen auch in diesem Wettbewerb die selbstverständliche Ambition.

45 Tage sind auch im schnellebigen Handballsport und Saisonbetrieb dennoch eine lange Zeit. Zumal in dieser Phase wichtige, wegweisende Spiele in Thun (31. Oktober 2018, 19.30 Uhr Lachenhalle), Zürich (11. November 2018, 16.00 Uhr Saalsporthalle) und Kriens-Luzern (Sonntag, 18. November 2018, 17.00 Uhr, Krauerhalle) anstehen. Spiele in denen Punkte zur dritten Finalrunden-Qualifikation in Folge gewonnen werden sollen. Begleitet von den Erinnerungen an den denkwürdigen, überragenden 11. Oktober 2018 sowie der Sehnsucht, am 25. November 2018 mit hoffentlich weiteren Erfolgserlebnissen im Gepäck sowie als Cup-Viertelfinalist in die heimische, geliebte Schachenhalle zurückkehren zu dürfen - HOPP HSC!