Wer regelmässig stark zuckerhaltige Getränke geniesst, erhöht eindeutig sein Risiko für gravierende Stoffwechselstörungen wie Diabetes. Das bestätigt nun auch eine Metastudie amerikanischer Ernährungswissenschafter, die die Ergebnisse aus elf Studien zusammenfasst. Die Untersuchung, welche die Forscher im Fachblatt «Diabetes Care» vorstellen, liefert einen Überblick über die Übereinstimmung der Belege aus unterschiedlichen Studien sowie über das tatsächliche Ausmass der Risikosteigerung.

Diabetes und Bluthochdruck

Die Forscher um Vasanti Malik von der Harvard School of Public Health analysierten für ihre Metastudie-Daten von mehr als 300000 Teilnehmern verschiedener Studien, die sich mit dem Zusammenhang zwischen zuckerhaltigen Getränken und Stoffwechselstörungen wie Diabetes vom Typ 2 und dem so genannten metabolischen Syndrom beschäftigt hatten. Unter dem Begriff metabolisches Syndrom werden eine Reihe von Faktoren wie zum Beispiel Bluthochdruck und Übergewicht zusammengefasst, die entscheidend das Risiko für Herz- und Gefässerkrankungen, Schlaganfall und Diabetes erhöhen.

Die Studien zeigen auch zusammengenommen ein einheitliches Bild, das klar dazu veranlassen sollte, den Konsum von Limonade und vergleichbaren Getränken einzuschränken. Das Diabetesrisiko steigt mit nur einer Portion von etwa 0,35 Litern am Tag um rund 15 Prozent. Ein bis zwei Gläser am Tag erhöhen es sogar um 26 Prozent und das Risiko für das metabolische Syndrom um 20 Prozent. Es gibt eine ganze Reihe von Einflüssen, die zur Entwicklung des metabolischen Syndroms beitragen können. Doch der Genuss zuckerhaltiger Getränke wie Limonaden ist einer, der sich leicht verändern liesse und eine enorme Wirkung ausüben würde, wie die Metastudie belegt. «Die Leute sollten sich überlegen, wie viel zuckergesüsste Getränke sie trinken, und sie mit gesunden Alternativen wie Wasser ersetzen, um das Risiko für Diabetes ebenso zu reduzieren wie Übergewicht, Gicht, Karies und Herz-Kreislauf-Erkrankungen», rät Malik.

USA: Kampf gegen Coca-Cola und Co.

In den USA, wo am meisten fettleibige Menschen leben, hat der Kampf gegen die Süssgetränke längst begonnen. So will der Bürgermeister von New York, Michael R. Bloomberg, verbieten, dass Sozialhilfebezüger mit ihren Essensmarken, mit denen sie gratis Lebensmittel erhalten, Süssgetränke beziehen können. Damit würden Cola & Co. auf die Stufe von Zigaretten und Alkohol gestellt. Diese dürfen Sozialhilfebezüger schon heute nicht mit «Food Stamps» beziehen.