Windisch

Kanton will Fahrenden das Überwintern erleichtern

Die Fahrenden bemühen sich seit Jahren um genügend Stand- und Durchgangsplätze. Der Platz im Aarauer Schachen (Bild) wird im Gegensatz zum Durchgangsplatz in Windisch ganzjährig genutzt.

Die Fahrenden bemühen sich seit Jahren um genügend Stand- und Durchgangsplätze. Der Platz im Aarauer Schachen (Bild) wird im Gegensatz zum Durchgangsplatz in Windisch ganzjährig genutzt.

Auf dem Durchgangsplatz beim Freibad Heumatten in Windisch beträgt die maximale Aufenthaltsdauer nur einen Monat. Fahrende finden dies vor allem im Winter zu kurz. Gemeinde und Kanton sind allerdings daran, eine neue Betriebsordnung zu erarbeiten.

Vom 1. Oktober bis zum 30. April bietet die Gemeinde Windisch den Fahrenden beim Freibad Heumatten auf dem Parkplatz einen Durchgangsplatz für höchstens zwölf Wohneinheiten an. Der Platz werde jedoch kaum benutzt.

Schuld sei das Platzreglement der Gemeinde, das eine maximale Aufenthaltsdauer von einem Monat vorsieht, sagen die Fahrenden. Gemäss Claude Gerzner von der Bewegung der Schweizer Reisenden ist ein Monat im Winter einfach zu kurz.

Besonders Fahrende mit Kindern seien auf eine längere Aufenthaltsdauer angewiesen, damit sich der Besuch an der Schule überhaupt lohne. Gegenüber dem «Regionaljournal Aargau/Solothurn» betont Gerzner: «Der Platz wäre optimal und würde gerne gebraucht. Im Frühling wird es auch wieder mehr Fahrende nach Windisch ziehen. Die Problematik der Aufenthaltsdauer stellt sich vor allem während der Wintermonate.»

Die Gemeinde Windisch biete diesen Platz seit 1986 an, sagt Verwaltungsleiter André Gigandet. Damals habe es noch keine sanitären Einrichtungen gegeben. Das hat sich in der Zwischenzeit geändert. 2011 unterzeichneten die drei Vorsteher der Gemeinde Windisch, des kantonalen Departements Bau, Verkehr und Umwelt sowie der Radgenossenschaft der Landstrasse eine neue Platzordnung für den Durchgangsplatz «Freibad Heumatten».

Darin wurde die maximale Aufenthaltsdauer auf einen Monat festgelegt. «In Ausnahmefälle kann eine Verlängerung beantragt werden», sagt Gigandet. Nach einem Unterbruch von einem Monat ist laut der Betriebsordnung eine erneute Belegung möglich.

Weil diese Regelung nicht mehr allen passe, sei die Gemeinde seit Dezember mit dem Kanton daran, eine neue Betriebsordnung zu erarbeiten, die ab Winter 2015/16 in Kraft treten soll, so Gigandet weiter. Der Gemeinde sei es dabei ein Anliegen, dass der Platz ein Durchgangsplatz bleibe und nicht in einen «halben Standplatz» umfunktioniert werde.

Ziel: Längere Aufenthalte

Jörg Hartmann von der Fachstelle Fahrende beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt, weiss, dass attraktive Standorte zum Überwintern bei den Fahrenden grundsätzlich sehr begehrt sind und einen hohen Belegungsgrad haben. Im Gespräch mit der Gemeinde Windisch werde derzeit eine bessere Lösung gesucht.

Gemäss Jörg Hartmann soll im neusten Entwurf der überarbeiteten Platzordnung stehen: «Die maximale Aufenthaltsdauer beträgt in der Regel einen Monat; der Gemeinderat kann für maximal fünf Wohneinheiten einen längeren Aufenthalt bewilligen.»

Damit wäre gegenüber der heutigen Regelung eine entscheidende Öffnung vorgesehen, mit welcher der Daueraufenthalt als Winterstandplatz ermöglicht werden soll, betont Jörg Hartmann.

Verwaltungsleiter Gigandet teilt die Behauptung nicht, wonach der Durchgangsplatz in Windisch kaum genutzt werde: «Wir hatten diesen Winter bereits mehrere Fahrende auf dem Platz und haben Reservationen für den ganzen Monat Februar und für den Monat April sogar zehn Wagen. Ob die Belegung tatsächlich von der Dauer abhängt, ist nicht erwiesen.»

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